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Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer: "Das Lachen nicht vergessen!" und weitere Tipps für einen stressfreien Arbeitsalltag

Wasserflaschen halten, den Po anspannen, einen Partytisch kaufen – es gibt viele Möglichkeiten, sich auch an einem langen Bürotag fit und gesund zu halten, sagt Prof. Dr. med. Dietrich Grönemeyer.

Acht Stunden sitzen und nur ab und zu für den Gang zur Kaffeemaschine aufstehen? Kann nicht gesund sein. Doch was tun, wenn man feststeckt zwischen Abgabetermin, Großraumbüro und überlaufendem Postfach? Schon wenige Minuten reichen für die wichtigsten Übungen, sagt Prof. Dr. med. Dietrich Grönemeyer. Er spricht nicht nur hier über die wichtigsten Tipps – mehr zum Thema Gesundheit und Arbeit verriet er am 4. Juni bei den XING New Work Sessions in Bielefeld, wo er nur einer von vielen spannenden Rednern war.

Herr Prof. Dr. Grönemeyer, wie halten Sie sich bei einem langen Tag am Schreibtisch fit?

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer: Eine meiner Lieblingsübungen lässt sich ganz einfach mit zwei 0,75-Liter-Wasserflaschen durchführen. Man setzt sich gerade hin, nimmt in jede Hand eine Flasche. Dann winkelt man beide Arme ab, der Rücken bleibt gerade, und dreht sich zunächst nach links. Die Position hält man, dann dreht man sich in die Mitte und nimmt einen Schluck aus der Flasche. Jetzt wird dieselbe Bewegung nach rechts durchgeführt. 3-mal wiederholen, mehrfach am Tag – bis beide Flaschen ausgetrunken sind. Auf einmal hat man 1,5 Liter Flüssigkeit zu sich genommen, die empfohlen werden, und man hat zusätzlich die Muskeln gestärkt.

Welche Übungen gibt es noch, um sich im Büroalltag fit zu halten?

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer: Man kann beispielsweise das Telefon und das Handy ganz weit vorn auf dem Schreibtisch platzieren. Dann geht man jedes Mal, wenn es klingelt, weit in die Rückendehnung hinein. Falls es keine höhenverstellbaren Arbeitsplätze gibt, kann man fragen, ob man sich einen Partytisch ins Büro stellen darf. Die sind nicht teuer und ermöglichen es, auch mal im Stehen zu arbeiten. Weiterhin ist es empfehlenswert, ab und an die Position zu wechseln – vom Sitzen zum Stehen und dann vielleicht auch zwischendurch auf einen Pezzi-Ball, den Arbeitgeber sinnvollerweise für Gemeinschaftsbüros anschaffen sollten. Mehrmals am Tag eine halbe Stunde darauf anstatt auf dem Bürostuhl zu sitzen, stärkt und entspannt gleichzeitig Rücken- und Beckenmuskulatur. Denn der untere Rücken wird beim Sitzen auf dem Ball leicht und fast unbemerkt bewegt.

Und wenn kein Pezzi-Ball zur Verfügung steht?

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer: Es gibt auch Übungen, die man im Sitzen auf dem Bürostuhl ausführen kann, zum Beispiel: Rechtes Knie hoch, rechte Hand flach darauflegen und beide drei bis vier Sekunden lang richtig kräftig gegeneinanderdrücken, das trainiert die Bauchmuskeln und lässt Sixpacks wachsen. Oder im Sitzen den Po zusammenkneifen, hochziehen und mehrmals 15 Sekunden halten. Das klingt einfach, ist aber unglaublich effektiv, beugt der Inkontinenz vor und trainiert den Beckenboden, den wir beim Sitzen völlig vernachlässigen.

Vor allem aber geht das viele Sitzen auch auf den Rücken, sagen Sie in Ihrem „großen Rückenbuch“.

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer: Sitzen und nicht bewegen ist das neue Rauchen und kann tödlich sein. Die Organe werden nach oben gedrückt, der Stoffwechsel kommt nicht auf Touren, Darm, Herz und Lungen arbeiten nicht optimal. Aber vor allem geht es auf den Rücken. Unser Rücken ist ein kleines Sensibelchen und reagiert neben dem Sitzen auch auf negativen Stress, Versagensangst, Mobbing, Traurigkeit ... All das kommt im Rücken an und sorgt für ‚Anspannung’ im wörtlichen Sinn. Die innere Haltung beeinträchtigt die äußere.

Also sollten wir lieber entspannen als mit Büro-Übungen anspannen?

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer: Nein. Genau wie auf den Wechsel von Sitzen, Stehen und Bewegen kommt es auf den richtigen Wechsel von Anspannung und Entspannung an. Zwischen den Übungen und der Arbeit sollte man sich auch gerne einmal zurücklehnen und zum Beispiel im Lümmeln telefonieren. Statt nach Feierabend noch zwei Stunden im Fitnessstudio zu schuften, sollte man es doch häufiger nach der Arbeit locker angehen. Das kommt heutzutage meist zu kurz. Joggen, Radfahren, Schwimmen, Yoga und auch regelmäßig in die Sauna gehen entspannt total. Ebenso der Besuch eines Hammams, ein warmes Dusch- oder Wannenbad mit duftenden Ölen wie Rosmarin oder Lavendel. Denn die Wärme hilft sehr gut gegen Anspannung.

Der Stress ist aber am nächsten Tag auch durch die Sauna nicht weg.

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer: Das stimmt. Aber man kann versuchen, ihn in positiven Stress zu verwandeln und eine Herausforderung darin zu sehen, die man meistern kann. Wenn Probleme zu groß werden, kann man versuchen, sie auf der mentalen Ebene zu lösen – oder versuchen, den Arbeitsplatz oder notfalls den Job zu wechseln. Dann lösen sich auch oft Verspannungen im Rücken. Eine der wichtigsten Übungen aber ist, das Lachen nicht zu vergessen – mit anderen, und auch immer mal wieder über sich selbst. Das entspannt und erleichtert ungemein, auch mitten in großen Herausforderungen. Ein Lächeln ist der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen … Nicht vergessen!

Das Interview führte Maria Zeitler

*Event-Info: Prof. Dr. med. Dietrich Grönemeyer ist einer der vielen Teilnehmer der XING New Work Sessions „Innovationskultur“, die am 4. Juni in Kooperation mit der OstWestfalenLippe GmbH und weiteren Partnern aus der Region veranstaltet werden. Im Mittelpunkt des Events in Bielefeld stehen neue Arbeitszeitmodelle, innovative Formen der Zusammenarbeit und frische Ideen für eine motivierende Arbeitskultur. Mehr Informationen und Tickets finden Sie unter diesem Link.

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