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Gehaltsvergleich unter Kollegen: Dürfen Firmen das verbieten?

©Foto: Ingolf Hatz / Getty Images

Allem Fortschritt und neuer Transparenz zum Trotz: Das Gehalt ist in Deutschland in vielen Unternehmen unter Kollegen noch ein Tabuthema – auch weil viele Arbeitgeber auf Verschwiegenheit bestehen. Doch ist das überhaupt erlaubt?

Über Geld spricht man nicht. Das ist in Deutschland immer noch die Standardeinstellung vor allem im Beruf - trotz des seit 2018 geltenden Entgelttransparenzgesetz und einige bemerkenswerter Beispiele von Unternehmen, die ihre Gehaltsstrukturen in der Mitarbeiterschaft radikal offenlegen.

Für viele Firmen und Arbeitnehmer aber gilt: Sich unter Kollegen über das Gehalt auszutauschen, etwa, weil man eine Gehaltserhöhung verhandeln möchte, geht allerhöchstens als heimliches Tuschelthema in der Teeküche. Schließlich gibt es in vielen Arbeitsverträgen eine Verschwiegenheitsklausel, die Arbeitnehmer dazu verpflichtet, das Gehalt vertraulich zu behandeln. Ist das aus arbeitsrechtlicher Perspektive überhaupt erlaubt?

„Ganz klar: nein“, sagt Jürgen Markowski, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Es sei zwar bei Arbeitgebern beliebt, eine Klausel in den Arbeitsvertrag aufzunehmen, die das verbietet. „doch solche Klauseln sind unwirksam“, so Markowski, der Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein ist.

Selbst wer eine entsprechende Formulierung in seinem Vertrag vorfindet, darf sich also mit den Kollegen über sein Gehalt austauschen. Der Arbeitgeber dürfte einen Mitarbeiter lediglich dann zur Verschwiegenheit verpflichten, wenn er ein berechtigtes Interesse begründen kann. Ein Unternehmen könne beispielsweise damit argumentieren, dass der Betriebsfrieden gestört wird, wenn die Belegschaft sich über die Gehälter austauscht.

Die Chancen sich damit im Streitfall durchzusetzen, stehen Markowski zufolge aber sehr schlecht: „Wenn so etwas den Betriebsfrieden stören würde, sagt das ja schon einiges über die Gehaltsstrukturen insgesamt aus.“ Die Beschäftigten haben einen Anspruch auf Gleichbehandlung, und das wiegt in diesem Fall schwerer als das Arbeitgeberinteresse.

Auch der Verweis des Arbeitgebers auf das Betriebsgeheimnis kann Jürgen Markowski zufolge nur in absoluten Ausnahmefällen ein Argument sein. „Schließlich sprechen Angestellte in der Regel nur über ihr eigenes Gehalt, nicht über die komplette Gehaltsstruktur eines Unternehmens“, sagt der Fachanwalt. Dadurch ergibt sich in der Regel auch kein Nachteil des Arbeitgebers gegenüber der Konkurrenz.

Was meinen Sie zu der Transparenz in Gehaltsfragen? Sollten Unternehmen noch mehr verpflichtet werden, die Gehälter ihrer Arbeitnehmer offenzulegen? 

Schreiben Sie uns Ihre Meinung und diskutieren Sie hier unten in den Kommentaren.

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