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Tijen Onaran

Tijen Onaran

Insiderfür Kommunikation & Digitalisierung

Frauenförderprogramme in Unternehmen? Noch ausbaufähig!

Umfrage von Women in Digital e.V. / 2016

Frauenförderung ist in. Unternehmen haben längst verstanden, dass mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen, nicht nur gut für die Unternehmenskultur ist, sondern einfach auch einen Wettbewerbsvorteil bringt. Die Zahlen sind trotz allem noch recht ernüchternd: 2014 lag der Anteil von Frauen in Führungspositionen bei 29,7%. Zu den Gründen gibt es verschieden Theorien, weshalb wir unsere Community von Women in Digital e.V. gefragt haben, was ihnen bei der Förderung wirklich hilft und was nicht.

Förderprogramme treffen nicht den Nerv

Die Einsicht ist da, die Umsetzung geht noch besser! Die Förderprogramme in Unternehmen treffen anscheinende nicht den Nerv. Unsere Befragten antworteten auf die Frage, was ihnen am meisten bei der eigenen Karriere helfe, dass Netzwerke, Mentoring und Sichtbarkeit eine entscheidendere Rolle als Förderprogramme spielen. Woran das liegt? In erster Linie an unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten. Diejenigen, die die Förderprogramme organisieren und gestalten (müssen), sind am Ende nicht die, die es betrifft. Hinzu kommt, dass Förderprogramme als Aufgabengebiet noch „on top“ kommen und nicht die Aufmerksamkeit erfahren, die zur Etablierung wichtig wäre.

Wenig Freiheiten – Präsenzkultur hemmt

Die Präsenzkultur in Unternehmen zahlt nicht unbedingt auf das Konto „Expertentum“ oder „Sichtbarkeit“ ein. In einem meiner Artikel schrieb ich: „Wenn wir Sheryl Sandbergs wollen, müssen wir sie auch machen!“. Insbesondere im Hinblick auf die Sichtbarkeit von Frauen, müssen Unternehmen das „Loslassen“ lernen. Wenn wir den Expertinnen, Ideengeberinnen und Gestalterinnen nicht den Raum geben, sich und das Unternehmen auf Konferenzen und Panels zu präsentieren, schlägt jedes noch so gut durchdachte Förderprogramm fehl. Wir brauchen ein „Mehr“ an Vertrauen in die Expertise und Gestaltungskraft der weiblichen Führungskräfte, um ein „Mehr“ an Förderung zu erreichen.

Auf internes Mentoring zu setzen engt ein

Mentoringprogramme sind wichtig und schaffen Reflexionsfläche ohne vorzugeben. Am effektivsten sind sie jedoch, wenn der Blick auch über die Unternehmensgrenzen hinaus geht. Role-Models gibt es im Zweifeln mehr außerhalb als intern – zumal auch nicht jeder eine interne Mentorin bzw. einen internen Sparringspartner möchte. Mentoring funktioniert zum einen nur dann, wenn beide Seiten etwas davon haben: Mentor/-in und Mentee. Zum anderen muss es auch hier eine neutrale Koordinierungsstelle geben, die mit Sensibilität und gutem Fingerspitzengefühl Mentor/-in und Mentee zusammenbringt. Ein offenes Mentoringprogram auch die Erweiterung des Netzwerks, was wiederum neue Kooperationen hervorbringen kann.

Unternehmen müssen ihren weiblichen Führungskräften die Möglichkeit geben zu Botschafterinnen, Netzwerkerinnen und Mentorinnen zu werden – nur so schaffen wir eine Kultur des Förderns und nur so können alle wachsen!

Die vollständige Grafik gibt es hier

Über den Autor

Tijen Onaran
Tijen Onaran

Gründerin&Managing Director startupaffairs/ Gründerin&Vorsitz. Women in Digital, startup affairs

Insiderfür Kommunikation & Digitalisierung

Es begann alles in der Politik: dort wird viel kommuniziert - komplex und gerne auch so, dass die Zielgruppe sich fragt: was will der Autor uns damit sagen? Kommunikation fordert, hilft und prägt. Die Digitalisierung eröffnet uns dabei ganz neue Räume - ich freue mich auf diesen Raum hier!
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