TourismusMacher Mecklenburg-Vorpommern

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  • Christin Hannemann
    Christin Hannemann    Premium Member   Group moderator
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    Gevezin (dpa) - Die Tage des privaten Indianermuseums in Gevezin unweit von Neubrandenburg scheinen gezählt. „Es ist uns nicht gelungen, unsere Ausstellung wirtschaftlich rentabel am touristischen Markt zu positionieren“, sagt Friedrich Gehricke, Sohn des 81-jährigen Inhabers Karl-Heinrich Gehricke. Aufgeben wollen Vater und Sohn ihr Projekt allerdings nicht. Vielmehr sind sie auf der Suche nach einer anderen Immobilie für die mehr als 4000 Exponate.

    Die Ausstellungsstücke sind bislang auf 300 Quadratmetern in einem Gutshaus wenige Kilometer westlich von Neubrandenburg zu sehen. Das Indianermuseum gilt als die weltweit größte private Sammlung authentischer und originaler Gegenstände, die die Entwicklung der indigenen Bevölkerung Nordamerikas dokumentieren. Das neue Objekt sollte näher gelegen sein an weiteren Anlaufpunkten für Touristen, mit einer größeren Fläche aufwarten und zudem bezahlbar sein, sagt Friedrich Gehricke.

    Bisher werde das Museum von Besuchern gezielt aufgesucht, künftig solle aber noch mehr auf Laufkundschaft gesetzt werden. Viele Optionen hätten sich aufgetan, viele wieder zerschlagen. „Aber noch suchen wir weiter in Mecklenburg-Vorpommern.“
    Der Richter in Rente, Karl-Heinrich Gehricke, erfüllte sich vor fünf Jahren mit der Ausstellung in Gevezin einen Lebenstraum. Mehr als 40 Jahre lang bereiste er regelmäßig Nordamerika, knüpfte so kontinuierlich Kontakte zu den verschiedensten Indianerstämmen, gewann ihr Vertrauen und wurde oft von ihnen beschenkt. Die Gaben und auch Tauschobjekte stapelten sich in seiner Berliner Wohnung, bis er im Ruhestand gemeinsam mit seinem Sohn die Sammlung öffentlich machte.

    Beider Anliegen ist es, den Besuchern ein umfassenderes Bild von den Indianern zu vermitteln. „Das sind nicht nur die Menschen mit Pfeil und Bogen, es sind ganz andere Menschen mit einer verdammt schönen Philosophie“, sagt der 47-jährige Friedrich Gehricke. Wörter wie Neid, Gier, Eifersucht existierten gar nicht in deren Sprachgebrauch. „Würden wir alle uns auch nur Kleinigkeiten von den Indianern annehmen, könnten wir schon enorm viel erreichen“, sagt Gehricke.

    Während der Führungen machen die Gehrickes auch aufmerksam auf die heutige Situation der Stämme, auf ihre Armut in den Reservaten, auf fehlende politische Rechte und den Völkermord an der indigenen Bevölkerung. Davon sollen bald an einem neuen Standort noch mehr Menschen erfahren.

    SUSANNE MÜLLER
 
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