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Die 9 größten PowerPoint-Vorurteile

Wie viele öde, einschläfernde, sinnfreie oder unverständliche PowerPoint-Präsentationen haben Sie in Ihrem Leben schon ertragen müssen? Und wie viele haben Sie selbst schon gehalten? „PowerPoint is evil“ schrieb Yale-Professor Edward Tufte bereits 2003. Heute ist der Ausdruck „Tod durch PowerPoint“ bei Google 41.500 Mal gelistet. Durch langweilige, faktenlastige, überlange Präsentationen ist das eigentlich sinnvolle Instrument in Verruf geraten. Doch ist es wirklich immer die PowerPoint-Präsentation, auf die sich alles schieben lässt? Dies sind die gängigsten Vorurteile – und was wirklich dahintersteckt.

1. PowerPoint rettet den Vortrag

Stimmt der Inhalt oder die Vortragsweise nicht, kann das Präsentationsprogramm den Vortrag auch nicht mehr retten. Gerade für etwas unsichere Sprecher ist eine aufwändige Präsentation die perfekte Möglichkeit, sich zu verstecken. Aber Obacht, das lenkt schnell vom eigentlichen Vortrag ab. Das ist zwar verständlich, aber letztlich kontraproduktiv. Denn der Vortragende als Person muss sein Publikum von einer Idee oder einem Projekt überzeugen und die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die PowerPoint-Folien sollen ihn dabei nur unterstützen. Gäbe es einen Stromausfall, sollte der Vortragende so gut vorbereitet sein, dass er den Vortrag auch ohne die Folien halten könnte. Heißt: Thesen, Fakten, Zahlen und Schlussfolgerungen auswendig lernen! Das kann PowerPoint nicht übernehmen.

2. PowerPoint ist wie Paint

Eine schöne Form hier, ein herrlicher Farbverlauf da, ein Schatten dort – PowerPoint weckt den ein oder anderen Künstler. Es lässt sich sicherlich auch als das Malprogram nutzen, seine Stärken spielt es jedoch woanders aus: In der Visualisierung von Zahlenmaterial und der Darstellung von Abläufen. Im Gegensatz zu einem Malprogramm gibt es hier Vorlagen und Layouts, mit denen Sie das Erscheinungsbild der Folien standardisieren können.

Wie bereits erwähnt, soll die PowerPoint-Präsentation den Inhalten des Vortragenden nicht die Schau stehlen. Ein Tabu ist daher neben künstlerischem Chichi auch der Einsatz von Sound-Effekten – zumindest, wenn der Vortrag nicht im Kindergarten gehalten wird. Auch Animationen sollten sehr sparsam eingesetzt werden. Am besten nur dann, wenn es die Thesen wirklich anschaulicher macht. Übergangseffekte sind oft nicht mehr als “Eye-Candy“ und bringen die Rede nicht unbedingt voran. Im schlimmsten Falle lenken sie vom Redner ab. Ähnliches gilt für die beliebten Einblendeffekte einzelner Textzeilen. Die sorgen dafür, dass das Publikum wie gebannt auf die Präsentationen starrt, um bloß den nächsten Text nicht zu verpassen. Das beeinträchtigt aber die Konzentration auf die Inhalte.

3. Mehr ist mehr

Apropos Text: Viele Vortragende denken immer noch, das Publikum müsste das gesprochene Wort gleichzeitig mitlesen können. Die Wissenschaft hat aber schon länger festgestellt: Weniger ist auch hier mehr. Denn textlastige PowerPoint-Folien sind für das Publikum ein Gräuel. Viel Text sieht nicht nur schlecht aus, sondern zwingt die Zuhörerschaft zu langen Lesepausen. Und da die meisten Menschen eben doch nicht multitaskingfähig sind, können sie nicht gleichzeitig lesen und zuhören. Als Faustformel für die Textmenge gilt die „Sechser-Regel“: Pro Zeile nicht mehr als sechs Wörter, auf alle PowerPoint Folien nicht mehr als sechs Zeilen pro Folie.

