Aufträge & Kundengewinnung, Selbständigkeit & Wirtschaft, Ideen & Kontakte

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  • Jürgen Auer
    Jürgen Auer    Premium Member   Group moderator
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    Liebe Gruppenmitglieder,

    den folgenden Artikel fand ich heute in einer anderen Xing-Gruppe:

    http://www.fr-online.de/panorama/abgang-einer-ansagerin/-/14...

    Eine norwegische Sprecherin kündigt live im Radio ihren Job. Zu viel Stress und Unsicherheit; sie habe es satt, wolle „nicht mehr, ständig Bauchweh haben, ich will wieder essen und atmen können.“ Nun ist die 42-Jährige Journalistin die Heldin im Land.
    „Guten Morgen“, sagte die Sprecherin, „ich heiße Pia Beathe Pedersen. Jetzt tue ich etwas, das ich nicht darf, und das mir viel Ärger einbringen wird. Aber ich sehe keinen anderen Weg.“ Und anstatt die Nachrichten aus der Region Oslo vorzulesen sagte sie mit nervöser Stimme: „Ich kündige jetzt und gehe. Tschüss und habt es gut!“ Dann schaltete sie das Mikrofon ab, verließ das Studio, stieg aufs Fahrrad und fuhr nach Hause. „Es war, als stehe man das erste Mal auf einem Zehn-Meter-Turm“, sagte sie später: „Augen zu, Nase zuhalten und springen!“
    Offenbar ist es da üblich, daß Journalisten nur mit befristeten Jobs abgespeist werden - immer nur solange, daß sie keinen Anspruch auf eine Festanstellung haben.


    Als Selbständiger bin ich da natürlich ziemlich ahnungslos. Aber irgendwie kann es doch nicht Sinn eines Arbeitgebers sein, seine Mitarbeiter auf diese Weise zu verlieren.

    Ratlose Grüße schickt Ihnen
    Jürgen Auer
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  • Jürgen Auer
    Jürgen Auer    Premium Member   Group moderator
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    Hallo Herr W*,

    ein spannender Artikel, den Sie da verlinkt haben.

    Den hatte ich kurz nach Ihrem Posting gelesen - und bin dann für eine ganze Weile raus, weil ich meine obligatorische Pause gebraucht habe :-)

    Allerdings ist das natürlich auch der Luxus von Selbständigen, die nicht in ein Nine-to-five-Schema eingezwängt sind, aus dem dann oft genug eine verkürzte Mittagspause und ein eight-to-seven - Arbeitstag wird.

    Viele Grüße
    Jürgen Auer
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  • Hertha Kerz
    Hertha Kerz    Group moderator
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    Aber die Geschichte der Arbeitszeit ist schon bekannt?

    Menschen haben vor vielen Jahren doppelt so viel gearbeitet, wie heute. Nie gab es so viele Feiertage und so viel Urlaub wie heute.
    Andere Branche: Landwirtschaft. Mehr als zwei Wochen im Jahr, können Bauern keinen Urlaub machen. etc.

    Heute hat jeder Burnout, keiner ist mehr belastbar, wir haben nur noch jammernde Weicheier im Arbeitsleben. Jeder drückt sich, wo er nur kann, vor seinen Pflichten und behauptet "überlastet" zu sein.

    Arbeitnehmer pflegen sich nicht weiter zu bilden. Was Wunder, dass sie dann immer länger für ihren Job brauchen. Wenn ich auf jede einzelne CD einen Brief brenne, weil ich nicht weiß, wie Computer funktionieren, wenn ich so ein Ding nicht mal alleine neu starten kann, wenn ich in meinem Job nicht auf dem neuesten Stand bin, wenn ich mich nie fortbilde......... Ja, was erwarten diese Leute denn?

    Ein eklatantes Beispiel. Extrem viele arbeitslose Ingenieure, extrem viele freie Stellen für Ingenieure. Woran hapert es? An einem einzigen Computerprogramm: CATIA V5 und seine Nachfolger. (kopfschüttel) und an fehlenden Sprachkenntnissen.

    Bezüglich ihrer Rechte kennen Arbeitnehmer das Arbeitsrecht in- und auswendig. Aber wehe, ein Arbeitgeber fordert die Pflichten ein .........

    Gott, wie mich diese Jammergestalten .... (ich spare mir hier einen Fäkalausdruck, aber mir fällt kein höflicher ein) ......
  • Ronny Simon
    Ronny Simon    Premium Member
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    Das sehe ich sehr wohl genau so, daß viel zu viel gejammert wird. Keiner hat mehr so richtig Durchhaltevermögen. Aber an anderer Stelle, nie zuvor sind wir täglich mit soviel Informationen zugemüllt worden, die wir verarbeiten müssen. Und wehe wir verpassen einen kleinen und kurzen Besprechungstermin auf dem Flur zwischendurch. Das wird einem dann zu lange vorgehalten.

