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Ivo Bättig

Ivo Bättig

für Responsive Organisations

Holacracy-Praxis in a nutshell - Teil 1

Am 1. April 2017 haben wir (die (ehemalige) Unic-Geschäftsleitung) die Holacracy-Verfassung ratifiziert

Ich stelle hier von Zeit zu Zeit ein paar wichtige Erkenntnisse aus unserer (Unic) Holacracy-Praxis in Kürze vor (häufig aus der Sicht einer Führungskraft - vieles davon gilt jedoch auch generell). Dies soll einen Einblick in diese grosse Veränderung geben und auch Fragen/Meinungen aufbringen, welche es in der neuen Organisation- und Arbeitsform zu diskutieren und lösen gilt.

Sachen lernen und entlernen

Mit der Einführung von Holacracy gilt selbstverständlich diverse Sachen dazu zu lernen (neue Prozesse, neue Rollen, eine Verfassung, Best-Practices, Selbstorganisation, etc.). Als (ehemaliger) Manager geht es jedoch auch darum Sachen zu "entlernen" - Gewohnheiten, welche wir über die Jahre entwickelt haben zu hinterfragen und neu und anders zu an zu wenden. Dabei handelt es sich unter Umständen auch um Sachen, welche mich in einem klassischen System erfolgreich gemacht haben (z.B. Delegation, Kontrolle, Machterweiterung, Seilschaften bilden, Übersteuern). 

Los lassen

Als (ehemaliger) Manager musst du lernen Sachen los zu lassen - heisst nicht einfach fahren lassen, doch sich zu Fragen ob der gerade behandelte Vorschlag sicher genug ist und keinen bleibenden Schaden hinterlässt. Wir wollen ja schliesslich die Kompetenzen aller nutzen und auch Sachen ausprobieren - ohne dies entsteht keine schnelle Anpassungsfähigkeit und auch kaum wenig Neues. D.h. es gilt sich stets die Frage zu stellen: “Safe enough to try?”

Maturitätsfrage

Man macht Holacracy nicht richtig oder falsch. Die Ratifizierung in Form einer Machtabgabe an die Prozesse der Verfassung ist sehr absolut, doch alles andere ist eine Frage der Maturität, d.h. wie man Holacracy lebt. In einer tiefen Maturität zu starten ist ganz ok - mit der Absicht sich stets zu verbessern und eine bessere Praxis zu entwickeln.

Prozess und Kultur

Zu Beginn der Einführung von Holacracy hat man Respekt von der eventuellen Kompliziertheit oder Ungewohntheit der neuen Prozesse. Doch diese hat man trotz einer nötigen Eingewöhnung sehr schnell im Griff. So richtige schwierig wird es beim Thema der Kultur der Selbstorganisation. Diese gilt es zu entwickeln und das dauert in der Regel deutlich länger als die Prozessadaption.

Über den Autor

Ivo Bättig
Ivo Bättig

Partner, Unic

für Responsive Organisations

Seit Jahren in "klassischen" Führungsfunktionen unterwegs und stets mit Fragen der Organisations- und Unternehmensentwicklung beschäftigt. Heute Partner bei Unic und überzeugt, dass die Digitale Transformation mehr als neue Technologien braucht - es gilt Organisationen und Arbeit anders zu leben.
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