Knowledge Management

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  • Simon Dückert
    Simon Dückert    Premium Member   Group moderator
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    Angelika Mittelmann:
    Werkzeugkasten Wissensmanagement.
    Books on Demand, 2011. 284 S., ISBN 978-3-8423-7087-6
    Voransicht: http://books.google.com/books?id=jIuZpoGsWhsC


    Inhalt: Der Werkzeugkasten Wissensmanagement enthält über 60 Methoden praxisnah erklärt. Das Auffinden der Methoden erleichtert der Semantische Raum des Wissensmanagements, in der jede Methode ihren spezifischen Platz findet.

    Das Buch ist in fünf Kapitel gegliedert. Das erste Kapitel umfasst den Semantischen Raum rund um die Entitäten Kompetenzen und Wissensträger. Es enthält Methoden, die bei der Entwicklung der eigenen Kompetenzen zum Einsatz kommen können. Das zweite Kapitel hat die Entitäten Kompetenzen und Organisationen im Fokus. In diesem Gebiet des Semantischen Raums sind Methoden für die Entfaltung organisationlen Lernens zu finden. Im dritten Kapitel stehen die Entitäten Beziehungen und Organisationen im Mittelpunkt. Dieses Teilgebiet des Semantischen Raums ist den Methoden rund um Beziehungsmanagement und Wissenskommunikation gewidmet. Das vierte Kapitel dreht sich rund um die Entitäten Wissensobjekte und Kategorien. Die Methoden in dieser Gegend des Semantischen Raums unterstützen bei der Wissensstrukturierung und dem -bestandsmanagement. Im fünften Kapitel sind die aufwändigsten Methoden rund um die Entitäten Prozesse und Organisationen versammelt. Sie decken ein ausgedehntes Gebiet des Semantischen Raums ab mit Methoden zur Einführung von Wissensmanagement, der Standortbestimmung von Wissensmanagement in einer Organisation bis hin zur Steuerung des intellektuellen Kapitals eines Unternehmens.

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    Anm. d. Red.: Eine weitere xingKM-Rezension zum Buch finden Sie unter https://www.xing.com/net/knowledgemanagement/literaturforum-...
    This post was changed on 29 Aug 2012 at 03:01 pm by Boris Jäger .
  • Dr. Helmut Barth
    Dr. Helmut Barth    Premium Member
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    Als ich vor einigen Wochen in Xing las, dass jemand für die Buchkritik dieser Neuerscheinung gesucht wird, dachte ich: „Das könntest Du eigentlich (auch mal wieder) machen“; denn schließlich habe ich einige Erfahrung im Wissensmanagement (WM): So war ich für die Einführung eines WM-Projekts auf Lotus Notes-Basis in einer großen Unternehmensberatung verantwortlich; und ich halte seit einigen Jahren Vorlesungen (in Englisch) für Master-Studenten zu diesem Thema.

    Kurzum: Ich nahm Kontakt zu Boris Jäger auf und Ende November 2011 hatte ich schließlich das Rezensionsexemplar in Händen.

    Ich habe das Buch nicht „von vorne bis hinten“ Wort für Wort gelesen, doch auch so ist mein Gesamteindruck positiv. Denn erstmals habe ich ein „richtiges“ (!) Buch in Händen, mit dem es sich gut arbeiten lässt und das es einem ermöglicht, sich in Ruhe mit möglichen WM-Werkzeugen zu befassen. Bisher habe ich mir diese Informationen über verschiedene Bücher bzw. über das Internet besorgt – im deutsch- und englischsprachigen, was allein schon „spannend“ ist wegen der zuweilen schwierigen Vergleichbarkeit der Begriffe. Wikipedia war und ist mir übrigens oft eine gute Quelle!

    Auf den ersten Seiten wird mit dem „semantischen Raum“ eine hilfreiche Klassifizierung angeboten, um die Werkzeuge zu kategorisieren. Dafür werden neun Entitäten verwendet: Wissensträger, Organisationen, Prozesse, Kompetenzen, Beziehungen, Wissensgebiete, Kategorien, Wissensobjekte, Orte. Die Werkzeuge werden in fünf Klassen eingeteilt: eigene Kompetenz, Organisationales Lernen, Beziehungen und Kommunikation, Wissensstrukturen und -bestände sowie Prozesse. In fünf 9-spaltigen Tabellen werden alle Werkzeuge den für sie relevanten Entitäten zugeordnet, sodass die (erste) Auswahl deutlich erleichtert wird.

    Im eigentlichen Textteil werden alle Werkzeuge nach einem einheitlichen Schema beschrieben: Nach einer Kurzbeschreibung unter Einbezug der wesentlichen zwei bis drei Entitäten werden die Methode, Ziel und Nutzen, Anwendung und Referenzen beschrieben. Dies ist äußerst hilfreich und nützlich. Insbesondere die Beispiele mit Graphiken sind ein guter Zugang zu auch unbekannteren Werkzeugen! Sie machen neugierig und animieren zum Weitersuchen in den angegebenen Referenzen! Das 10-seitige Inhaltsverzeichnis ist eine wertvolle Hilfe, um die verschiedenen Verwendungen der Begriffe zu identifizieren. Wünschenswert wäre zusätzlich noch ein Gesamtverzeichnis aller Referenzen.

