Energieeinsparung  im Bestand

Energieeinsparung im Bestand

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  • Markus Hess
    Markus Hess    Group moderator
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    Angebote aus dem Internet, wo Verbrauchsorientierte Energieausweise schon für unter 20 Euro zu bekommen sind, scheinen auf den ersten Blick sehr günstig für den Verbraucher zu sein. Hausbesitzer sollten sich aber genau überlegen, welche Art des Energieausweises für sie wirklich die günstigste ist.
    Beim Verbrauchsorientierten Energieausweis wird die Klasseneinteilung nur über den Energieverbrauch ermittelt. Dies kann besonders bei Einfamilienhausbesitzern mit einer Einliegerwohnung sehr ungünstig sein. Denn bei einer Neuvermietung oder beim Verkauf des Hauses wird genau dieser Energieverbrauch vorgelegt. Sollte der Hausbesitzer eine etwas höhere Raumtemperatur als „normal“ bevorzugen, oder sein noch Mieter Energie verschwenden, so würde sich dies negativ auf die Verbrauchswerte auswirken. Und somit auch auf den Energiepass.

    Entscheidet sich der Hausbesitzer hingegen für einen Bedarfsorientierten Energieausweis, so wirkt sich der niedrige Energiebedarf des Hauses günstig bei der Ausstellung des Energiepasses aus. Dieser Aspekt ist besonders beim Verkauf eines Hauses zu beachten. Hier kann sie ein „günstiger“ Verbrauchsausweis sehr viel Geld kosten. Denn es ist davon auszugehen, dass sich eine bessere Klassifizierung, positiv beim Verkauf des Hauses auswirkt.

    Auf eine gute und ausführliche Beratung beim Ausstellen eines Energieausweises, durch einen Energieberater sollten sie daher nicht verzichten. Eine Begehung des Gebäudes und eine Beratung des Kunden sollten zu jeder Energiepassausstellung gehören.
    Unter umständen ist zum heutigen Zeitpunkt auch gar kein Energieausweis notwendig oder noch nicht sinnvoll. Sollten zum Beispiel noch Modernisierungs- oder Energie Sparmaßnahmen anstehen, empfehlen wir Ihnen, mit einer Energieausweisausstellung noch zu warten.
    Weitere Informationen zum Thema Energie sparen erhalten Sie unter: http://www.die-energieagenturen.de
  • Helmut König
    Helmut König    Premium Member   Group moderator
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    Alles, was vorher war, war schlechter,

    Natürlich hat eine Lobby dafür gesorgt, dass die grossen Wohnungbaugesellschaften einen kostengünstigen Einstieg haben - aber es ist ein Einstieg

    Wohnungsbaugesellschaften fangen auf einmal an zu rechnen und stellen fest, dass es ja wirtschaftlich interessant sein kann, energetisch zu sanieren

    Das ist doch ein gewaltiger Erfolg. Und man stelle sich mal vor, alle Wohnungen in Deutschland brauchten jetzt sofort einen bedarfsorientierten Energieausweis - wer sollte das durchführen?

    Und jemand, der nur vom Ausstellen von Energieausweisen leben will, wird eh Schwierigkeiten bekommen, Das Wirtschaftsministerium rechnet mit 900.000 Energieausweisen pro Jahr im Durchschnitt, um die sich etwa 150.000 Unternehmen kümmern werden.

    Unser aller Ziel ist ja, nicht Energieausweise auszustellen, sondern Gebäude energetisch zu sanieren, dafür sind wir in dieser Gruppe. Das ist auch der eigentliche Markt.

    Es wird viel über dieses Thema diskutiert und das ist gut für dieses Thema.

