Vielen Dank an meine Gesprächspartner in diesem Jahr – ich habe mit einer dreistelligen Anzahl von Personalleitern, CFOs, Vorständen/Geschäftsführern und Mitarbeitern aus HR-Abteilungen diskutiert.
Zum bevorstehenden Weihnachtsfest und Jahreswechsel möchte ich meine (nicht repräsentative) „eigene Statistik/eigene Sicht“ veröffentlichen – zum Thema „was wünscht sich HR zu Weihnachten“?
Sind diese Wünsche deckungsgleich zu den „normalen“ Wünschen? Ja, auch HR möchte
- mehr Zeit,
- mehr Geld,
- ein neues (elektronisches) Spielzeug,
- mehr Liebe und Aufmerksamkeit,
- Helfen.
1. Mehr Zeit
HR möchte mehr Zeit, um sich um die Mitarbeiter zu kümmern.
Und auch um die eigenen Belange – gerade in bestimmten Phasen („Abrechnungswoche“, „Bewerbungsmarathon“, „Jahresendgeschäft“) sind Überstunden an der Tagesordnung.
2. Mehr Geld
OK, wer möchte nicht größere Budgets?
Mögliche Ausgaben gibt es genug, für z.B. tolle Kampagnen im Rahmen von „Employer Branding“, so dass die Top-Talente und Fachkräfte einem die Türen einrennen.
In diesem Zuge empfehlen „Experten“ auch gern einen neuen Social Media-Auftritt. Ob es das bringt? Ausprobieren könnte man es ja mal…
Eine größere Abteilung mit mehr Mitarbeitern in der Personalabteilung? Toll, endlich können die Überstunden reduziert werden und die bereits seit geraumer Zeit geplanten/angefangenen Projekte wie Prozessoptimierung, Umstellung auf das „papierlose Büro“ oder Besuche auf Messen und Veranstaltungen inkl. Austausch mit Berufsstandsgleichen unter dem Mantel „best practises“ umgesetzt werden.
3. Ein neues elektronisches „Spielzeug“
Die Aussage vieler Personaler ist „wir haben da etwas, wir sind bestens aufgestellt“. Aber insgeheim sind bei vielen Personalern doch Wünsche vorhanden – beim Blick hinter die Kulissen sind es z.B. 3-4 Systeme, die nebeneinander existieren und aufwändig gepflegt werden müssen oder die Möglichkeiten, Auswertungen aus dem System zu generieren, sind umständlich.
Oder die Einbindung von Mitarbeitern über ein schickes Portal ist nicht gegeben, so dass nicht die Mitarbeiter selber, sondern die Personalabteilungen händisch erfassen muss, was sowieso schon irgendwo entstanden ist.
Oder ein Recruiting-Tool. Das ist zwar vorhanden und grundsätzlich schön, wird aber nicht effizient genutzt, weil es den (eigenen, seit Jahren gelebten) Prozess nicht richtig abbilden kann.
Wer möchte nicht das neueste Spielzeug?
Die heutige Welt hat alles online in Millisekunden parat – was umständlich ist und lange dauert, wird nicht länger genutzt. Bei HR-Systemen scheint diese Regel jedoch teilweise außer Kraft gesetzt.
4. Mehr Liebe und Aufmerksamkeit
Die Personalabteilungen möchten eine bessere Wertschätzung und nicht als „cost center“ betrachtet werden.
HR kostet nur Geld und leistet keinen Beitrag zum Unternehmenserfolg. Dies wird teilweise offen, teilweise hinter vorgehaltener Hand vertreten.
Warum ist das so?
Macht HR nur administrative Dinge, die lästig, aber unumgänglich sind? Dann vielleicht…
Aber in den meisten Fällen und Unternehmen ist dies nur ein Teil – der andere Teil wird jedoch nicht so stark wahrgenommen. Aber HR möchte doch nur Helfen.
5. Helfen
Personaler möchten Helfen und zwar auf allen Seiten, also:
den Mitarbeitern, den Führungskräften und dem Unternehmen.
HR möchte sich also mehr „Kümmern“?
Und dafür braucht man Zeit…
Nur mal angenommen, ich wäre der Weihnachtsmann, wie sähe Ihre Wunschliste aus?