    Alles in allem: Das Buch ist all denjenigen zu empfehlen, die sich ernsthaft mit dem Thema Wissensmanagement auseinandersetzen und es mittel- bis langfristig betreiben wollen. Der Kaufpreis von 25€ ist außerdem sehr günstig!

    Natürlich wird das eine oder andere vermisst, was ich mir in den vergangenen Jahren erarbeitet habe: So fehlen – zumindest in den Werkzeugen „an sich“ solche eigenständigen Themen wie Semantisches Netzwerk, Schemata, Skill Management, Thesaurus, Problemlösung, Kreativitätstechniken, Software-Lösungen und Quellen für internes und externes Wissen wie Genios oder gbi. Auch wäre mir eine Einteilung nach Werkzeugen für Wissensfeststellung/ -erhebung, Wissensgenerierung, Wissenstransfer, Wissensspeicherung/ -archivierung und Wissensbewertung noch nützlicher. Doch stellt ein Buch immer einen Ausschnitt aus einem Fachgebiet aus einer gewissen Perspektive dar. Und insofern ist das vorliegende Buch in jedem Fall eine deutliche Bereicherung „der Szene“.

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    Über den Rezensenten:
    Der Autor Dr. Helmut Barth hat in verschiedenen Branchen, Hierarchien und Sachgebieten gearbeitet. Wissensmanagement war ihm dabei schon früh ein Anliegen – gerade als Manager mit Personal- und Fachverantwortung im internationalen Umfeld. In seinen Vorlesungen versucht er die Studenten von den Vorzügen dieses nach wie vor schillernden Themas zu überzeugen. Denn auch hier gilt: „Der Weg ist das Ziel“. Besuchen Sie doch mal seine Web-Site: http://www.uhb-unternehmensberatung.de, auf der Sie u.a. die entsprechende Kursbeschreibung finden. Und Mitglied in Xing bin ich natürlich auch!

    Bonn, den 20. Dezember 2011

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    Anm. d. Red.: Eine weitere xingKM-Rezension zum Buch finden Sie unter https://www.xing.com/net/knowledgemanagement/literaturforum-...
    This post was changed on 24 Feb 2012 at 12:42 pm by Boris Jäger .
  • Stephan Tanneberger
    Stephan Tanneberger    Premium Member   Group moderator
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    Angelika Mittelmann: Werkzeugkasten Wissensmanagement.
    2011 Norderstedt: Books on Demand (284 S.) ISBN 978-3-8423-7087-6
    Voransicht: http://books.google.com/books?id=jIuZpoGsWhsC

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    Um gleich mein Fazit voran zu stellen: Ich würde dieses Buch als eines der ersten drei Bücher EinsteigerInnen ins Thema Wissensmanagement mitgeben, weil sie einen großen Ausschnitt aus der praktischen Arbeit erhalten und eine Ahnung davon gewinnen, wie umfangreich und komplex das Thema ist. Wer schon ein Jahr mit Wissensmanagement sich auseinandersetze, wird es allerdings nur der Übersicht halber vermissen, denn es bietet in einem ‚Kasten‘, was sonst verstreut liegt.

    Und ich schicke vorweg, dass ich als Arbeitsmethodiker ein besonderes Interesse an Werkzeugkisten und Methodenhandbüchern habe: zum einen will ich über den Gerbrauch informiert werden, zum anderen treibt mich ein Sammlerinteresse und ich suche nach Neuem. In letzterem enttäuscht mich das Buch von A. Mittelmann, denn es wird vieles, sattsam Bekanntes zusammengestellt. Wie fast alle Bücher zum Handwerkszeug ist auch dieses rückwärtsgewandt und präsentiert ein umfangreiches „Best of WM-Methoden“. Konsequenz und Manko: Für aktuelle Trends im Wissensmanagement – insbesondere Enterprise 2.0, oder überhaupt die digitalen Hilfsmittel (vgl. das Positionspapier der GfWM unter http://bit.ly/oTrPru) - finden sich keine Hinweise. Dabei wäre gerade hier ein hoher Aktualitätsdruck, dem die Autorin leider aus dem Weg geht. Wer schreibt uns dieses Buch auf der Höhe heutiger Fragestellungen?

