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Thomas Wickart

Thomas Wickart

for New Work, Digitale Kommunikation

Die NWS in Zürich: Warum wir Arbeit neu denken müssen

Foto: Daniel Schmuki

Am Mittwoch, 25. September, ging in Zürich zum ersten Mal die «New Work Sessions» zum Thema «Schöne neue Arbeitswelt» über die Bühne. Die Veranstaltung ist die kleine Schwester der «New Work Experience», die einmal im Jahr stattfindet und die ich schon zum zweiten Mal in Folge besucht habe. Es war ein inspirierender Tag mit vielen interessanten Persönlichkeiten und lebhaften Diskussionen. Der Event lockte über 320 Besucher an und konnte sich in puncto Qualität durchaus mit der grossen Veranstaltung messen. Die Impulse aus den Referaten, Diskussionspanels und Workshops regen zum Denken an. Und genau das ist auch meine gewonnene Quintessenz: Wir müssen Arbeit neu denken.

Es gibt kein Geheimrezept für die neue Arbeitswelt. Wie im Leben grundsätzlich viele Aspekte eine Rolle spielen, müssen auch in Unternehmen viele Faktoren berücksichtigt werden, um flexible Arbeitsmodelle umzusetzen. So individuell wie wir Menschen sind, so unterschiedlich sind die Bedürfnisse der Unternehmen. Eine persönliche Erkenntnis hat sich für mich am 25. September erneut mehrmals bestätigt: Die Entwicklung einer neuen Kultur mit viel Offenheit und Transparenz braucht Zeit. Genug Zeit, damit sich die Menschen mit dem Unternehmen verändern können. Die Mitarbeiter sollen Teil der Lösung werden.

Leider ist es noch in vielen Unternehmen so, dass Zahlen vor den Menschen kommen. Oft gilt das Motto: Hauptsache, die Zahlen stimmen. Natürlich müssen die Zahlen stimmen, ein Unternehmen muss Gewinn erwirtschaften. Dennoch scheint es mir etwas suspekt zu sein, das Geld dem wichtigsten Gut voranzustellen. Denn das wichtigste Gut ist immer noch der Mitarbeiter bzw. der Mensch. New Work ist kein Set an neuen Regeln und Prozessen, das wäre ja bloss alter Wein in neuen Schläuchen. New Work sollte als Entwicklungsprozess betrachtet werden, als Wandel der Berufswelt, in der die Menschen tun, was sie am besten können. Warum tun sich Unternehmen, Führungskräfte und Manager so schwer mit dem Wandel, mit dem neuen Denken?

Flexibel zu arbeiten heisst nicht, dass es keine Strukturen mehr gibt

In Diskussionen höre ich immer wieder: «Wieso etwas ändern? Es läuft doch! Wir haben das schon immer so gemacht!» Das ist die schlimmste Aussage, denn sie ist der grösste Bremser für Innovation und für eine neue Denkweise. Die beste Aussage kam von Yasmine Fritzlen. Als Millenial besetzte sie die Rolle als «CEO for a month» in der Adecco Gruppe Schweiz. Sie sagte: «Die jungen Menschen von morgen wollen, dass man ihnen zuhört. Sie wollen das Unternehmen mitgestalten, ein Teil der Entwicklung werden und am Erfolg teilhaben können. Viele von ihnen schätzen die Struktur, die sie in einem Unternehmen haben, und trotzdem fordern sie mehr flexible Arbeitsmodelle, um sich die Zeit selber einteilen zu können.» Das bringt mich zu meinem liebsten Stichwort: Selbstbestimmung. Selbstbestimmung fordert jedoch ein hohes Mass an Disziplin und Selbstverantwortung.

Auch die Aussage von Ivo Bättig hat mich zum Nachdenken angeregt. Er meinte: «Die Vorstellung von Selbstorganisation ist oft zu romantisch. Gestaltungsfreiraum bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen.» Nicht jeder Mitarbeiter möchte diese Verantwortung tragen. Das wurde auch in den verschiedenen Diskussionen klar. Trotzdem muss auch ein solcher Mitarbeiter in den Entwicklungsprozess eingebunden werden. Grundsätzlich lässt sich festhalten: Das neue Denken ist ein Loslassen, ein Verlernen alter Muster, die sich in unserer Kultur manifestiert haben. Diese Entwicklung ist natürlich alles andere als einfach. Die Veränderung braucht Zeit, einen offenen Dialog und transparente Prozesse.

Nur wer eine aktive Rolle einnimmt, kann Dinge ins Rollen bringen

Ein grosses Highlight an den «New Work Sessions» war für mich, dass ich einen Beitrag dazu leisten durfte. Zusammen mit Michel Ganouchi, Manuel Marquina und der Moderatorin Prof. Dr. Alexandra Cloots diskutierten wir zusammen mit den Zuhörern zum Thema: «Die Galaxie der flexiblen Arbeitsmodelle – ein Kurztrip!» Als digitaler Nomade durfte ich meine Sicht zur flexiblen Arbeitskultur aufzeigen. Dazu hatte ich ein Abstrakt geschrieben. Flexibilität beginnt im Kopf, es ist eine Haltung, wie ich auf verschiedene Situationen reagiere. Es ist ein Verlernen, ein Dazulernen, ein Entwickeln neuer Muster und ein laufender Prozess. Wie ich immer gerne betone: Nur wer eine aktive Rolle einnimmt, kann Dinge ins Rollen bringen. Eine passive Haltung bringt uns nirgendwo hin; wir bleiben damit nur stehen.

Diese aktive Rolle werde ich persönlich noch intensiver wahrnehmen. Der 25. September war ein motivierender Tag, der mich gespannt in die Zukunft blicken lässt. Am 10. Juni 2020 findet wieder die New Work Experience statt und ich freue mich sehr auf diesen Anlass.

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Thomas Wickart
Thomas Wickart

markenarchitekt & digital nomad | Speaker | XING Insider, WICKART.DIGITAL

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#Designlover. #Brandmaker. #Creativethinking. #Digitalnomad #DigitalPioneer. Brandarchitect & Designer @wickartig | Founder @_bureaud | Cofounder @unitx_ch | Ambassador @zurich & @coworking | Co-Lead @digitalnomadacademy