Ein Deutlandfunkbeitrag, der es auf den Punkt bringt aus meiner Sicht. Der Meterologe Karsten Schwanke nimmt zu dieser Frage differenziert Stellung und erläutert aus meiner Sicht einsichtig und einfach was wir aktuell erleben:
Journalistin des Deutschlandfunk Liane von Billerbeck:
"Aber schon im vergangenen Jahr, mancher erinnert sich vielleicht noch, da ist sehr viel Schnee in den Alpen gefallen. Dazwischen gab es einen langen und heißen Sommer. Ist das noch Wetter, oder ist das schon Klima?"
Meterologe Karsten Schwanke:
"Das ist immer eine sehr schwierige Frage, die wir natürlich auch versuchen zu beantworten. Aber wir können das inzwischen auch schon stärker beantworten. Aber wir sehen inzwischen den Klimawandel auch an diesen einzelnen Wetterereignissen. Es gibt diese kleine Zusammenhänge, die das deutlich machen können.
So erwärmt sich zum Beispiel in den letzten Jahrzehnten die Arktis, die Nordpolregion deutlich stärker als der Rest der Welt. Wir haben dort in der Arktis, am Nordpol, Erwärmungsraten von zum Teil einem Grad, ein bis zwei Grad pro Jahrzehnt, während es sonst eher 0,1 bis 0,2 Grad sind. Und diese deutlich stärkere Erwärmung führt dazu, dass sich die Temperaturgegensätze zwischen Nordpol und dem Äquator abschwächen. Und das führt zu einer Veränderung der Großwettersituation.
Der Verlagerungsantrieb für Hochs und Tiefs, der wird schwächer. Und deshalb erleben wir, und das ist eben ein Teil des Klimawandels, deshalb erleben wir, dass bestimmte Wetterlagen, wenn es sie einmal gibt, dass sie länger an Ort und Stelle präsent sind. Genauso diese lange, trockene, warme Witterungsperiode im vergangenen Sommer, die passt genauso zu dieser Klimaerwärmung wie eben Starkniederschläge oder immer wieder eine Tiefdrucktätigkeit in Verbindung mit hohen Niederschlagsraten, auch über längere Zeit. Also auch zum Beispiel die Überschwemmungen, die wir im Oktober in Italien hatten. Dort war es am Mittelmeer, war es im gesamten Sommer letztes Jahr viel zu feucht, viel zu nass. Auch das passt zu diesem Klimawandel, genauso wie eben jetzt diese andauernd gleiche Wetterlage, dass sich immer mehr Schneeberge in den nördlichen Alpen türmen, während es zum Beispiel auch auf der Alpensüdseite viel zu trocken ist."