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Jan Döring

Jan Döring

für Markenstrategie und CX in der digitalen Welt

Das Comeback klassischer Medienmarken

Social Media, Blogs und neue Medien stellen die jahrzehntelange Relevanz klassischer Medienmarken in Frage. Traditionelle Medienhäuser konkurrieren plötzlich mit neuen Digital-Anbietern und einer Art „Do-It-Yourself-Journalismus“, bei der jeder Mensch seine News oder Behauptungen ungeprüft in die Welt setzen kann. Plattformen wie Facebook, Twitter oder Instagram zählen Millionen Nutzer und haben so eine Reichweite aufgebaut, von der die etablierten Medien meist nur träumen. Vor allem junge Menschen nutzen die neuen Medien, informieren sich auf sozialen Plattformen über das Geschehen in der Welt, bleiben untereinander in Kontakt.

Doch mit der Zunahme der sogenannten „Fake News“ und den unsäglichen, dummen Angriffen auf Politiker, Unternehmer oder auch den Menschen von nebenan, weicht die Euphorie der Nutzer über die Vorteile der neuen Medien. Die ständigen Falschmeldungen zerstören das Vertrauen in die Inhalte sozialer Plattformen. Dieser Trend spielt den redaktionellen Marken in die Karten. Plötzlich gibt es ein Comeback der traditionellen Medienhäuser. Die Menschen legen wieder Wert auf seriöse, gut recherchierte und vor allem geprüfte Informationen, sie wollen Orientierung in der Welt der Nachrichten.

Das Unbehagen vieler Menschen gegenüber den Unwägbarkeiten der sozialen Netze zeigt sich auch in einer Umfrage, die meine Prophet-Kollegen (siehe Interview) kürzlich in Deutschland gemacht haben (die Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier). Danach vertraut die große Mehrheit der Deutschen klassischen, redaktionellen Medien weit mehr als den Inhalten von Social Media. Die Kompetenz einer Redaktion, die Meldungen auf den Wahrheitsgehalt überprüft, macht sich also durch Glaubwürdigkeit der Marke und mehr Relevanz bezahlt.

Diese historische Chance sollten die traditionellen Medienhäuser nutzen, um im Leben der Menschen (auch der jungen) wieder eine wichtige Rolle zu spielen. Gute Medienmarken bieten Orientierung und ehrliche Informationen. Sie sind wichtig für das Funktionieren einer Demokratie. Die Besinnung auf journalistische Tugenden schärft den Markenkern und schafft einen Mehrwert gegenüber dem undurchsichtigen Nachrichtendickicht auf sozialen Plattformen. Die New York Times zeigt wie es geht. Sie positioniert sich offensiv gegenüber Fake News und prangert deren Unwahrheiten öffentlich an. Mit Glaubwürdigkeit und einer neuen Digitalstrategie hat sie allein im ersten Quartal 2017 über 300.000 neue Abonnenten gewonnen.

Über den Autor

Jan Döring
Jan Döring

Partner, Prophet

für Markenstrategie und CX in der digitalen Welt

Jan Döring erarbeitet seit 15 Jahren Business-, Marken- und Marketingstrategien. Ganz gleich ob Einzelhandel, FMCG, TelKo, Energie oder FDL - seiner Meinung nach muss es das Ziel eines jeden Unternehmens sein, relevante Marken und einzigartige Erlebnisse zu schaffen, um nachhaltig zu wachsen.
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