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Dipl.-Ing. Jens Thaele

Dipl.-Ing. Jens Thaele

for Telekommunikation, Digitalen Wandel

Die drei gefährlichsten Digitalisierungsmythen für Ihr Business

Die Digitale Revolution bietet – so wie es bei allen bahnbrechenden Technologiesprüngen zuvor geschah – sehr viel Stoff, um die wildesten Theorien und Legendenbildungen hervorzubringen. Ein nicht unerheblicher Teil davon – auch das ist nicht neu – basiert auf knallharten kommerziellen Interessen. Meist sind es verkürzte Darstellungen der Realität, die klassischen Halbwahrheiten, die solange wiederholt und in den Markt getrieben werden, bis sie sich als eine Art Mythos im Kopf der Menschen festsetzen.

Der Totschlagmythos: Digitalisierung schafft ein neues Wirtschaftssystem

Eine schöne Theorie, die sich mittlerweile zum Killermythos schlechthin entwickelt hat und auf dem fast alle anderen „Weisheiten“ und Patentrezepte diverser Digitalisierungspropheten beruhen: Es ist die Vorstellung, dass die Digitalisierung zu einem völlig neuen Wirtschaftssystem führt, die alle Gesetzmäßigkeiten der herkömmlichen Wirtschaftslehre quasi über Nacht außer Kraft setzt.

Tatsächlich jedoch verändern sich durch die neuen Möglichkeiten lediglich Absatz- und Vertriebswege, Wertschöpfungsketten sowie Produktions- und Geschäftsprozesse erheblich und in atemberaubender Geschwindigkeit. Das verändert die Spielregeln des Marktes nachhaltig, jedoch nicht den Kern des ökonomischen Prinzips einer Marktwirtschaft von Angebot und Nachfrage.

Jedes Digitalisierungsvorhaben muss daher stets einer betriebswirtschaftlichen oder sozioökonomischen, logisch nachvollziehbaren, Vorteilsargumentation folgen. Digitalisierung darf niemals zum Selbstzweck mutieren!

Der Allwissenheitsmythos: Die digitalen Leader kennen die Zukunft

Direkt aus dem Mythos, dass das digitale Wirtschaftssystem in einer Art Paralleluniversum nach völlig anderen Regeln tickt, erwächst die Theorie, man müsse die digitalen Leader aus dem Silicon Valley in ihrer Denkens- und Handlungsweise kopieren, um künftig erfolgreich zu sein.

Das ist gleich in doppelter Hinsicht falsch, denn

  1. das digitale Zeitalter ist wesentlich schnelllebiger als alle Epochen davor. Was heute noch gut funktioniert, kann morgen bereits kalter Kaffee sein. Wer daher andere nur kopiert, wird dem Markt stets hinterherlaufen.

  2. nur wer seine eigenen Stärken und Ideen in die digitale Welt zu transformieren vermag, wird morgen zu den Gewinnern gehören.

Auch einige der heutigen digitalen Champions wird es in zehn Jahren nicht mehr geben – auch wenn uns das heute absurd vorkommt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden sie genauso Opfer wie diejenigen Champions davor, die im Rausch von Erfolg und dem Schein des Unbesiegbaren innerlich träge wurden und von dem disruptiven Charakter der digitalen Welt – unverhofft und doch unaufhaltsam – aus ihrem Paradies vertrieben wurden.

Vertrauen Sie daher auf ihre eigenen Ideen und Stärken. Seien Sie äußerst misstrauisch bei übertriebenen (digitalen) Heilsversprechen – das funktioniert weder in der Medizin noch in der Technik. 

Der Technikmythos: Erfolg ist gleichbedeutend mit viel neuer Technik

Ein großer Irrtum, der in vielen Unternehmen praktiziert wird. Die Rechnung > modernste neue Technik gleich maximaler Erfolg < geht oftmals nicht auf. Die beste und modernste digitale Infrastruktur bringt Ihnen nicht den gewünschten Erfolg, wenn sie einfach nur als weiteres technisches Hilfsmittel der Unternehmensorganisation hinzugefügt wird. Und statt > viel hilft viel < sollte stets der Leitsatz gelten: So wenig wie möglich aber so viel wie nötig! Das hält Ihre Prozesse schlank und schont den Geldbeutel. 

Neue Prozesse und Arbeitsweisen sollten Mitarbeitern niemals aufgezwungen, sondern möglichst gemeinsam mit ihnen entwickelt und umgesetzt werden. Nur so entsteht allmählich eine Akzeptanz und Identifizierung mit der neuen, digitalen Unternehmenskultur, das sogenannte „Digital Mindset“.

About the author

Dipl.-Ing. Jens Thaele
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Consultant und Autor, Jens Thaele Consulting

for Telekommunikation, Digitalen Wandel

Die rasante Entwicklung der Telekommunikationsbranche ist mir bestens bekannt. Früher durch Einsätze bei namhaften Unternehmen im In- und Ausland, heute durch meine Tätigkeit als Berater und Autor. Dabei gebe ich Menschen hilfreiche Tipps zu Chancen, Gefahren, Umgang sowie Einsatz von Technologie.
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