Aufträge & Kundengewinnung, Selbständigkeit & Wirtschaft, Ideen & Kontakte

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  • Jürgen Auer
    Jürgen Auer    Premium Member   Group moderator
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    Liebe Gruppenmitglieder,

    Piraterie gibt es im Internet. Was könnte man dagegen tun? Für massive rechtliche Konsequenzen plädieren die einen. Von Ronald Schild, dem Geschäftsführer des Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH (MVB) (u.a. http://www.libreka.de/ ) fand sich ein spannender Beitrag:


    Das beste Mittel gegen Piraterie: Ignorieren!

    http://www.boersenblatt.net/521582/template/bb_tpl_blog_libr...


    Seine These: Solange sich die Verlage darauf konzentrieren, die Inhalte zu schützen, stehen einschränkende Maßnahmen im Vordergrund.

    Das sei immer auch eine Einschränkung der Leser.


    Nun blickt er in andere Mediengattungen, stellt fest, daß auch bei massiver Verfügbarkeit illegalen Contents kommerzielle Anbieter erfolgreich sind - und stellt die folgende These auf:


    Warum zahlen nun Internet-Nutzer für Inhalte, die sie woanders kostenlos erhalten? Und mehr noch, warum zahlen sie auf diesen Plattformen für Inhalte, die immer schon kostenfrei waren, wie beispielsweise Fernsehserien aus dem Free-TV? Die Antwort ist deutlich einfacher als deren Umsetzung: Komfort heißt das Zauberwort. Der Kunde schätzt das große, in Teilbereichen sogar komplette Medienangebot, die Empfehlungen und Rezensionen, das einfache Payment.

    Mit einer Begründung, die an das Stichwort vom "Idealkunden" erinnert, auf die sich jede Firma konzentrieren möge:

    Die erfolgreichen Anbieter

    beschäftigen sich ausschließlich mit den ehrlichen, legal handelnden Kunden und gerade nicht mit der Minderheit, die ohnehin Wege finden, den Content illegal zu verbreiten und zu beziehen.

    Also genau das, was Ihnen so ziemlich jeder sagt: Konzentrieren Sie sich auf jene Kunden, die Ihre Dienstleistung schätzen, die Ihre Dienstleistung, Ihr Produkt wirklich benötigen. Und verplempern Sie keine Zeit für jene Interessenten, die nur mäkeln und dann doch nichts kaufen. Die nur Angebote einholen, um dem eigenen Chef drei Angebote vorlegen zu können (wobei klar ist, daß Sie ohnehin nicht zum Zuge kommen werden).



    Seine Anmerkung im PS ist etwas, das ich gar nicht kenne:

    PS: Kennen Sie noch einen Supermarkt, in dem man seine Taschen in Schließfächern im Eingangsbereich verstauen muss, bevor man einkaufen geht?
    Irgendwie muß das vor meiner Zeit gewesen sein ;-)


    Wenn man das Rechteproblem mit diesem Verhalten im Supermarkt parallelisiert, das heute auch nicht mehr gebräuchlich ist: Wer weiß, vielleicht führen Plattformen wie

    http://www.pinterest.com/

    dazu, daß sich so manch ein Thema in den nächsten Jahren völlig in Luft auflösen wird. Insofern ist im Internet derzeit noch alles sehr im Fluß.


    Viele Grüße

    Jürgen Auer
  • Martin Schlichting
    Martin Schlichting    Premium Member
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    Als Fotograf geht mir das stellenweise ähnlich. Mein Kerngeschäft ist die Architektur- insbesondere Interieurfotografie. Nebenbei beschäftige ich mich, weil ich einst damit anfing und es mich nie ganz losließ, mit der Tanzsportfotografie. Ich sause also an den Turniertanzflächen entlang und lichte die tanzenden Paare ab.

    Es ist, bis auf ganz wenige Ausnahmen, das schlechtest laufende Geschäft in meinem Portfolio. Gewöhnlich reicht es nur, um meine damit verbundenen Unkosten zu decken. Die meisten wollen nämlich nur gucken (die Besuchszahlen meiner Site gehen für meine Verhältnisse durch die Decke und auch das nur kurzzeitig), aber kaufen wollen Sie nicht. Sie möchten am liebsten nur ein zwei Fotos auf ihren Social-Media-Profilen hochladen, um ihre Geltungssucht anhand der "Gefällt-mir"-Angaben zu befriedigen.

    Zu diesem Zwecke lege ich bei der Erstellung der Präsentationsgalerien ein halbtransparentes Logo mit den Zusätzen "Copying is not allowed - Dieses Foto kann legal für 3,50 Euro erworben werden". Selbst dieser überdeutliche Hinweis hält manche nicht davon ab, sich die Fotos trotzdem herunterzuladen.

    Und mehr als das, so habe ich inzwischen gelernt, lohnt sich auch nicht. Die meisten sind unbelehrbar und selbst wenn ich dabei ertappe, wie ich sie darauf hinweise oder gar mit rechtlichen Schritten drohe...nun ja, dann schade ich eher meinem Ansehen, als dass ich mir nütze. Von der Zeit, die ich damit verschwende, mal ganz abgesehen.

    Deshalb verbringe ich meine wertvolle Zeit lieber damit, Geld zu verdienen und mein Kerngeschäft auszubauen. Hier ist die Wahrscheinlichkeit, auf Kunden zu treffen, die die hohe Qualität meiner Arbeit zu schätzen wissen, weitaus größer. Zudem sind sie auch bereit, weit mehr Geld dafür zu investieren.

    Insofern kann ich der These nur zustimmen. Der Piraterie hinterherzurennen bringt wenig und kostet dafür viel Zeit.
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