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Interner Jobwechsel: Im eigenen Team Führungskraft werden

Hinterhaus Productions / Getty Images
Der Sprung in die erste Führungsposition ist ein großer Schritt, der Dir neue Chancen eröffnet

Ein interner Jobwechsel bringt zahlreiche Vorteile mit sich, aber auch neue Herausforderungen. Was musst Du beachten, wenn Du im eigenen Team zur Führungskraft wirst? Hier findest Du die Antworten!

Das Wichtigste in Kürze

  • Wenn Du intern in eine Führungsposition aufsteigst, bringt das Chancen und Risiken mit sich.
  • Wichtig ist, dass Du Dich erst einmal auf die Führungsrolle im Allgemeinen vorbereitest.
  • Daraufhin kannst Du diese neue Ära durch eine Antrittsrede einläuten und in Einzelgesprächen mit den Mitarbeiter•innen wichtige Fragen klären.
  • Wichtig ist, dass Du zwar fortan etwas mehr Abstand wahrst, um Respekt zu erlangen, trotzdem aber Dir selbst treu bleibst.
  • Bescheidenheit ist daher eine gute Voraussetzung, aber ebenso ein gesundes Selbstbewusstsein, um klare Entscheidungen zu treffen.
  • Indem Du den Mitarbeiter•innen Vertrauen entgegenbringst und ihnen Aufgaben überträgst, gewinnen diese Vertrauen in Dich in Deiner neuen Rolle.
  • Das „Wir-Gefühl“ sollte dabei im Vordergrund stehen, um gemeinsam auf vereinbarte Ziele hinzuarbeiten.

Eine interne Beförderung ist eine tolle Sache, denn so kannst Du beim bisherigen Arbeitgeber bleiben, genießt aber trotzdem neue Karriereperspektiven. Vor allem der Sprung in die erste Führungsposition ist ein großer Schritt, der Dir neue Chancen eröffnet. Allerdings warten auch potenzielle Schwierigkeiten, denn für die Mitarbeiter•innen kann es schwierig sein, einstige Kolleg•innen plötzlich als Chef•in zu akzeptieren. Wichtig ist daher ein richtiges sowie schrittweises Vorgehen, um diesen Drahtseilakt zu meistern:

Schritt 1: Ein Führungskräfte-Coaching absolvieren.

Wenn Du noch keine Führungserfahrung hast, ist es erst einmal wichtig, Dich fachlich sowie persönlich auf diese neue Rolle vorzubereiten – ebenso wie bei einem externen Jobwechsel in eine Führungsposition. In der Regel fördert Dich der Arbeitgeber aktiv, schließlich weiß er, dass er Dich in Deine erste Führungsrolle hebt. Wenn Dir also nicht ohnehin entsprechende Möglichkeiten wie ein Führungskräfte-Coaching angeboten werden, solltest Du aktiv danach fragen oder ein solches auf eigene Faust belegen. Das schenkt Dir Selbstsicherheit und mehr Klarheit, wenn es um die Frage geht, was sich fortan an Deiner Rolle ändert.

Schritt 2: Eine Antrittsrede halten.

An einem Arbeitstag bist Du noch Teammitglied, am nächsten schon Führungskraft. Bei diesem fließenden Übergang kenn eine Antrittsrede ein wichtiges Signal sein, um symbolisch diese Veränderung einzuläuten. An Deinem ersten Arbeitstag als neue Führungskraft solltest Du deshalb das Team zusammentrommeln und kurz einen gemeinsamen Blick in die Zukunft werfen. Im Detail vorstellen musst Du Dich vermutlich nicht mehr. Stattdessen kannst Du darüber informieren, welche neuen Abläufe oder Strukturen es jetzt gibt, welche Deine Ziele in der frischen Position sind und worauf Du Dich bei der zukünftigen Zusammenarbeit freust. Am besten weckst Du in den bisherigen Teammitgliedern schon Vorfreude auf die neue Führung und damit frische Motivation.

