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  • Rolf Schmoldt
    Rolf Schmoldt    Premium Member
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    Nun ja ... wenn wir nun wieder bei den Kosten angekommen sind, dann sollten wir auch ALLE Kosten einbeziehen, u.a. auch die Kosten für Schutz und Gegenmaßnahmen für erfolgte Hacks.

    So gibt mir der vor einigen Wochen erfolgte Hack beim holländischen CA DigiNotar doch erheblich zu denken.

    http://www.heise.de/security/meldung/Ueber-500-Zertifikate-A...

    Der durch diesen Hack enstandene volkswirtschaftliche Schaden (auf volkswirtschaftliche Kosten wird ja durch die EU Bezug genommen) scheint mir nicht unerheblich zu sein ... neben den notwendigen Aktualisierungen der Zertifikats-Sperrlisten.

    Aber vielleicht sind das ja nur Fehleinschätzungen und Ängste eines Einzelnen oder ist es vielleicht doch richtig, dass sich nicht nur in Italien bereits mafiöse Strukturen damit beschäftigen, sich selbst Zertifikate auszustellen, um sich damit nicht nur in Deutschland den Anschein einer "geprüften" digitalen Existenz zu verschaffen.

    Sorry, wenn ich damit ein klein wenig von den rein rechtlichen Aspekten abgewichen bin. Ich bin jedenfalls froh, mir einen alternativen Weg aussuchen zu dürfen ... was nicht nur für elektronische Rechnungen gilt.

    So wie man nach 9/11 fälschlich argumentiert hatte, mit elektronischen SIgnaturen käme man Terroristen auf die Spur, so hat man eben diesmal (zumindest teilweise) ebenso falsch argumentiert, man könne irrsinnige Kosten sparen. Ich kann mir zumindest Zeit sparen, die ich für die Beurteilung eines auf Signaturen basierenden Systems aufbringen müsste.

    Dabei wird leider übersehen, dass es eigentlich um etwas ganz Anderes ging: den Anspruch derjenigen digitalen Signatur-Freaks zu brechen, auf Zertifikaten basierende elektronische Signaturen seien das ALLEINIGE Allheilmittel in Bezug auf Identifizierung bzw. Nachweis der Herkunft.

    Das ist zumindest schon mal geschafft und ich bin froh darüber, dass die "Diktatur des Zertifikats" endlich auf dem Rückzug ist. Wer Verfahren einsetzen möchte, die auf elektronischen Signaturen mit Zertifikat basieren, der soll dies auch dürfen und können. Wer das nicht möchte, der soll auch eine alternative Möglichkeit haben.

    Mit freundlichen Grüßen

    Rolf Schmoldt
    Signature Perfect KG
    This post was modified on 26 Sep 2011 at 12:58 pm.
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  • Rolf Schmoldt
    Rolf Schmoldt    Premium Member
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    Auf Kommentare von Herrn Engelbert, die sich mit meinen Beiträgen auseinandersetzen, antworte ich nicht.

    Erläuterung dazu finden Sie hier:

    https://www.xing.com/net/informationlifecyclemanagement/lega...

    mfg

    Rolf Schmoldt
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  • Jan C. Wendenburg
    Jan C. Wendenburg    Premium Member
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    Sehr verehrte Diskussionsteilnehmer/innen,

    es ist vollbracht und die erwartete Änderung bei elektronischen Rechnungen ist von EU Recht in deutsches Recht umgewandelt worden. Dieses Thema wurde bisher sehr emotional, oft sachlich, machmal auch unsachlich diskutiert. Ich hoffe dass sich nun die Aufregung legt und die praktische Umsetzung in den Vordergrund tritt. Daher möchte ich nachfolgend nochmals die aktuelle Situation zusammenfassen.

    An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass wir NICHT einseitig "pro Signatur" argumentieren weil wir solche Services anbieten. Wir beraten zur Zeit und auch zukünftig gern Unternehmen auch zur elektronischen Rechnung "ohne Signatur". Jedoch sind damit auch Konsequenzen verbunden, welche u.a. nachfolgend etwas beleuchtet werden.

    Mit dem Gesetz setzt die Bundesregierung die Vorgaben der neuen EU-Richtlinie (2010/45/EU vom 13. Juli 2010) zur Änderung der bisherigen EU-Mehrwertsteuerrichtlinie (2006/112/EC) national um. Die Änderungen für das Umsatzsteuergesetz gelten nach Veröffentlichung und ermöglichen Unternehmen die Wahl zwischen drei Verfahren zur Sicherung des Vorsteuerabzugs bei elektronischen Rechnungen.

    Das Bundesfinanzministerium akzeptiert nun die folgenden drei Verfahren zum elektronischen Rechnungsaustausch:

    A) Elektronische Signaturen basierend auf einem qualifizierten Zertifikat
    B) Einsatz von standardisierten EDI-Verfahren
    C) „innerbetriebliche Kontrollverfahren“, die die Echtheit der Herkunft und Unversehrtheit des Inhalts gewährleisten

    Eine garantierte, einheitliche EU-weite Anerkennung elektronischer Rechnungen ist ohne landesspezifische Steuerrisiken jedoch weiterhin nur auf Basis qualifizierter Signaturen oder EDI Verfahren gewährleistet. Dies betont auch das Ministerium speziell in der Begründung des Steuervereinfachungsgesetzes (s. Begründung zu Artikel 5, Nummer 1, Buchstabe b).

