SGKM - Schweizerische Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft

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Die heutige Gesellschaft wird mit gutem Grund als Mediengesellschaft beschrieben. Kommunikation und Medien spielen eine unverzichtbare Rolle für das Funktionieren von Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Klassische Massenmedien wie Zeitungen, Zeitschriften, Radio und Fernsehen vermitteln Wissen, beeinflussen Einstellungen und Werte und tragen zur Bildung der öffentlichen Meinung bei. Neue Medien und Informations- und Kommunikationstechnologien, namentlich das Internet mit seinen Diensten sowie zunehmend auch die Mobilkommunikation, ergänzen die klassischen Massenmedien in ihren Funktionen. Die medial vermittelte Kommunikation hat enorm an Bedeutung gewonnen und durchdringt alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens.

Die Kommunikations- und Medienwissenschaft ist die für Kommunikation und Medien zentral zuständige Disziplin: Sie widmet sich vor allem den Bedingungen, Bedeutungen, Leistungen und Wirkungen der öffentlichen Kommunikation. Dabei standen bislang die klassischen Massenmedien im Zentrum. Zunehmend berücksichtigt die Disziplin aber auch die nicht-öffentliche Individualkommunikation und mit ihr neue Medien und Informations- und Kommunikationstechnologien.

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit den publizistischen Medien ist als Zeitungskunde und -wissenschaft von durchaus ehrwürdigem Alter. Schon 1690 entstand in Deutschland die erste zeitungskundliche Dissertation. Insgesamt ist die vielerorts auch "Publizistikwissenschaft" genannte Disziplin älter als man gewöhnlich meint. Die Expansion des Fachs und seine volle universitäre Institutionalisierung fallen aber deutlich mit dem Wachstum des Mediensektors im 20. Jahrhundert zusammen. Obwohl das Fach in der Schweiz bereits 1903 an den Universitäten Zürich und Bern angeboten wurde, blieb es bis in die neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts sehr überschaubar. 1923 wurde an der Universität Zürich das Journalistische Seminar gegründet, 1942 das Fach auch an der Universität Bern etabliert sowie Vorlesungen dazu an der Universität Freiburg angeboten. Erst in den sechziger und siebziger Jahren konnte das Fach an einzelnen Universitäten als Nebenfach studiert werden.

Inzwischen hat die Disziplin markant an Bedeutung gewonnen und wird an mehreren Universitäten und Fachhochschulen gelehrt – der KMW Atlas bietet dazu eine Übersicht. Je nach Positionierung der Institute und Lehrstühle nähert sich das Fach seinem Gegenstand bzw. bearbeitet seine Fragestellungen mit anderen Ansätzen und Methoden.

Die Schweizerische Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft (SGKM) wurde 1974 gegründet. Sie hat aktiv die Entwicklung des Faches vorangetrieben und dabei bewusst versucht den Wissenschafts-Praxis-Dialog zu fördern. Die Mitglieder der SGKM sind sowohl Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Lehrende an Universitäten, Fachhochschulen und in der Weiterbildung als auch Expertinnen und Experten in der Medien- und Medienforschungspraxis, in entsprechenden Verbänden sowie in Behörden und Verwaltungen. Die rund 280 Mitglieder sind in verschiedenen SGKM-Fachgruppen aktiv, um der Ausdifferenzierung der Disziplin zu begegnen.

Die SGKM veranstaltet einmal im Jahr eine Fachtagung, investiert in die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses mit Förderbeiträgen und Nachwuchsveranstaltungen, bemüht sich um ein koordiniertes Doktoratsprogramm und gibt seit 2007 in Kooperation mit der Facoltà di scienze della comunicazione dell’Università della Svizzera italiana die Zeitschrift „Studies in Communication Sciences“ heraus. Die Dozierenden der Kommunikations- und Medienwissenschaft in der Schweiz treffen sich zudem einmal im Jahr im Rahmen des Dozierendenrates, um aktuelle Probleme zu diskutieren. Die SGKM ist Mitglied der schweizerischen Akademie für Geistes- und Sozialwissenschaften SAGW (hier auch link einfügen) und auch im wissenschaftspolitischen Rat der Sozialwissenschaften vertreten.