Schritt 3: Einzelgespräche mit dem Team führen.

Weiterhin empfiehlt es sich, jedes Teammitglied zu einem Einzelgespräch einzuberufen. Dabei kannst Du direkt fragen, welche Hoffnungen, Erwartungen oder auch Befürchtungen derjenige unter der neuen Führung hat – beziehungsweise an seinem Arbeitsplatz im Allgemeinen. Du kannst zudem Tätigkeitsbereiche definieren, Aufgaben zuteilen oder konkrete Fördermöglichkeiten besprechen. Das hilft Dir dabei, Dich richtig in Deiner neuen Rolle zu positionieren.

Schritt 4: Bescheiden und mit dem richtigen Abstand auftreten.

Wichtig ist, dass Du nicht von einem Tag auf den anderen als neue Person auftrittst. Schließlich kennen Dich die Kolleg•innen bereits seit längerer Zeit und denken dadurch, Dich einigermaßen einschätzen zu können. Wenn Du als Führungskraft plötzlich ganz anders bist als erwartet, kann das zu Widerstand oder Konflikten führen. Bleib Du selbst, sei authentisch und bescheiden. Erst einmal hat sich an Dir als Person nichts gerändert, außer dass Du eine neue Rolle hast. Versuch daher, langsam ein bisschen Abstand zum Team zu gewinnen und dadurch in die neue Führungposition zu schlüpfen. Es geht sozusagen um einen sanften Übergang, anstatt direkt am ersten Tag Deine neue Macht zu demonstrieren. Es gilt also zwar Grenzen zu setzen, wenn notwendig, aber ansonsten weiterhin auf Augenhöhe zu bleiben und das positive Verhältnis, das Du bislang zu den Teammitgliedern hattest, zu bewahren.

Schritt 5: Entscheidungen selbstbewusst treffen.

Gerade, weil Du bestenfalls ein sehr gutes, vielleicht sogar freundschaftliches Verhältnis zu den Kolleginnen und Kollegen hast, denken diese zu Beginn oft, Dich beeinflussen zu können. Doch schlussendlich ist es Deine Aufgabe Entscheidungen zu treffen. Natürlich ist es richtig und wichtig, Dir unterschiedliche Meinungen anzuhören und auch offen zu sein für Vorschläge vom Team. Doch schlussendlich musst Du klare Verantwortung übernehmen, klare Entscheidungen formulieren und zu diesen stehen. Das zeugt von Selbstbewusstsein und verschafft Dir neue Autorität.

Schritt 6: Aufgaben delegieren und Vertrauen schenken.

Zu diesen Entscheidungen gehört auch das Delegieren von Aufgaben. Bei einer internen Beförderung hast Du schließlich den Vorteil, dass Du die Mitarbeiter•innen bereits kennst und dadurch auch deren Stärken sowie Schwächen. Du kannst daher optimal entscheiden, wem Du welche Aufgabe überträgst. Dadurch schenkst Du ihnen Vertrauen und das wiederum fördert eine positive Beziehung zwischen Vorgesetzten und ihrem Team.

Schritt 7: Klare Ziele und ein „Wir-Gefühl“ entwickeln.

Schlussendlich ist es wichtig, dass Du das „Wir-Gefühl“ aus Deiner Zeit als Teammitglied beibehältst, aber auf neue Ziele umlenkst. Am besten entwickelst Du daher gemeinsam mit den Mitarbeiter•innen eine Vision für die Zukunft mit konkreten kurz-, mittel- sowie langfristigen Zielen. So ziehen alle am gleichen Strang und der Fokus wird auf etwas Positives gerichtet. Jetzt ist also die Zeit gekommen, um in dem bisherigen freundschaflichen Verhältnis die Rolle als „Leader“ zu übernehmen und sozusagen die Gruppe zu neuen Zielen zu führen. So meisterst Du diesen Balanceakt!

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