Thema des Tages

Thema des Tages

Einordnung und Perspektiven

Jobwechsel? Ja gern! – Studie zeigt: Die Great Resignation hat Deutschland erreicht

© Getty Images
Jede·r vierte Beschäftigte plant einen Jobwechsel innerhalb eines Jahres

Die Wechselbereitschaft auf dem Arbeitsmarkt und die Burn-out-Gefahr sind hierzulande hoch wie lange nicht mehr. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Gallup Instituts. Mehr dazu erfährst Du hier:

Nach über zwei Jahren Corona-Pandemie, sind die Folgen auch auf dem Arbeitsmarkt deutlich sichtbar geworden. 23 Prozent der Arbeitnehmer·innen in Deutschland möchten innerhalb eines Jahres das Unternehmen wechseln, 42 Prozent in den nächsten drei Jahren. Das ist das Ergebnis einer Studie des Gallup Instituts. Die Wechselbereitschaft in Deutschland ist damit sogar erstmals höher als in den USA, wo mit der sogenannten „Great Resignation“ – auf Deutsch in etwa der Große Rückzug - zurzeit eine riesige Kündigungswelle durchs Land rollt. Schon seit 2001 beschäftigt sich der Gallup Engagement Index mit der emotionalen Bindung von Arbeitnehmer·innen an das eigene Unternehmen. Dieses Jahr liegt der Fokus erneut auf den Folgen der Pandemie für den Arbeitsmarkt.

Corona-Burn-out existiert wirklich

Wie das Gallup Institut herausfand, ist das Stresslevel seit Beginn der Pandemie deutlich erhöht. 38 Prozent der Befragten gaben an, aufgrund ihres Jobs innerlich ausgebrannt zu sein – vor Corona im Jahr 2019 lag dieser Wert lediglich bei 26 Prozent. Dabei wurde festgestellt, dass sich vor allem diejenigen innerlich ausgebrannt fühlen, die eine geringe oder keine emotionale Bindung zum Unternehmen haben. Jede·r Zweite von ihnen fühlt sich dem Burn-out nah. Ebenso interessant: Generell scheint Arbeit nicht mehr denselben Stellenwert zu haben wie noch vor fünf Jahren. Gaben dort noch 77 Prozent der Befragten an, auch trotz finanzieller Unabhängigkeit weiterzuarbeiten, sind es heute nur noch 61 Prozent.

Emotionale Bindung schützt vor Kündigungen

Eine emotionale Bindung zum Unternehmen schützt nicht nur vor Burn-out, sondern auch vor Kündigungen, so ein weiteres Ergebnis der Befragung. Von den Mitarbeiter·innen mit einer hohen emotionalen Bindung beabsichtigen 95 Prozent in einem Jahr noch bei den jeweiligen Unternehmen zu arbeiten, 82 Prozent wollen auch noch in drei Jahren dort sein. „Bei der emotionalen Bindung spielen weniger die Rahmenbedingungen, sondern vor allem gute Führungskräfte eine entscheidende Rolle‘“, sagt Marco Nink, Director of Research & Analytics für den Raum Europa und Afrika (EMEA) von Gallup. Leider sei die überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer·innen aber laut der Befragung vor emotional nur sehr gering (69 Prozent) oder gar nicht (14 Prozent) an das Unternehmen gebunden.

Dies hemmt unter anderem auch die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Die durch „innere Kündigungen“ bedingten volkswirtschaftlichen Kosten aufgrund von Produktivitätseinbußen belaufen sich dabei jährlich auf 92,9 bis 115,1 Milliarden Euro, so das Gallup Institut.

Die Situation hat aber auch Gewinner, die Headhunter·innen. Jede·r dritte Arbeitnehmer·in wurde in den letzten 12 Monaten von Headhunter·innen kontaktiert. Das sind doppelt so viele wie im Jahr 2019, so die Studie weiter.

Thema des Tages
Thema des Tages

Einordnung und Perspektiven

Die XING News-Redaktion beleuchtet auf dieser Themenseite aktuelle wirtschaftliche Themen und arbeitet diese aus verschiedensten Perspektiven auf. In Form von Themen-Specials oder Presseschauen kuratieren wir für Dich die wichtigsten Informationen und Meinungen zum jeweiligen Thema. Folge dieser Seite und erhalte unsere Themen-Specials direkt in Deinen Stream. Du sparst Dir die eigene Recherche und wirst stets kompakt an einer Stelle mit den wichtigsten Nachrichten versorgt. Die Nachrichten werden unabhängig auf Basis ihrer Popularität und Relevanz von unterschiedlichen, digitalen Nachrichtenquellen ausgewählt. XING ist für den Inhalt der Nachrichten nicht verantwortlich und nimmt durch die Veröffentlichung und Auswahl der Ausschnittstexte inklusive Links zu den Nachrichtenquellen keine Bewertung oder Unterstützung für ggf. enthaltene Produkte, politische Parteien oder Firmen vor.
Mehr anzeigen