In Unternehmen gibt es immer wieder das Thema: "Und wer soll das nun machen?" - Sowohl bei heißgeliebten, als auch bei ungeliebten Themen. Was aus meiner Sicht Sinn macht, ist, einfach mal kategorisch anzunehmen, dass es prinzipiell JEDE Aufgabe jemanden gibt, der diese Aufgabe von Herzen gerne macht. Auch wenn man sich das oft nicht vorstellen kann, weil es einem selber so wenig Spaß machen würde. Aber Menschen sind eben sehr verschieden. Ein gutes Prinzip ist hier also die vom Privaten auf's Berufliche übertragene Denke: "Jeder Topf findet seinen Deckel"
Ein schönes Beispiel dafür, wie es im guten Fall läuft, liefert eine unverhoffte Quelle - Michael Endes: "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" - ich zitier einfach mal frank und frei (Thienemann Verlag 1960, 2008, Teil 3 der Dreibändigen Ausgabe, S. 125):
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"Wie Sie sich vielleicht erinnern" begann der Kaiser, "habe ich mich verpflichtet, meine Tochter demjenigen zu vermählen, der sie aus der Drachenstadt befreit."
"Ja, das haben Sie getan Majestät", antwortete Lukas.
"Aber nun seid ihr ja zwei", fuhr der Kaiser fort. "Was ist da zu tun? Wer von euch beiden soll sie denn bekommen?"
"Das ist ganz einfach", meinte Lukas bedächtig. "Derjenige, den sie selbst am liebsten mag und dem sie zuerst einen Kuss gegeben hat."
"Und wer ist das?", fragte der Kaiser gespannt.
"Jim Knopf natürlich", sagte Lukas. "Wenn ich mich nicht irre, haben die beiden sich sehr gern -"
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Wenn man "die Aufgabe, die es zu erledigen gilt" an die Stelle von "Tochter / Prinzessin" setzt, bekommt man ein gutes Prinzip, nach dem Aufgaben in Unternehmen grundsätzlich "ihren Bearbeiter" finden können. - Und dabei sowohl "die Aufgabe" als auch "der Bearbeiter" glücklich wird.
Unmöglich? Nur wenn wir glauben, dass das unmöglich ist. Aber DANN - wenn wir diese Möglichkeit in unserem Kopf von vornherein ausschließen - ja, dann ist es wirklich unmöglich. Denn dann werden wir immer wieder Mitarbeiter zu Aufgaben prügeln, die sie nicht wollen. Zugleich werden wir Ihnen Aufgaben vorenthalten, die sie liebend gerne ausführen würden. Kann man sich ein ineffizienteres, unproduktiveres Vorgehen vorstellen? Und doch ist es in unseren Unternehmen derzeit noch oftmals Gang und Gäbe...
Wir können das ändern. Und wir sollten das auch ändern, wenn wir sowohl unserem Unternehmen als auch unseren Mit-Arbeitern / Mit-Unternehmern etwas Gutes tun wollen.