    Schönen Gruss
    Helmut König

    Das einzige Problem ist, dass vielen Energieberatern goldene Zeiten versprochen worden sind, wenn sie diese Ausbildung machen. Aber ehrlich, wer glaubt daran, dass uns gebratene Hähnchen in den Mund fliegen, dass wir 30% Rendite bei einer Anlage bekommen oder dass uns die Hausbesitzer mit Anfragen nach Energieausweisen die Bude einrennen? Da ist der Wunsch der Vater des Gedankens..
  • Markus Hess
    Markus Hess    Group moderator
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    Die Frage ist doch viel mehr, was ist für den Hausbesitzer am sinnvollsten?
    Sollte sich ein Hausbesitzer einen Verbrauchsausweis für 20€ erstellen lassen, wenn Ihm ein Bedarfsausweis unter Umständen eine besseres "Ergebins" beschert hätte?
    Ich denke eine gute Beratung durch den Aussteller ist angebracht, damit der Kunde das sinnvollste Ergebnis für sich bekommt. Einfach verkaufen halte ich nicht für sinnvoll!
  • Arnold Drewer
    Arnold Drewer    Premium Member   Group moderator
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    Guten Morgen, Herr Heß,

    kein ernstzunehmender Energieberater verkauft einen verbrauchsorientierten Energieausweis!

    Was die Hausbesitzer angeht:
    die spalten sich in unterschiedliche Zielgruppen: die Billigheimer, die nur dem Gesetz Genüge tun wollen (= verbrauchsorientierter Energieausweis),
    die verantwortungsvollen und weitsichtigen Hausbesitzer, die eine gute Diagnose und Handlungsempfehlungen wollen und einen bedarfsorientierten Energieausweis wählen und diese Leistung auch bezahlen.

    Erstere Zielgruppe kann man nicht überzeugen - die Zeit (= der Markt) wird es hoffentlich richten.

    Gruß aus PB

    Arnold Drewer
  • Patrick Gerber
    Patrick Gerber
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    Sehe ich genauso wie Herr Drewer....man kann und soll nicht alle bekehren....der MArt wird das von alleine regeln....

    Mein wichtigstes Argument gegen den Verbrauchspass ist, dass dieser mit anderen Gebäuden nicht vergleichbar ist, da die "Randbedingungen" (Nutzerverhalten) immer verschieden sind.

    Der Bedarfsorientierte Ausweis spiegelt sicher nicht die Realität wider....ist jedoch mit anderen Bedarfsausweisen vergleichbar, weil die selben Randbedingen angesetzt werden.
  • Jürgen Klaus
    Jürgen Klaus    Premium Member
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    Dieses Thema wird uns noch eine Zeit beschäftigen.
    Dennoch kann ich aus Erfahrung sagen, dass etwa zweidrittel aller Erstkontakte sich davon überzeugen lassen, entgegen ihrem ersten Wunsch - nämlich dem Verbrauchspass, einen bedarforientierten Energieausweis ausstellen zu lassen. Hier sind wir als Energieberater gefragt fachkundige Beratung zu leisten! Folgende Argumente überzeugen die meisten Kunden:

    1. Ein bedarfsorientierter Ausweis stellt unabhängig vom Nutzerverhalten einen einigermaßen verlässlichen Kennwert dar, der Streitigkeiten über hohe und überhöhte Nebenkosten vermeidet. Der Mieter ist im Vorfeld über die jährliche Belastung aufgeklärt! Der Mieter kann anhand des Dokuments sogar sein eigenes Verbrauchsverhalten bewerten und gegebenenfalls mit seinem Nutzerverhalten reagieren.
    2. Da nahezu alle Altbauten (grob alles vor 1985) ohnehin im orangenen und roten Bereich angesiedelt ist, sind die meisten Eigentümer froh über alle Vorschläge, die auch mit geringen oder mäßigen Investitionskosten ihr Haus aufwerten. Hier geht es vor allem um Vermietbarkeit und Werterhalt. Nicht jeder will irgendwann nur noch an das Sozialamt vermieten.
    3. Solche minimalinversiven Eingriffe können aber nur dann glaubhaft und vernünftig vorgeschlagen werden, wenn ein Fachmann vor Ort war und sich ein Bild der Gesamtsituation verschafft hat. Jedes Gebäude ist individuell und auch auf einem unterschiedlichen Sanierungsstand. Es gibt hier leider keinen vorgefertigten und grundsätzlich gültigen Maßnahmenkatalog. Solche kleineren Eingriffe können einerseits technisch orientiert sein z.B. Ersatz alter Heizungspumpen, Dämmung der Heiz- und Warmwasserrohre im unbeheizten, hydraulischer Abgleich usw., aber auch baulicher Natur sein z.B. Dämmung der obersten Geschossdecke oder der Kellerdecke, Verfüllen der alten Rollladenkästen, Austausch von alten Haustüren, Ersatz von durchgestoßenen Briefkästen uvm. Wichtig beim baulichen Ansatz ist die Berücksichtigung der Bauphysik. Fenster, Außenwand und Lüftung sind möglichst immer als Gesamtkonzept zu sehen und somit sehr kostenintensiv. Die Heizung selbst sollte, wenn möglich immer als letztes betrachtet werden, um spätere Überdimensionierungen zu vermeiden.
    4. Der Fachmann vor Ort sieht auch sich entwickelnde oder schon offen aufgetretene Bauschäden. Viele Bauschäden werden vom Eigentümer leider aufgrund der oft schleichenden Entwicklung nicht früh genug oder gar nicht als ernstes Problem erkannt. Hier können wir den Kunden vor drohenden späteren Investitionsfallen zumindest warnen. Das gilt vor allem für den Bereich Dach, Keller und Sockelbereich.

