EBAY Profis

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  • Rudolf Braunsdorf
    Rudolf Braunsdorf    Group moderator
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    Seit kurzer Zeit ist bei Ebay Angeboten in einigen Kategorien ( Unterkategorien ) der "kostenlose Versand" zwingend vorgeschrieben.

    Dies verschärft die Abmahngefahr, gegenüber dem bisherigem Problem des kostenlosen Versandes, nochmals drastisch.

    Das "neue Hauptproblem" begründet sich in dem orangefarbenem Werbebutton "kostenloser Versand" welcher an prominenter Stelle, oben links, in das Artikelbid eingeblendet wird und somit hervorgehoben dargestellt wird..

    Da nun in einigen Kategorien der kostenlose Versand vorgeschrieben ist, bedeutet dieser Werbebutton ein unlauteres werben mit Selbstverständlichkeiten und ist deshalb abmahngefährdet.

    Schon vorher war dieser Werbebutton als abmahngefährdet anzusehen.

    Einen kostenlosen Versand gibt es natürlich nicht.

    Es werden lediglich die Versandkosten nicht mehr offen ausgewiesen sondern in den Artikelpreis eingerechnet.

    Insofern ist der Begriff "kostenlos" irreführend und kann zu einer Täuschung des Verbrauchers führen.

    Desweiteren steht der "kostenlose Versand" auch im Widerspruch zu den Ebay AGB §9 Absatz 8.

    ( http://pages.ebay.de/help/policies/user-agreement.html#angeb... )

    welche viele Händler in ihre eigenen AGB eingeschlossen haben.

    Hier heisst es :

    Der Preis der jeweiligen Angebote versteht sich als Endpreis einschliesslich eventuell anfallender MWST und weiterer Preisbestandteile. Der Verkaufspreis umfasst nicht die Liefer- und Versandkosten..

    Der Bundesverband Onlinehandel e.V. ( http://www.bvoh.de ) kann an den Händler keine wirkliche Empfehlung geben, sich vor dieser Gefahr zu schützen, wenn er in den betroffenen Kategorien anbietet.

    Der BVOH fordert Ebay deshalb auf, eine abmahnsichere Lösung zu schaffen ( vorzugsweise die Verpflichtung zum kostenlosen Versand aufzuheben ).
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  • Rudolf Braunsdorf
    Rudolf Braunsdorf    Group moderator
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    @TS,

    besteht eine Gefahr nur, wenn es bereits Urteile gibt?

    Wäre es nicht sinnvoller wenn Ebay, noch bevor abgemahnt wird, eine Korrektur durchführt?

    Das Thema soll hier sensibilisiert werden.

    Wenn Sie keine Gefahr sehen, würde ich gerne Ihre Argumentation kennenlernen.
  • Michael Janisch
    Michael Janisch
    The company name is only visible to registered members.
    Rudolf Braunsdorf schrieb:
    Einen kostenlosen Versand gibt es natürlich nicht.
     
    Es werden lediglich die Versandkosten nicht mehr offen ausgewiesen sondern in den Artikelpreis eingerechnet.
     
    Insofern ist der Begriff "kostenlos" irreführend und kann zu einer Täuschung des Verbrauchers führen.

    Das klingt für mich (juristischen Laien) etwas weit hergeholt.
    Alleine aus der _Vermutung_, der Händler schlage die entgangenen Versandkosten auf den Artikelpreis drauf, lässt sich doch keine Irreführung basteln.
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  • Rudolf Braunsdorf
    Rudolf Braunsdorf    Group moderator
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    @BW,

    meines Erachtens ist es unerheblich, über welchen Weg ( Kategorien/Suche ) man auf die entsprechende Seite gelangt.

    Das Werben mit einer Selbstverständlichkeit wird direkt auf der Angebotsseite angezeigt.

    Zudem dürfte es auch ohne Belang sein, welcher Weg häufiger eingeschlagen wird um das Angebot zu finden.