    Das auffälligste ist zugleich das eigentlich Neue an der Sammlung. Frau Mittelmann führt die/den LeserIn in den „Semantischen Raum des Wissensmanagements“ ein, der sich über neun ‚Entitäten‘ spannt: Wissensträger; Organisationen; Prozesse; Kompetenzen; Beziehungen; Wissensgebiete; Kategorien; Wissensobjekte; Orte. Die Methoden in ihrem Werkzeugkasten fokussieren jeweils um eine Kombination von zwei Entitäten, was nicht verkompliziert, sondern lichtet. Es bleiben fünf ‚Fächer‘ des Werkzeugkastens (dem entspricht die Kapiteleinteilung), die jeweils 10 bis 14 Werkzeuge/Methoden aufnehmen: Kompetenzentwicklung; Organisationales Lernen; Beziehungen und Kommunikation; Wissensstrukturen und –bestände; Prozesse mit Wissensorientierung. Die auf den ersten Blick neuartige Einteilung lässt sich nach näherer Betrachtung leicht in die bekannten Wissensbausteine auflösen; leider wird nicht diskutiert, warum die neue Einteilung einen Fortschritt darstellen sollte.

    Hat man sich an die Konstruktion und Terminologie des Semantischen Raumes gewöhnt, soll man – so der selbst gestellte Anspruch des Buches – Werkzeuge/Methoden rasch finden. Ein erster Test anhand eines aktuellen WM-Auftrags lief bei mir ins Leere, denn die den Hauptentitäten zugeordneten Methoden entsprachen nicht den anvisierten Zielen. Dies mag an der insgesamt 62 Methoden umfassenden, damit aber auch begrenzten Sammlung liegen und somit kein durchschlagendes Manko sein. Bei einer zweiten Aufgabe landete ich allerdings treffsicher und alternativlos beim StoryTelling, was wenig überraschte, gern zumindest weiterführende Links gefunden hätte, und mich hier zur Bewertung der einzelnen Methodenbeschreibungen führt.

    Jede Methode erhält in ihrer Darstellung (jew. eine oder mehrere Seiten lang) eine Verortung im Semantischen Raum, eine definitorische Begriffserläuterung, „Ziele und Nutzen“ sowie eine Anwendungsbeschreibung. Meistens werden Buch-, Artikel- oder Link-Referenzen angefügt, gelegentlich auch ein Beispiel. Als Kurzbeschreibung, zur Hinführung von EinsteigerInnen durchaus legitim und ausreichend. Fortgeschrittene, insbesondere PraktikerInnen erfahren jedoch nichts Neues. Und daran knüpfte ich meine schärfste Kritik – wie immer in solchen Fällen auf einer großen Enttäuschung und Frustration beruhend.

    Angelika Mittelmann ist eine langjährige Praktikerin mit profunden Kenntnissen und ihre Stimme hat in der deutschsprachigen WM-Szene durchaus Gewicht. Sie setzt dies aber weder dazu ein, Bewertungen vorzunehmen und so den ‚Konstruktionsplänen von Werkzeugen‘ in ihrem Werkzeugkasten Leben einzuhauchen. Denn was sie (be)schreibt, ist nicht der gebrauchte und durch ablesbare Arbeit geadelte Hammer, sondern der Re-Konstruktionsplan á la IKEA-Anleitung eines Hammers. Das verhilft dem Unwissenden zu einem „Ach so“, leider den ServicetechnikerInnen nicht zu einem „Aha!“ in der Anwendungsphase. Zum anderen gibt es keinen Hinweis auf ihre eigenen Erfahrungen mit den Werkzeugen; kein „dabei haben wir gelernt …“ oder „man achte in folgender Situation auf …“ oder „würde ich heute anders einsetzen“. Mir ist das zu steril, mir fehlt der Baustellenstaub am Werkzeugkasten: Das ist die Besichtigung eines OP-Saals und wir sehen die vielen, verschiedenen Instrumente ohne Ahnung von deren situationsspezifischen Gebrauch. Damit ist mit diesem guten Buch eine wichtige Chance vertan, die in einem ‚Ergänzungsband‘ auch nicht mehr eingeholt werden kann. (Die Hoffnung, dass die Webseiten von Frau Mittelmann dies aufnehmen, ist mir Trost und an dieser Stelle auch eine Bitte.)

    So begründet sich mein Fazit vom Textanfang: Gut und wichtig für EinsteigerInnen, aber dann unnötig außer aus enzyklopädischen Gründen. Und dafür kennen wir im Wissensmanagement bessere Werkzeuge, als ein Buch im Regal.

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    Stephan Tanneberger ist als Organisationsberater für Wissensmanagement, Arbeitsmethodik und Community Management bundesweit tätig. Seit 1987 als Trainer, Dozent und Berater selbstständig, hat er sich auf die Wissensproduktivität von Einzelarbeitsplätzen und Teams in mittelständischen und kleinen Unternehmen spezialisiert. Aktuell stehen Wiki-Communities und Unternehmensübergabe-Prozesse im Zentrum seiner Arbeit.
    Lizenzierter Kompetenzentwickler (KODE/KODE-X®) und Team Management-Berater (TMS), Spezialist für Zielorientierung und Strategiebildung mit der Software meineZIELE.
    http://www.Der-Arbeitsmethodiker.de

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    Anm. d. Red.: Eine weitere xingKM-Rezension zum Buch finden Sie unter https://www.xing.com/net/knowledgemanagement/literaturforum-...
    This post was changed on 24 Feb 2012 at 12:43 pm by Boris Jäger .
 
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