    Diese jetzt zu bewältigende Informationsflut gab es vor ca. 10, sogar vor 5 Jahren einfach noch nicht. Die Menge an Informationen macht uns einfach zu schaffen. Dies ist nicht mehr bewältigbar.

    Ja die arbeitende Bevölkerung muss sich an dieses Schema anpassen - sicher auch durch Fort- und Weiterbildungen. Aber bekomme ich ggf. Unterstützung von einem Arbeitgeber, oder soll ich diese Sachen auch noch komplett von meiner Freizeit opfern? Man hat wie schon angemerkt einen eight to seven Job, dann noch drei bis viemal die Woche bis 22/23 Uhr. Das ist zuviel.

    Ich finde, einen klaren Schlussstrich zu ziehen erfordert sehr viel Mut. Sich dem Unausweichlichem zu stellen, solange es noch nicht zu spät ist. Wir sollten einfach wieder alle ehrlich miteinander umgehen. Wenn man klar ausspricht, wo es drückt, dann kann auch dieses Problem bewältigt werden.

    Und, ja ich denke auch, daß wir in Deutschland unter unseren ach so "armen" Arbeitslosen eine Menge Potential für die ja so dringend benötigten Fachkräfte haben. Aber wer soll denn da den ersten Schritt unternehmen. Derjenige ohne Arbeit, der das Laufen verlernt hat, den man über Jahre hinweg gefüttert und verwöhnt hat, doch nie im Leben oder?

    RS
  • Jürgen Auer
    Jürgen Auer    Premium Member   Group moderator
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    Danke all Ihnen für Ihre bisherigen Beiträge.

    Ich bin grade über den Umweg einer PN wieder auf dieses Thema gekommen, da Frau Claudia Hartmann, einer meiner Kontakte, ein Event zum Thema Gesundheit gemacht hatte - und ich ihr den Link zu diesem Thread geschickt und sie das in ihre Gruppe übernommen hatte:

    https://www.xing.com/net/gesundekarriereleiter/diskussionen-...


    Ich bin selbst in einer 'Festangestellten - Familie' großgeworden, also mit dem klassischen Vater und seinem Nine-to-five (oder manchmal auch eight-to-six-Job) und der Mutter zu Hause. Im Zivildienst hatte ich dann einen ähnlichen Tagesablauf - aber das Studium zeigte ganz neue Möglichkeiten. Heute will ich das nicht mehr missen.


    Insofern sind einerseits Selbständige in einer privilegierten Position, da sie sich ihre Arbeitszeit selbst einteilen können. Andererseits gibt es natürlich auch diverse Selbständige, die nur noch arbeiten und sich damit ähnliche Burnout-Probleme produzieren wie klassisch Festangestellte.

    Wenn ich mir das von dieser Warte her betrachte, dann stellt sich immer die Frage: Wie gehe ich mit Konflikten und wie mit meinen eigenen, begrenzten Ressourcen um? Hineinfressen und dann entweder daran zu zerbrechen oder - wie bei der Moderatorin - dann quasi öffentlich zu explodieren ist eigentlich keine Lösung.

    Sonntagvormittagsgrüße schickt Ihnen
    Jürgen Auer
  • Nicole Delenk
    Nicole Delenk    Premium Member
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    Ich persönlich kann die Moderatorin sehr, sehr gut verstehen - wenn es einfach mal reicht, dann reicht es. Und wenn man dann für sich den absoluten Endpunkt dessen, was man im Job zu geben bereit ist, erreicht hat, dann sorgen immer mehr Arbeitnehmer dafür, dass der Arbeitgeber das auch spürt.

    Als ich mich selbstständig machte, war der Ausgangspunkt, dass ich Assistentin eines Mannes war, der in einem anderen Bundesland arbeitete. Kommunikation nur per E-Mail, da er telefonisch nie zu erreichen war. Fragen wurden oft erst am nächsten Nachmittag beantwortet , egal wie dringlich.

    Ich finde es sehr bedenklich, dass einige Arbeitnehmer zu einer solch drastischen Maßnahme greifen müssen und öffentlich ihren Job kündigen. Aber andere Signale verstehen Arbeitgeber oftmals nicht.

    Vor allem in Zeiten, in denen die Arbeitsaufgaben und die Anforderungen immer komplexer werden, ein immer weiteres Kenntnisspektrum von Arbeitnehmern verlangt wird, muss klar sein, dass der Arbeitsplatz mehr ist als der "Ort, an dem ich mein Geld verdiene". Monetäre Gründe reichen einfach oft nicht, damit ein Mensch sich an seinem Arbeitsort wohlfühlt und Anerkennung erhält.

    Ein Umdenken, die Umwandlung von Unternehmensstrukturen, ist vielleicht notwendig, damit solche öffentlichen Kündigungen eine Ausnahme bleiben können.

    Schöne Grüße

    Nicole Delenk
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