Knowledge Management

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  • Boris Jäger
    Boris Jäger    Group moderator
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    Soelberg, Christian
    Wissenskapital als Instrument der strategischen Unternehmensführung
    GITO, 2011, 233 S., ISBN-13: 9783942183512
    Vorschau: http://books.google.de/books?id=ecWIU9chxRsC


    Beschreibung:
    Im Zuge der Diskussion um den hohen Stellenwert und die Wettbewerbsrelevanz von Wissen hat das Thema Wissensmanagement in Unternehmen und anderen Organisationen eine zunehmende Einbeziehung in die Prozesse des strategischen Managements erfahren. Unter diesem Blickwinkel hat sich auch vermehrt die Frage nach dem Wissenscontrolling bzw. nach der Bewertung der Effektivität und Effizienz von Aktivitäten des Wissensmanagements gestellt. Ein Ansatz, der diese Herausforderung aufgreift und die Bewertung von Wissen mit einer strategischen Perspektive zu verbinden sucht, ist die Wissensbilanz. Ein Problem stellt jedoch die Darstellung von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen bzw. von Voraussetzung-Folge-Zusammenhängen dar. Die in diesem Buch vorgestellte Methode leitet die Anforderungen für eine Wissensbilanz aus der Vision und den Strategien des Unternehmens her und bettet somit Wissensbestände in die Strategien eines Unternehmens ein.
    This post was modified on 15 Dec 2012 at 02:51 pm.
  • Irene Meyer
    Irene Meyer    Premium Member
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    In seinem Buch „Wissenskapital als Instrument der strategischen Unternehmensführung“, 2012 erschienen im GITO-Verlag, befasst sich Christian Soelberg eingehend mit dem Begriff des Wissens als viertem Produktionsfaktor. Der Terminus Wissen wird von der Definition über die Identifikation bis hin zu den differenzierten Bewertungsmethoden des Intellektuellen Kapitals in Form von unterschiedlichen Ansätzen und Instrumenten expliziert. Dabei setzt SOELBERG sich kritisch mit den Begrifflichkeiten Wissen, Wissenskapital und Wissensbilanz aus¬einander und spricht damit Leser an, die sich als Wissensarbeiter verstehen oder einen Ein¬stieg bzw. Überblick in die Welt der immateriellen Werte suchen.

    Die Erkenntnis, dass das Wissen ein Produktionsfaktor ist, der sich bei regem Gebrauch auch vermehrt und zur Kreativität und Innovationen führt, ist bereits von Managern identifiziert worden.(1) Das Leben in einer Wissens- und Informationsgesellschaft stellt ganz andere Anforderungen an die heutige Unternehmensführung und erfordert mehr denn je ein Wissensmanagement, das gezielt Daten, Informationen, Prozesse, Prozessbeschreibungen, Patente, Marken, aber auch das kognitive bzw. implizite Wissen erfasst, umsetzt und sogar misst.

    Das Wissen zu managen ist eine Führungsaufgabe, die vornehmlich im Personalwesen, der strategischen Planung, dem strategischen Marketing oder sogar in der Unternehmensleitung verankert ist. Hier werden die zukunftsorientierten Entscheidungen, bezogen auf die strategische Ausrichtung und Vision für das Unternehmen, gefällt. Die Wissensbilanzierung stellt ein internes Steuerungsinstrument für das Intellektuelle Kapital (IK) bzw. Wissenskapital (SOELBERG) dar und kann ebenfalls als Kommunikationsinstrument gegenüber Mitarbeitern bzw. Stakeholdern und Shareholdern eingesetzt werden. Wissen unterliegt einem Wandel an Anpassungen und Veränderungen der technologisierten Welt, deren Menschen und Netzwerken.

    So beschreibt SOELBERG die Methoden von unterschiedlichen Wissenschaftlern wie TOBIN, EDVINSSON, ANDRIESSEN, STEWART, SVEIBY, ROOS und KAPLAN/NORTON, um nur einige zu nennen, die seit mehr als zwanzig Jahren in Europa nach einer Standardisierung des Verfahrens zur Bewertung und Messung des IK suchen. Einerseits soll in Unternehmen ein kostengünstiges und veritables System implementiert werden können, das den gesetzlich geplanten Änderungen der IFRS-Rechnungslegung genügt. Andererseits soll der Anreiz zu Innovationen gegeben werden, die für die Unternehmen die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit bedeuten.