    Beispiel:

    Sicherlich werden die wenigsten Ebayangebote über WAP aufgerufen, trotzdem wird erfolgreich abgemahnt, dass einige Dinge unter WAP Ansicht nicht dargestellt werden und somit der Verbraucher über informationspflichtige Angaben nicht informiert wird.
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  • Wolfgang Wentzel
    Wolfgang Wentzel    Premium Member   Group moderator
    The company name is only visible to registered members.
    Es gibt in der Tat eine Reihe potenzieller Abmahngefahren:

    1.) Der Versand ist nicht kostenlos. Er wirft Kosten auf. Fraglich ist, wer die trägt. Sicher nicht der Verkäufer. Schlussendlich werden sie auf den Käufer umgelegt. Damit wird der Preisbestandteil "Versandkosten" innerhalb des Gesamtpreises verschleiert, m.E. nach ein klarer und abmahnfähiger Verstoß gegen die Preisangabenverordnung.

    Die Parallele liegt bei: "eBay Kosten wir". Auch hier wird der Verbraucherkäufer in die Irre geführt. Natürlich trägt nicht der Verkäufer diese Kosten, sondern der Käufer.

    2.) Darin, dass der "kostenlose Versand" noch zusätzlich beworben wird, könnte eine verbotene Werbung mit Selbstverständlichkeiten liegen, nachdem die Einstellung "kostenloser Versand" gewählt werden musste. Der "kostenlose Versand" ist zwar falsch, eine verbotene Werbung mit Selbstverständlichkeiten könnte darin innerhalb dieses Bereichs aber trotzdem liegen, besonders, wenn die Werbung noch prominent herausgesellt wird.

    3.) In dem unter Ziffer 1 beschriebenen liegen genau betrachtet mehrere Abmahngefahren.

    - Der Versand ist nicht kostenlos, denn er wirft Kosten auf. Verstoß gegen die Preistransparenz.
    - "Kostenloser Versand" erweckt den - falschen! - Eindruck, der Käufer zahle keine Versandkosten, Irreführung
    - Die Formulierung suggeriert, der Verbraucher erwirbt einen Vorteil, dadurch, dass er eine Versandleistung in Anspruch nimmt, ohne dafür bezahlen zu müssen. Auch das dürfte wettbewerbswidrig sein
    - Die Preisbestandteile sind nicht richtig dargestellt. Der eigenen Werbung entsprechend, müsste der Versandkostenanteil Null sein. Das wäre aber sachlich falsch. Demnach "fehlt" die Versandkostenangabe nicht nur, sie ist auch falsch.
    - Es dürfte aber auch ein Verstoß gegen das AGB-Gesetz vorliegen, weil diese Konstellation nicht nur gegen die eBay AGB (Versandkosten müssen angegeben werden!) verstößt - was nicht zwangsläufig wettbewerbswidrig sein muss -, sondern vom Grundgedanken der gesetzlichen Regelung abweicht, nach der der, auf dessen Weisung versendet wird, auch die Kosten dafür zu tragen hat (§ 448 Abs. 1 BGB).

    Richtigerweise entstehen durch den Versand Kosten. Diese trägt gem. § 448 Abs. 1 BGB der Käufer. Es gibt keinen kostenlosen Versand. Wer damit wirbt, handelt allerhöchstwahrscheinlich wettbewerbswidrig. Die Verbraucherzentralen werden es nicht durchgehen lassen. Es besteht Abmahngefahr.

    Wolfgang Wentzel
    Rechtsanwalt
    http://www.onlinehandelsrecht.de
  • Rudolf Braunsdorf
    Rudolf Braunsdorf    Group moderator
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    @TS,

    Zitat

    Ich wollte nur wissen, ob es bereits Urteile in der Sache gibt.

    Nein, es kann aus der Natur der Sache heraus noch keine Urteile geben.

    Die zwangsweise Einführung von "kostenlosem Versand" ist erst Mitte Juni von Ebay eingeführt worden.

    Da Festpreisangebote bis zu 30 Tagen Laufzeit haben, befinden sich bis Mitte dieses Monats also sowohl Angebbote die mit kostenlosem Versand beworben werden, als auch Angebote in denen noch Versandkosten ausgewiesen sind, gleichermassen auf der Plattform.

    Das bedeutet, dass es zur Zeit noch nicht selbstverständlich ist, dass "kostenloser Versand" angeboten wird.

    Dies wird sich aber eben Mitte des Monats ändern.
 
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