    Im Steuervereinfachungsgesetz öffnet das Bundesfinanzministerium als neuen dritten Weg zusätzlich die Verwendung „innerbetrieblicher Kontrollverfahren“ und erfüllt damit die Auflagen der Europäischen Union. Das Ministerium lässt, wie übrigens auch die aktuelle EU Council Directive (2010/45/EU), völlig offen wie die neuen „innerbetrieblichen Kontrollverfahren“ ausgestaltet werden müssen, um die Echtheit und Herkunft von elektronischen Rechnungen zu garantieren. Dadurch trägt der Steuerpflichtige über Jahre das Risiko der Anerkennung seiner "selbstdefinierten" innerbetrieblichen Kontrollverfahren.

    Trotz der bestehenden Risiken kann der neue Weg über innerbetriebliche Kontrollverfahren für kleinere, nicht international tätige, Unternehmen eine Alternative darstellen. Integrität und Authentizität der Rechnungen sind aber auch hier immer sicherzustellen.

    Unserer Ansicht (und die vieler Fachleute) nach bleibt die Signatur bleibt daher wirtschaftlichste Mittel besonders im internationalen eInvoicing. Speziell für international tätige Unternehmen ist die qualifizierte Signatur (neben EDI) jedoch zumeist das wirtschaftlichste und effektivste Mittel, um elektronische Rechnungen vollautomatisch und gesetzeskonform auszutauschen.

    Grund dafür ist, dass innerhalb der EU erhebliche Unterschiede in der Auffassung bestehen, wie ein „innerbetriebliches Kontrollverfahren“ ausgestaltet sein muss. Eine EU-weite Harmonisierung „innerbetrieblicher Kontrollverfahren“ ist nicht absehbar und erfordert daher für jedes Land eine individuelle Betrachtung und Umsetzung.

    Darüber hinaus ist in anderen Ländern, wie z.B. der Schweiz, Israel oder Lateinamerika, der Einsatz elektronischer Signaturen zwingend für den elektronischen Rechnungsaustausch vorgeschrieben. Die Nutzung alternativer Verfahren, wie z.B. „innerbetrieblicher Kontrollverfahren“ ist in diesen Ländern ausgeschlossen.

    Für international tätige Unternehmen bleibt die elektronische Signatur (neben EDI) somit das einzige Mittel um elektronische Rechnungen international, gesetzeskonform und wirtschaftlich sinnvoll austauschen.

    HINWEIS: Revisionssichere Archivierung elektronischer Rechnungen bleibt Pflicht
    Unabhängig vom eingesetzten Verfahren müssen Rechnungsversender und -empfänger elektronische Rechnungen mindestens 10 Jahre revisionssicher, d.h. auf einem unveränderbarem Speicher, aufbewahren. Ein Ausdruck in Papierform ist nicht zulässig. Auch dies stellt das Bundesfinanzministerium in seinen FAQ (Frequently-Asked-Questions) klar. Die Archivierung kann im Unternehmen selbst, unter Verwendung geeigneter revisionssicherer Speichermedien, oder bei einem Archivdienstleister, z.B. per Online Archiv, erfolgen.

    Mit den besten Grüßen,
    Jan C. Wendenburg
    AuthentiDate International AG
    http://www.AuthentiDate.de
    http://www.signamus.de
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  • Rolf Schmoldt
    Rolf Schmoldt    Premium Member
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    Kurze (abschließende) Ergänzung:

    Für das vom Bundesrat am 08.07.2011 abgelehnte und daraufhin angepasste Steuervereinfachungsgesetz haben Bundestag und Bundesrat am 21.09.2011 im Vermittlungsauschuss des Bundesrates eine Einigung erzielt. Am 23.09.2011 wurde das angepasste Steuervereinfachungsgesetz sowohl vom Bundestag als auch vom Bundesrat gebilligt. Das Gesetz ist am 01.11.2011 in Kraft getreten und am 04.11.2011 im Bundesgesetzblatt verkündet worden.

    Hier die entsprechenden Quellen und Links:

    http://gesetzgebung.beck.de/news/steuervereinfachungsgesetz-...
    http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_128726/DE/BMF__Star...
    http://www2.nwb.de/portal/content/ir/beitraege/beitrag_11881...

    Historie (Quelle NWB):

    09.12.2010: Einigung im Koalitionsausschuss
    20.12.2010: BMF legt Referentenentwurf vor
    02.02.2011: Kabinettbeschluss
    18.03.2011: 1. Beratung im Bundesrat
    24.03.2011: 1. Lesung im Bundestag
    09.06.2011: 2./3. Lesung im Bundestag
    08.07.2011: Bundesrat stimmt Gesetzentwurf nicht zu
    21.09.2011: Einigung im Vermittlungsausschuss
    23.09.2011: Bundestag und Bundesrat stimmen dem Gesetz zu
    04.11.2011: Steuervereinfachungsgesetz 2011 im BGBl I S. 2131 verkündet

    Die für diese Diskussion relevante Anpassung des Umsatzsteuergesetzes (USTG) ist zu finden unter Artikel 5 des Steuervereinfachungsgesetzes (siehe PDF-Link oben). Die Anpassung des USTG ist rückwirkend zum 01.07.2011 gültig.
  • Bernd Hoyer
    Bernd Hoyer
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    Guten Tag, geschätzte Diskutanten.

    Ich bin erstaunt, dass das Thema immer noch "lebt"!

    Es scheint eine Art Untote zu sein, die immer noch herumgestert, besonders weil sich die Argumente, wenn man in diesem Forum zurückblättert, nicht wesentlich geändert haben.

    Die Frage drängt sich auf, IST EIN ENDE DER DISKUSSION ABZUSEHEN????

    Herzliche Grüsse aus dem sonnigen Darmstadt und alles Gute in 2012

    MfG B. H.
 
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