    Dies sind nur einige von vielen Argumenten. Doch sind viele Kunden bereit einen bedarfsorientierten Ausweis anzufordern, wenn sie nur ausreichend über das Thema informiert wurden. Kunden die diesen Argumenten nicht zugänglich sind wirklich entweder auf der "Billigschiene" oder gesteigert Beratungsresistent und somit kein Kunde für unser Büro. Verbauchsausweise werden im Wohngebäudesegment von uns grundsätzlich nicht ausgestellt.

    Ich hoffe diese Argumentationskette kann auch Ihnen helfen mehr Eigentümer zu überzeugen.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Jürgen Klaus
  • Helmut König
    Helmut König    Premium Member   Group moderator
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    Hallo Herr Klinkert

    Also eher ein Marketinginstrument als ein Hilfsmittel zur Energieberechnung. Eine Kollegin von Ihnen weist Kunden bei Ausstellung eines verbrauchsorientieren Ausweises ausdrücklich darauf hin, was sie da gerade von ihr "für einen Mist" gekauft haben.

    Wenn man für ein Marketinginstrument noch Geld bekommt, ist das sogar schon ungewöhnlich

    Schönen Gruß

    Helmut König
  • Dietmar Körner
    Dietmar Körner    Premium Member
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    Sehr geehrte Kollegen und interessierte Mitglieder,

    daß der Verbrauchsausweis nicht aussagekräftig ist, ist ja weitgehend bekannt.

    Ich habe letztens eine Stellungnahme eines Kollegen gelesen (unter http://www.enev-check.de):

    - " Nur im Bereich "Bedarfs-Energieausweis" bin ich Ihnen sehr behilflich, der "Verbrauchs-Energieausweis" wird von mir wegen seiner "Untauglichkeit" weder angeboten noch durchgeführt! " -

    So halte ich es auch mit dem Verbrauchsausweis. Meiner Meinung nach ist der Verbrauchsausweis nur so vom Markt zu bekommen, wenn er von den qualifizierten Energieberatern boykottiert wird.

    Der breiten Bevölkerung wird dann zumindest vermittelt, was die qualifizierte Fachwelt von dem Stück Papier hält.
    Es wird immer wieder Anbieter geben, die wissen, daß bei manchen Kunden Geiz geil ist . Lassen wir Sie doch.

    Es gibt auf dem Bau bereits genug Pfusch und Ungereimtheiten, da muß man doch dafür nicht auch noch Diplome ausstellen .


    Dietmar Körner
    This post was modified on 29 Jul 2008 at 04:32 pm.
  • Helmut König
    Helmut König    Premium Member   Group moderator
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    Hallo Herr Körner

    eine Kollegin von Ihnen stellt Verbrauchsausweise aus, sie läßt den Kunden aber unterschreiben, welchen Unsinn er gerade bei ihr gekauft hat.

    eine schöne Alternative, so hat sie einen Kontakt zu Kunden, die sie weiter beraten kann

    Eine weitere Alternative wäre, die Kosten für einen Bedarfsausweis mit auf den Ausweis folgenden Aktivitäten zu verrechnen.

