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Florian Gansemer

Florian Gansemer

for New Work, Leadership, Feedback, Unternehmenskultur

Achtsames Führen – Trend oder Trash?

Foto: Thought Catalog on Unsplash

Zugegeben – Achtsamkeit löst mittlerweile bei vielen Menschen den Buzzword-Alarm aus. Zu Unrecht, wie ich finde. Denn nicht alles, was Trend ist, muss schlecht sein.

Was bedeutet Achtsamkeit?

Achtsamkeit – das ist die Kunst, wahrzunehmen, was um uns und in uns gerade vorgeht, ohne diese Vorgänge zu bewerten. Ob unser eigener oder der Druck von Kollegen, Achtsamkeit hilft dabei, genau hinzuhören und aus den eigenen Reaktionsmustern auszubrechen.

Was erstmal unrealistisch klingt, ist wissenschaftlich belegt: wer sich in Achtsamkeit übt, kann unter anderem den Stresslevel reduzieren, psychische Gesundheit fördern und die Lebensqualität steigern. Wer sich Zeit nimmt, sich selbst kennenzulernen und das eigene Bauchgefühl zu stärken, kann bewusster durch den Alltag und das Berufsleben gehen. Und damit fördert Achtsamkeit für mich ganz klar Qualitäten, die mich auch als Führungskraft stärken: Selbstkenntnis, Selbstreflexion und Selbstführung. 

„Achtsamkeit bedeutet […] das Sich-einlassen auf den Moment - mit einem nicht wertenden Gewahrsein. Termindruck, taktlose Kollegen oder Kopfschmerzen - man kann lernen diese Dinge so sein zu lassen, wie sie sind, sodass sie z. B. unsere Entscheidungen nicht negativ beeinflussen. Die Technik: Anhalten, atmen, bemerken.”  (Zitat: mbsr-verband

Mit Achtsamkeit gegen den Autopilot

Ein Führungsverhalten ganz ohne Selbstreflexion oder Selbstkenntnis kostet Geld, weil es die Zufriedenheit, Motivation und das Engagement der Mitarbeiter senkt. Wenn wir im Autopilot führen, dann folgen wir ständig einem Reiz-Reaktionsschema, bei dem wir handeln, ohne zu denken.

Oft zeigt sich das zum Beispiel beim Feedback: Führungskräfte lehnen Einwände von Mitarbeitern automatisch ab, ohne sie zu prüfen. In solchen Situationen kann bereits der Leitsatz Stop. Look. Listen. Act. helfen, die Situation neutral zu betrachten, bevor wir handeln. Was macht das Feedback mit mir? Ist es berechtigt? Das klingt vielleicht erstmal mühselig. Doch Missverständnisse im Nachhinein zu klären, ist viel aufwendiger, als die eigenen Impulse zu hinterfragen.

Achtsamkeit hilft dabei, die eigenen Handlungsimpulse zu kennen und diese bewusst zu vermeiden.

Achtsame Führungskräfte führen deswegen bewusst und mitfühlend. Sie wissen, wie sie Stress bewältigen und bauen wichtige Führungskompetenzen wie emotionale Intelligenz oder verantwortungsvolles Handeln aus. Dadurch steigt die Mitarbeiterzufriedenheit und Motivation im Team. Um nur ein paar Vorteile zu nennen.

Und nun? – Achtsamkeit üben

Achtsamkeit ist keine Abkürzung, sondern das Ergebnis täglicher Übung. Und wie mit allen Gewohnheiten dauert es seine Zeit, bis tägliche Meditation Teil ihres Alltags ist. Daher sollten Sie sich am Anfang auch nicht überfordern. Mir hat es zum Einstieg bereits geholfen, mir zehn Minuten für Meditationsübungen zu nehmen. Aber auch Schulungsprogramme wie die von Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn entwickelte MBRS-Praxis oder eine App wie Headspace können den Einstieg erleichtern.

Den Einstieg erleichtern – gemeinsame Meditation Challenge

Mit meinem Team habe ich mir übrigens für die nächsten 21 Tage vorgenommen, eine Meditation Challenge zu machen. Dafür werden wir täglich 20 Minuten gemeinsam meditieren. Ich bin sehr gespannt, ob und was sich in der Zeit in unserem Team verändert.

Jetzt bin ich natürlich auch auf Ihre Meinung gespannt. Was glauben Sie, kann Achtsamkeit Führung zu verbessern?

Falls Sie auch an der Meditation Challenge teilnehmen, dann schreiben Sie mir, wie es bei Ihnen läuft.

About the author

Florian Gansemer
Florian Gansemer

Geschäftsführer, kununu engage

for New Work, Leadership, Feedback, Unternehmenskultur

Florian arbeitet laufend daran, seine und andere Organisationen und deren Mitarbeiter auf dem Weg in die neue Arbeitswelt zu begleiten. In seiner Freizeit findet man ihn im Yoga Studio oder in einem der vielen veganen Restaurants in Berlin oder Hamburg.
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