Moderne Zeitarbeit - iGZ

Moderne Zeitarbeit - iGZ

This thread has been closed so unfortunately you can't post here any more.

Posts 31-32 of 32
  • Post visible to registered members
  • Thorsten Rensing
    Thorsten Rensing    Premium Member   Group moderator
    The company name is only visible to registered members.
    11 Apr 2011, 1:20 pm
    Re^14: AÜG-Reform im Bundestag
    Hallo Herr Fortenbacher,

    auch zum Thema vorübergehende Beschäftigung hat Herr Düwell eine Meinung, die nicht zwingend richtig sein muss. Denn (wieder aus dem Aufsatz von Schüren zum Thema Richtlinie - auf den sich Düwell u.a. stützt):

    "...Nach Wegfall der Höchstüberlassungsdauer von § 3 Abs. 1 Nr. 6 AÜG a. F. durch das Erste Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt v. 23.12.2002 könnte man meinen, dass auch dauerhafte Arbeitnehmerüberlassungen nach deutschem Recht zulässig sind und das AÜG insoweit nicht mit Art. 1 Abs. 1 und Art. 3 Abs. 1 lit. e) der LA-RL vereinbar ist. Entsprechende Bedenken sind jedoch unbegründet. Nach richtiger Ansicht hat Arbeitnehmerüberlassung gem. § 1 Abs. 1 Satz 1 AÜG als ungeschriebenes Tatbestandsmerkmal auch nach Aufhebung von § 3 Abs. 1 Nr. 6 AÜG a. F. zur Voraussetzung, dass keine Arbeitsvermittlung vorliegt(...). Ein dauerhafter Einsatz eines Leiharbeitnehmers bei einem Entleiher ist somit schon nach geltender Rechtslage kein Fall der Arbeitnehmerüberlassung, sondern stellt (eine nicht nur vermutete) Arbeitsvermittlung dar, mit der Folge, dass ein Arbeitsverhältnis unmittelbar zum Entleiher begründet wird. ..." (AUR Ausgabe 1. 2010).

    Selbst Prof. Schüren geht also auch da von einer richtlininenkonformen Auslegung aus. Auch hier keine Probleme seitens des "neuen" AÜG. Ich persönlich glaube, dass die Politik vor einer starren Grenze zurückgeschreckt ist, und - hier gebe ich Prof. Düwell recht - die Herausforderung den Richtern vor die Füße gelegt hat. Schön ist da was anderes, aber eben kein Verstoß. Warum wird der eigentlich immer gesucht?

    Persönlich habe ich mich immer gewundert, wie die von Ihnen zitierte Gemengelage zustande kommen konnte - und was die Zeitarbeit da verloren hatte. Mindestlohn (generell, für alle) gehört für mich zusammen mit den Hartz IV Sätzen - absolut. Alleine schon wegen dem Lohnabstandsgebot. Aber die Zeitarbeit? Das plötzlich Ministerpräsidenten das "ausschachern" mussten, ist für mich nur ein weiterer Beweis das dieses Feld in die Tarifautonomie gehört, oder glauben Sie wirklich, das Seehofer und Böhmer dieses Feld auch nur annähernd überblicken? Nie im Leben - das sollen doch bitte die Tarifprofis machen.

    Viele Grüße

    Thorsten Rensing
    This post was modified on 11 Apr 2011 at 04:13 pm.
 
Sign up for free: