Problems logging in
Vera Strauch

Vera Strauch

for Organisation, Strategie, Empowerment

Deep Work: 3 Tipps für effektives Selbstmanagement

Westend61/Getty Images

Wer kennt es nicht: Wir hetzen von Meeting zu Meeting, checken immer wieder E-Mails und Nachrichten und freuen uns, wenn zwischendurch ein Moment bleibt, um noch kurz an der wichtigen Präsentation zu schrauben. So verstreichen die Tage und Wochen und wir haben jeden Abend das Gefühl, dass wir zwar sehr beschäftigt waren, dabei aber nicht wirklich produktiv gewesen sind.

Für die wirklich wichtigen Dinge – zum Beispiel die Idee für eine neue Produktkomponente, das nächste Strategieprojekt oder persönliche Karriereziele – scheint einfach keine Zeit zu sein. Dabei liegt das Problem meist nicht mal am Arbeits-Overload, sondern an unserem Selbstmanagement und unserer (mangelnden) Fähigkeit, effizient mit unserer Zeit zu haushalten. Doch in Zeiten von New Work und agilen Arbeitsmethoden geht es genau darum: Verantwortung für uns und unsere Arbeit zu übernehmen. Und das kann man glücklicherweise mit ein wenig Übung und den passenden Methoden erlernen.

Die unterschätzte Chance für mehr Produktivität: tiefes Arbeiten

Deep Work oder auch „tiefes Arbeiten“ beschreibt einen Zustand, indem wir uns komplett auf eine Aufgabe fokussieren. Autor Cal Newport erklärt in seinem gleichnamigen Buch, wie viel Potential darin liegt, wenn wir konzentriert in ein Thema eintauchen können. Dieser Flow-Zustand ist uns allen bekannt: Während der fokussierten Vorbereitung auf eine Verhandlung, beim Schreiben eines Textes oder auch im Privaten, etwa bei der Urlaubsplanung, können die Minuten wie im Flug vergehen. Deep Work ermöglicht uns, so einen ganz anderen Beitrag leisten zu können: unsere individuellen Perspektiven und neue Ideen in unsere Arbeitsergebnisse einfließen zu lassen. Diese Ergebnisse bringen nicht nur unsere Arbeitgeber*innen voran, sondern hinterlassen auch in uns das Gefühl von Zufriedenheit, weil wir wirklich etwas geschaffen, beziehungsweise ¬– noch treffender – erschaffen haben.

Darum ist Deep Work so wertvoll für die Arbeitswelt

In Zeiten von unzählig verfügbaren Informationen, vielen Entscheidungsoptionen und vor allem zunehmender Automatisierung von Routinetätigkeiten gewinnt das fokussierte, konzentrierte Arbeiten zunehmend an Bedeutung. Denn die Qualität der Arbeit und die persönliche Erfüllung werden zentrale Aspekte der Zukunft der Arbeit sein – und unsere Menschlichkeit ein wichtiges Merkmal, das uns von den technischen Ressourcen abhebt.

Jede*r ist zu „tiefem Arbeiten“ fähig, doch warum fällt es uns so schwer? Shallow Work, die „flache Arbeit“, ist verlockend und einfacher. Sie ist nicht besonders fordernd und lässt viele Einflüsse von außen zu: mal ein Kaffee mit der Kollegin hier, kurz ein privates Telefonat da. Whatsapp-Nachrichten und die Slack-Pop-ups, offene Großraumbüros und die Omnipräsenz sozialer Medien sind nicht förderlich für konzentriertes Arbeiten. Der Druck, ständig und überall erreichbar sein zu müssen, lenkt uns ab.

Wir brauchen Methoden und vor allem die Bereitschaft, uns und unser Verhalten immer wieder bewusst und achtsam zu reflektieren. Technologien und offene Arbeitsräume können auch vereinen und bieten – richtig genutzt – große Chancen. Es geht vor allem darum, die ideale Balance und Strategie zu finden, was jede*r von uns braucht: Wann, wo und wie kann ich am besten „tief“ arbeiten? Hierfür habe ich ein paar praktische Impulse zusammengestellt wie Deep Work gelingen kann:

Impuls 1: Plan before you’re in it! Wo liegt mein Fokus?