4. ClipArt lockern die Präsentation auf

Wenn die mit Aufzählungspunkten versehenen Textwüsten selbst dem Vortragenden zu trocken erscheinen, muss schnell was Buntes dazu. Und die Tütensuppe der Illustration ist die ClipArt. Schnell eingefügt und schon sieht es so aus, als hätte der Vortragende in Sachen PowerPoint-Erstellung einiges auf dem Kasten. Am Ende der Präsentation folgt dann meistens die E-Mail-Adresse neben der Taube mit dem Briefumschlag im Schnabel. Lassen Sie lieber die Finger davon.

5. PowerPoint kann nichts

Das ist kein Vorurteil, das stimmt. PowerPoint kann genauso wenig wie ein Pinsel oder ein Hammer etwas können. Der Mensch dahinter muss etwas können und dann kann PowerPoint das passende Werkzeug sein – je nach Anforderung.

6. PowerPoint kann jeder

Digitale Werkzeuge üben einen Zauber aus, der leicht in Überschätzung mündet. Oft wird dann die Möglichkeit, etwas zu tun, mit der Fähigkeit, etwas zu tun, verwechselt. Oder hat schon jemand einen Literaturpreis gewonnen, nur weil er Buchstaben in die Textverarbeitung tippen kann? Auch die Benutzung von PowerPoint will gelernt sein, sonst verbringt man viel zu viel Zeit mit der Erstellung von bestenfalls mittelprächtigen Folien.

7. Andere Programme sind viel besser und können mehr

Natürlich gibt es nicht nur PowerPoint. Wer auf dem Mac arbeitet, ist vielleicht mit Keynote glücklich. Wer kein Geld ausgeben will, nutzt Impress von Open Office, bei Bedarf an guter Software aus deutschen Landen bietet sich Presentations von Softmaker an. Und wer sich im topographischen Erzählen üben will, probiert mal Prezi aus. Aber der Industriestandard ist PowerPoint. Mit all seinen Stärken und Schwächen. Und selbst wenn andere Programme mehr oder andere Funktionen bieten: Auch diese wollen gelernt sein und machen nicht automatisch eine gute Präsentation.

8. Bilder ersetzen Inhalte

„Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte“. Tausend Worte sind eine ganz schöne Menge. Dieser Text hat zum Beispiel in etwa so viele. Ein Bild, das tausend Worte ersetzt, erzählt also recht viel und benötigt dementsprechend eine lange Betrachtungszeit. Meist will man das gar nicht. Ein Bild als Illustration inmitten einer Präsentation erklärt nichts und lenkt in der Regel ab. Ein Ablaufdiagramm beispielsweise hilft beim Erläutern von Reihenfolge und Wirkungen. Ein Diagramm visualisiert zahlenbasierte Verhältnisse und hilft so beim Erklären von komplexem Zahlenmaterial. Das Ersetzen von Inhalten durch Fotos oder gar ClipArt hat jedoch keinen Effekt. Wer möchte, dass die Zuhörer von Sekunde eins an den eigenen Lippen kleben, kann zu Beginn der Präsentation ein lustiges Bild einfügen. Das muss dann aber auch den gewünschten Effekt erzielen. Nichts ist peinlicher als mitleidige Lacher aus dem Publikum oder wenn der Vortragende selbst am lautesten lacht.

9. Es gibt zu viele Folien auf der Welt

Ja. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Gastbeitrag von Marion Koppitz

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Über Marion Koppitz

Marion Koppitz (Jahrgang 1966) ist Gründerin, Gesellschafterin und CEO von i-pointing, einem Anbieter für Präsentationserstellung. Die in Passau geborene Betriebswirtin war mehrere Jahre bei Siemens Management Consulting als Präsentationsdesignerin tätig, bevor sie dort als Kommunikationsberaterin Turnaround-Projekte unterstützte. 2001 gründete sie die Firma i-pointing mit der Idee, professionelles Präsentationsdesign rund um die Uhr anzubieten. Ihr Credo: Rettet die Welt vor überflüssigen PowerPoint-Folien!

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