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Frank Stratmann

Frank Stratmann

für Gesundheitsbeziehungen

eGK geht online - Die Party bleibt aus

Bildquelle: Frank Stratmann
So blicken Nutzer von Smartphones und Tablets auf sperrige Peripherie der eGK für Ihre mobile Endgeräte.

Am Freitag verkündeten die Gesellschafter der gematik die erwartete Freigabe des Online-Produktivbetriebs. Das sei - so geht aus der Pressemeldung der gematik hervor - das Signal für die Industrie, ihre Geräte für das europaweit größte Telematikprojekt auf Grundlage der bereitgestellten Kriterien zu finalisieren.

Jetzt ist die Industrie am Zuge, ihre Produkte zur Zulassung einzureichen.
Alexander Beyer, Geschäftsführer der gematik

Ende April meldete heise online die elektronische Gesundheitskarte könne zwar mobil genutzt werden, allerdings nur mit viel Aufwand und Umstand für die Versicherten. Für den Anbieter des Online-Gesundheitskontos Vitabook steckt die Gesundheitskarte in der Sackgasse. Vitabook liest im Gutachten zur Fragestellung, wie es um die mobile Nutzung der eGK mit Smartphone oder Tablet bestellt sei, ein "unmöglich". Woanders ist zu lesen: Es geht, es ist aber wegen der kontaktbehafteten Kassenkarten sehr umständlich.

Ist die eGK mobilfähig?

Jein. Als vor 15 Jahren die Einführung der eGK beschlossen wurde, passierte das noch unter der Annahme, Patienten könnten außerhalb des Systems gehalten werden. Ein Trugschluss. Binnen 10 Jahre hat das Smartphone nicht nur die Hosentasche erobert, sondern hat auch den kulturellen Umgang mit den eigenen Gesundheitsdaten auf den Kopf gestellt.

Um die eGK mit einem Smartphone oder Tablet zu nutzen, muss ein Karten-Lesegerät über Bluetooth oder USB-Schnittstelle verbunden werden. Allein die Anschaffung eines Karten-Lesegeräts dürfte die eGK Inhaber abschrecken, bringen moderne Endgeräte doch kontaktlose Schnittstellen wie NFC mit. Die Prüfer bestätigen ...

Da aktuell für kontaktlose Karten im Gesundheitswesen, bspw. in Ermangelung entsprechender zugelassener Kartenleser, keine Anwendungsszenarien existieren, gibt es derzeit keine eGK mit kontaktloser Schnittstelle.

Somit gilt das Jein. Ja, weil technisch grundsätzlich möglich. Nein, weil zustäzlich benötigtes Equipment und techisches Geschick zum Herstellen der Verbindung die Benutzerfreundlichkeit ad absurdum führen. In sofern gilt, was Vitabook in seiner Meldung zu dem Thema betont: Die eGK hat die Erwartungen nicht erfüllt. Diese Erwartungen, die Teilhabe an der Digitalisierung des Gesundheitswesen zu vereinfachen, bietet die eGK so nicht.

Bildquelle: gematik
Beispielhafte Anbindung der Geräte der Versicherten an die Telematikinfrastruktur.

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Über den Autor

Frank Stratmann
Frank Stratmann

Mitglied des Vorstands und Pressesprecher, Bundesverband Internetmedizin e.V.

für Gesundheitsbeziehungen

Meine Überlegungen drehen sich um die digitale Transformation von Gesundheitsbeziehungen. Nach meiner Einschätzung verändert die Digitalisierung die Verhältnisse, in denen Gesundheit gelingt. Verändern sich die Verhältnisse, wandeln sich die Beziehungen.
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