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  • Mathias Bauer
    Mathias Bauer    Premium Member   Group moderator
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    Spieleerfinder Holger Lanz tüftelt ständig an neuen Ideen

    Für viele Menschen ist Spielen ein Zeitvertreib. Für Holger Lanz ist es eine Passion, die zu kreativem Schöpfen anregt. Er entwickelt Rollen-, Brett- und Kartenspiele und tüftelt gerade an einem Konzept zum spielerischen E-Learning.

    Manche Einfälle kommen eher nebenbei – etwa, wenn man zum Zeitvertreib während einer Hochzeitsfeier die Bauklötzchen des Neffen in die Hand nimmt. "Plötzlich dachte ich, wo gebaut wird, da will man einen Turm errichten und am liebsten selbst hinaufklettern", erinnert sich Holger Lanz. In seinem Hof in Alt-Nied zeigt er, wie er die Idee weiterentwickelte: Klötze von unterschiedlicher Größe und Farbfläche werden aufeinander gesetzt, damit sie die Spielfiguren springend oder mit der Leiter erklimmen können. "Die Aufsteiger" waren geboren.

    Spielend Geld verdienen

    Ein Name, der für die Ambitionen des Erfinders steht? Holger Lanz schmunzelt. "Eigentlich bin ich kein Karrieretyp, der es zu viel Ruhm und Reichtum bringen will. Ich will mit meiner Leidenschaft glücklich sein und andere glücklich machen." Mit Spielen Geld verdienen – das ist sicher ein Traum für Lanz, der hauptberuflich als Werbetexter arbeitet. So lange überlässt er es seinen "Männchen", neue Höhen zu erklimmen. Durchaus mit Erfolg: Der Freiburger Chili-Verlag verkauft "Die Aufsteiger" seit vier Jahren, hat inzwischen schon die zweite Auflage mit neuen sonnigen Farbtönen auf den Markt gebracht.

    "Das Tolle ist, dass man das Spiel wahlweise gegen- oder auch miteinander spielen kann", schwärmt Lanz. Entweder versucht jeder, mit seiner Figur am höchsten zu steigen, oder man baut zusammen einen neuen Rekordturm – 50 Zentimeter und mehr sind durchaus drin. Derweil holt Lanz grüne, gelbe und rote handgemalte Karten heraus und erklärt "Hexen versus Zauberer": "Bei diesem Kartenspiel geht es um unterschiedliche Grade, Zauberkräfte und Bonuspunkte, mit dem die Schüler den Rang eines Meisters erreichen können."

    Mit Freunden testen

    Gut zwei bis drei Monate braucht Lanz , um eine neue Spielidee zu entwickeln. "In dieser Zeit baue ich Dummys, für die ich handgemalte Spielpläne, einfache Pappkärtchen und Holzfigürchen verwende. Dann wird das Spiel erstmal im Freundeskreis ausgetestet." Wie lange dauert eine Runde, sind die Regeln verständlich? Stimmt die Mischung aus Spannung, Strategie und Glück? "Reine Denkspiele sind mir zu trocken. Sobald ein Würfel oder ein Ereignisfeld dem ganzen Ablauf eine überraschend Wende gibt, bekommt das Spiel einen neuen Kick." Inhaltlich ist er für jede Anregung offen, bastelt auch an Rollenspielen mit Fantasyhelden.

    "Auch die ersten Spiele, mit denen ich mich als Kind und Jugendlicher vergnügt habe, hatten mit Kampf, Strategie und Eroberung zu tun", erzählt Lanz. Damals, zu Beginn der 1980er Jahre, waren Brettspiele wie "Risiko" oder "Stratego" beliebt. Nach dem Abitur studierte Lanz Kunstpädagogik sowie Vor- und Frühgeschichte. Sein besonderes Interesse für den Aufstieg antiker Zivilisationen und Hochkulturen brachte ihn Mitte der 90er Jahre auf seine erste Idee: Aus "Die Siedler von Catan", dem Spiel des Jahres 1995, entwickelte er "Narmer", benannt nach dem ägyptischen Pharao. Es geht um die Sesshaftwerdung von Nomaden.

    Derweil absolvierte Lanz Ausbildungen als Baukeramiker und Werbetexter, arbeitete in Geschäften und machte sich als Freiberufler selbständig. Inzwischen textet er für einen Reisevermittler in Leipzig. "Brettspiele im Eigenverlag herauszubringen ist kaum möglich, denn man muss pro Spiel mindestens acht Euro Produktionskosten ansetzen", räumt er ein. Dafür brachten ihn Kollegen kürzlich auf einen neuen Einfall. "In vielen Branchen kommt es konzentrationsbedingt zu Fehlleistungen, die hohe Kosten verursachen." Sein Vorschlag: Kreative Spielideen, die wie "Memory" das Gedächtnis trainieren, werden bewusst im E-Learning eingesetzt, um in der Fortbildung die Ergebnisse des Arbeitsprozesses zu verbessern. Noch steckt das Konzept in den Kinderschuhen. Doch Lanz könnte eine Marktlücke für all jene Aufsteiger finden, die auf der Karriereleiter hoch hinaus wollen. Eben wie "Die Aufsteiger".

    "Die Aufsteiger" sind für 36 Euro online im Chili-Verlag erhältlich. Weitere Informationen unter http://www.brainpuul.de.


    Der Artikel wurde von Gernot Gottwals geschrieben.
 
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