    Die Managementaufgaben sollen durch verschiedene Methoden, Instrumente, Darstellung von Wirkungsnetzen, durch Wirkungscontrolling und durch den Einsatz von Software unterstützt werden. Durch Analyse der Stärken und Schwächen können die Chancen und Risiken eines Geschäftsmodells von der Führungsebene besser eingeschätzt und über einen langfristigen Zeitraum geplant werden. SOELBERG beschreibt die Anforderungen und Wirkungsweisen der Bewertungsverfahren in den Wissensbilanzen für das Human-, Struktur-, Beziehungs- und Prozesskapital in Verbindung mit den strategischen Zielen und den Finanzkennzahlen. SOELBERGS Diskussion über die unterschiedlichen Ansätze stellt einerseits die Entwicklung der Wissensbilanzen heraus, zeigt aber auch die Fähigkeiten und Defizite der verschiedenen Instrumente auf. Durch den Vergleich der Methoden versteht der Leser den Entwicklungsprozess und die Probleme, die sich durch die Komplexität der Vorgehensweise mittels Indikatoren von Einzelkomponenten und Wech¬sel-Wirkungs-Netzen ergeben. Eine einfache Konsolidierung von Kennzahlen deckt vielleicht die quantitative und monetäre Sicht ab, jedoch verwischt eine Verdichtung die qualitativen Indikatoren, die das Ergebnis der IK-Analyse explizierte. (2)

    SOELBERG beschreibt im vierten Kapitel die Anforderungen zur Automatisierbarkeit der Identifikation, Messung und Bewertung von Wissenskapital, die er mit anschau¬lichen Abbildungen ausführt. Die Darstellungen sind gelegentlich etwas zu klein, was das Lesen und damit Verständnis der komplexen Zusammenhänge leicht beeinträchtigt. Der gute strukturelle Aufbau des Buches wird durch ein fehlendes Stichwortverzeichnis etwas getrübt. Die langen Ausführungen und unterschiedlichen Definitionen der Termini Wissen und Wissensbilanzierung in dem zweiten Kapitel, die durchaus ihre Berechtigung haben, können den Leser irritieren. Ihre Herkunft rührt aus dem anglo-amerikanischen Raum von den Intangible Assets, die seit dem Jahr 2000 in der US-GAAP-Rechnungslegung verankert sind, und im Gegensatz zur IFRS-Rechnungslegung stärker in den Unternehmensabschlüssen einbezogen werden. Für den deutschsprachigen Raum wurde mit Wissensbilanzen ein Terminus gewählt, der in Ergänzung zur Finanzbilanz und in Abgrenzung zum Lagebericht gem. § 289 HGB stehen sollte. Andererseits ist er seit 2002 im Österreichischen Universitätsgesetz (3) verankert und hat auch nur dort Gültigkeit. (4)

    Zusammenfassend stellt das Werk über das „Wissenskapital als Instrument der strategischen Unternehmensführung“ mit kleinen Einschränkungen ein gut verständliches Handbuch dar. Es vermittelt einen guten Überblick über die Entwicklungsgeschichte und den Prozess der Wissensbilanzierung, ihren Zukunftsperspektiven und den wesentlichen Ansätzen zur Bewertung des Wissenskapitals (Intellektuellen Kapitals). Eine Empfehlung zur Ergänzung der detaillierten Diskussionen zur Wissensbilanzierung ist das Buch von Mertins/Alwert/Heisig (Hrsg.) (2005): Wissensbilanzen – Intellektuelles Kapital erfolgreich nutzen und entwickeln; Springer Verlag.

    Literatur:
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    1) Vgl. Probst /Raub /Romhardt (2006): Wissen managen; Gabler Verlag

    2) Vgl. North, Grübel: Von der Intervention zur Wirkung: Das mehrstufige Indikatorenmodell , Seite 109-119, in Mertin/Alwert/Heisig (Hrsg.) (2005): Wissensbilanzen, Springer Verlag

    3) Vgl. Republik Österreich: lt. Bundesgesetzblatt I Nr. 120/2002; §§ 12, 13 Universitätsgesetz (UniStG) 2002 und im Internet über Bundeskanzleramt Rechtsinformationssystem (RIS)

    4) http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesn... abgerufen am 14.12.2012

    5) Vgl. Mertin/Alwert/Heisig: Wissensbilanzen – Intellektuelles Kapital erfolgreich nutzen und entwickeln, Seite 1ff, in Mertin/Alwert/Heisig (Hrsg) (2005): Wissensbilanzen, Springer Verlag


    Referenz:
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    Soelberg, Christian
    Wissenskapital als Instrument der strategischen Unternehmensführung
    GITO, 2011, 233 S., ISBN-13: 9783942183512
    Vorschau: http://books.google.de/books?id=ecWIU9chxRsC


    Über den Rezensenten:
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    Die Autorin Irene Meyer, Industriebetriebswirtin, absolviert seit November 2010 ein Studium der Betriebswirtschaft an der Steinbeis Hochschule Berlin mit dem Schwerpunkt Business Administration. Davor war sie viele Jahre in unterschiedlichen Bereichen im Siemens Konzern in Paderborn beschäftigt. Vor Beginn des Studiums war sie über 15 Jahre im Business Administration im Bereich Language Services (damaliger interner Übersetzungsdienstleister) für Rechnungsstellung, Berichtswesen und Controlling zuständig. Privat engagiert sie sich für den Erhalt der Stadtteilbibliothek in Schloss Neuhaus bei den SCHLOSSEULEN – Initiative für die Schlossbibliothek Schloß Neuhaus e.V.
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