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Tobias Bärschneider

Tobias Bärschneider

for Marketing, Digitale Strategie, Konsumgüter

Autonomes Fahren - ist die Idee noch nicht angekommen?

Selbstfahrende Autos, Lastkraftwagen oder Busse werden in einigen Jahren auch hierzulande zum Straßenbild gehören. In vielen Medien wird das Thema begeistert aufgegriffen und auch die Autoindustrie fährt auf die Zukunftstechnologie ab, bereitet sich auf neue Formen der Mobilität vor. Schade nur, dass sich die Begeisterung für das autonome Fahren bei vielen Bundesbürgern offenbar noch sehr in Grenzen hält. So meinen sieben von zehn Deutschen, dass selbstfahrende, uniforme Autos zwar effizient und umweltschonend seien, ihnen aber keine Freude bereiteten. Und 79 Prozent der Bundesbürger wollen nicht das Algorithmen, sondern sie selber weiterhin das Auto steuern. Das sind zentrale Ergebnisse einer Online-Umfrage der Markenberatung Prophet zum Thema „Was halten Sie von selbstfahrenden Autos?“, zu der wir im März dieses Jahres 1.000 Erwachsene in Deutschland repräsentativ befragt haben. Die Ergebnisse unserer Umfrage finden Sie hier.

Die Idee des autonomen Fahrens ist bei einigen Menschen offenbar noch nicht voll angekommen. Wenn sie überhaupt noch ein Auto besitzen, dann möchten sie es selber fahren und sich nicht in Abhängigkeit von elektronischen Systemen und Algorithmen begeben. Sie möchten das Motorengeräusch hören und auch mal auf Autobahnen beschleunigen dürfen. Der Automarkt in Deutschland scheint gespalten: Es gibt einen harten, aber kleiner werdenden Kern von Autoliebhabern, die ihrer Marke meist treu bleiben und das Fahrvergnügen schätzen. Und es gibt die Gruppe der jüngeren Menschen („Millenials“), denen der Besitz eines Autos nicht mehr so wichtig ist, und die mehr Wert auf gute Smartphones, Tablets oder Laptops legt – auch das zeigt unsere Umfrage.

Für die Strategie der Autokonzerne ist diese Polarisierung nicht einfach. Ihr traditionelles Geschäftsmodell ist bedroht. Der Verkauf allein reicht nicht mehr. Die Automanager müssen experimentieren und neue Lösungen finden, um nicht den Anschluss an Tesla & Co zu verlieren. In unseren Gesprächen mit den Produzenten merken wir deutlich, dass die deutschen Automanager emsig an Innovationen arbeiten, die das Thema Mobilität als Gesamtpaket darstellen. Carsharing-Angebote wie DriveNow oder car2go sind hierzulande vielversprechend angelaufen und werden in Deutschland vor allem in den Städten gut angenommen. Es funktioniert also - Das Geschäftsmodell der Anbieter wird sich den Kundenwünschen anpassen müssen. Die Autokonzerne sollten bei ihrer Digitalisierungs- und Innovationsstrategie also eine Brücke bauen zwischen dem was heute sinnvoll ist, und dem, was morgen möglich ist. Und sie müssen die Kunden auf diesem Weg abholen und mitnehmen. Dann wird auch die deutsche Autoindustrie hoffnungsvoll in die Zukunft schauen können.

About the author

Tobias Bärschneider
Tobias Bärschneider

Partner // Head of EMEA, Prophet

for Marketing, Digitale Strategie, Konsumgüter

Tobias Bärschneider arbeitet seit 15 Jahren mit multinationalen Unternehmen, speziell SMCG & Industrie/B2B. Neben der Entwicklung effizienter Marketingstrategien, steht seit vielen Jahren auch die digitale Transformation und damit die Schaffung ganzheitlicher Kundenerlebnisse im Fokus seiner Arbeit.
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