Was ist dir wirklich wichtig? Was möchtest du heute, diese Woche oder in den nächsten Monaten erreichen? Zielklarheit ist der erste Schritt, um einen Plan zu erstellen. Wenn du feste Zeiten für dich und deine beruflichen und privaten Prioritäten einplanst, kannst du gezielt mehr Zeit darauf verwenden. Es mag banal klingt, doch danach zu leben, erfordert Disziplin und achtsames Planen.

Impuls 2: Den Biorhythmus nutzen: Wann bin ich produktiv?

Wir sind eben keine Maschinen, die immer gleich gut funktionieren. Wenn du dir bewusst bist, wann du am produktivsten arbeitest, kannst du dies in deiner Planung berücksichtigen. Am Nachmittag nach drei Stunden Meeting wird dir die strategische Projektplanung sehr wahrscheinlich nicht so leicht fallen, als wenn du morgens eine Stunde früher im Büro eintriffst und ungestört mit frischem Geist daran arbeitest. Unser Biorhythmus ist ein unterschätztes und häufig schlichtweg ignoriertes Tool. Dabei sind wir einfach unterschiedlich leistungsfähig. Wenn du herausfindest, wann dein System so richtig in Schwung kommt und du motiviert bist, kannst du das wunderbar für dich nutzen. Diese Zeiten kannst du dir blocken und im Voraus im Kalender einplanen.

Impuls 3: Umfelder gestalten: Wo bin ich ungestört?

Störfaktoren zu minimieren oder ganz auszuschalten ist eine Grundregel für effektive Selbstführung. So schön das Großraumbüro sein mag, es ist vielleicht nicht der ideale Ort für dich, um ins tiefe Arbeiten einzusteigen. Hierbei geht es nicht nur um physische Räume, sondern vielmehr darum, das eigene Umfeld so zu gestalten, dass ungestörte, produktive Arbeitszeiten möglich sind. Kopfhörer mit motivierender Musik, feste Zeiten, in denen dein*e Kolleg*in das Telefon für dich annimmt oder einfach feste Zeit-Slots, in denen du mit geschlossener Tür arbeitest. Hier ist Kommunikation der Schlüssel: Wenn dem Rest des Teams bewusst ist, wann du wieder zu erreichen bist, ist in den überwiegenden Fällen diese Fokus-Zeit ein Gewinn für alle. Denn sie kann auch eine Inspiration für andere sein, sich konzentrierte Zeiten zu erlauben.

Wenn du noch tiefer in dieses Thema eintauchen und noch ein paar praktische Tipps von mir erfahren möchtest, dann hör doch rein in die dazugehörige Podcast-Folge: https://verastrauch.com/2019/04/23/deep-work/

_____________________________________________________

Die Zukunft der Arbeit: Wir wissen, dass wir – aufgrund von Digitalisierung, Demographie & Co. – in zehn, fünfzehn Jahren völlig anders arbeiten werden, als wir das heute tun. Wird die Arbeitswelt dann wirklich besser und menschlicher sein? Immer mehr Unternehmen setzen sich genau dafür ein und stellen jetzt die Weichen für eine bessere Arbeitswelt. XING hat sich aus diesem Grund zu NEW WORK SE umbenannt – mehr zu den Hintergründen verrät Thomas Vollmoeller, CEO der NEW WORK SE, in seinem Insider Beitrag.

About the author

Vera Strauch
Vera Strauch

Gründerin, Female Leadership Academy

for Organisation, Strategie, Empowerment

Gründerin und Host des Female Leadership Podcast mit 10+ Jahren Erfahrung im Managementumfeld; zuletzt als Geschäftsführerin im Baugewerbe. Meine Mission: #Fragen stellen | #Inspiration teilen | #Mut machen | #Gemeinschaft statt Gegeneinander | #Vision der #Zukunft gestalten | #Eigenverantwortung.
Show more