    Ich kenne ein Beispiel, wo ein Kunde mit einem ordnungsgemäß abgerechneten Bedarfsausweis allein gelassen worden ist und dann große Baufehler bei der Umsetzung der Analyse begangen hat. Das eigentliche Geschäft für den Energieberater und der eigentliche Nutzen für den Hauseigentümer beginnt ja erst nach dem Ausweis bei der Umsetzung.

    Es gibt eine Menge Unsicherheit im Markt beim Verbraucher, ich bin nicht sicher, ob wir dies durch Verweigerung weg bekommen

    Schönen Gruß
    Helmut kÖNIG
  • Dietmar Körner
    Dietmar Körner    Premium Member
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    Hallo Herr König,

    ich möchte niemanden persönlich angreifen, und ich hoffe doch, daß ich richtig verstanden werde, aber wenn ich den Kunden unterschreiben lasse, daß er Unsinn gekauft hat, macht dies dann die Leistung besser, oder habe ich dann dem Kunden Unsinn verkauft.

    Gerade diese Kunden, sind doch dann meiner Meinung schon alleine gelassen, und haben dies dann auch noch schriftlich. Da fragt sich der Kunde doch warscheinlich von selbst, was er da soeben gekauft hat.

    Ich möchte hier niemandem vorschreiben, wie oder welche Ausweise er ausstellt.
    Von den Online- Energieausweisen halte ich sowieso nichts, da ich keine Ferndiagnosen mache. Aber bevor ich einem Kunden einen in meinen Augen unnützen Verbrauchsausweis ausstelle, soll er doch gleich den für 20,- € im Internet bestellen.

    Hab ich z.B. den Verbrauch eines Hauses durch die Abrechnungen dokumentiert, bedeutet dies nicht unweigerlich, neue Fenster, neues WDVS, gedämmtes Dach, oder alternative Heizung als Lösungsansatz für eine Modernisierung. Manchmal ist durch einen einstündigen Rundgang durch ein Gebäude vielleicht auch zu klären ob die Heizung richtig eingestellt ist, ( z.B, hydraulischer Abgleich, wenn technisch möglich, Neueinstellung der Heizung, durch Wartung) feuchte Wände haben einen größeren Wärmedurchgang, Wärmebrücken, welche kostengünstig zu mindern sind, verschwenderisches Lüftungsverhalten, oder verschwenderisches Heizungsverhalten, usw. usw.usw.
    Mit diesen Aussagen schaffe ich beim Kunden Vertrauen, vielleicht spart der eine oder andere auch schon durch manche Aussage die Kosten des Energieausweises in der nächsten Heizperiode ein, und bei diesem Aufwand ist der Sprung vom Verbrauchsausweis auf den Bedarfsausweis nicht mehr groß. Außerdem sind nach 10 Jahren die Daten des Gebäudes vorhanden, dann kostet der neue Energieausweis nur ein Apfel und ein EI. Dann hat der Kunde das Geld gespart. Oder bei einer Sanierung, Energieberatung etc.
    Bei einer vernünftigen Argumentation leuchtet dies den meisten Kunden ein.
    Man sollte auch berücksichtigen, wenn man einen Bedarfsausweis ausstellt, daß die Kunden oftmals geringere Heizmengen benötigen als wir pro m² errechnen, und dementsprechend die Wirtschaftlichkeit verschiedener Sanierungsmaßnahmen unter diesem Aspekt überprüfen.

    Die Baufehler, welche in Ihrer Argumentation aufgetreten sind, sind in meinen Augen ein zweites paar Schuhe, da
    a) Bauleitung sowieso jeder Bauherr kann und
    b) viele Energieberater, welche Energieausweise ausstellen, leider keine Bauleiter ( Architekten, Ingenieure, Bautechniker, Sachverständige) sind. Oftmals bieten diese nur eine "Baubetreuung" an, da Ihnen das detaillierte Wissen fehlt.

    Ich hoffe mit meinen Aussagen niemand persönlich getroffen habe und sollte dies der Fall gewesen sein, so liegt das nicht in meiner Absicht.

    Weiterhin hoffe ich nicht überheblich gewirkt zu haben.
    Ich bin noch neu hier und muß mich erst noch an die gepflogenheiten in Ihrer Gruppe gewöhnen. Vor allem muß ich lernen mich kurz zu fassen.

    einen schönen Gruß

    Dietmar Körner
 
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