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Ivo Bättig

Ivo Bättig

für Responsive Organisations

Holacracy-Praxis in a nutshell - Teil 4 (und Wünsche?)

CC0 - Marisa04
Was für inhaltliche Wünsche habt ihr für's 2018?

Ein paar weitere wichtige Erkenntnisse aus unserer (Unic) Holacracy-Praxis in Kürze. Dies soll einen Einblick in diese grosse Veränderung geben und auch Fragen/Meinungen aufbringen, welche es in der neuen Organisation- und Arbeitsform zu diskutieren und lösen gilt.

Hier geht es zu Teil 1, Teil 2 und Teil 3

Vorschläge sind per se gültig

Jede Spannung (ein mögliches Potential den Sinn & Zweck noch besser zu erfüllen oder ein erkanntes Problem) muss in Holacracy immer zusammen mit einem Vorschlag ergänzt werden. D.h. keine Spannung ohne Vorschlag - für den Vorschlag kann jedoch der Kreis um Hilfe gebeten werden. Das Mächtige ist, dass jeder Vorschlag per se Mal gültig d.h. ich muss nicht zuerst alle anderen von meinem Vorschlag überzeugen und das ok von allen einholen. Dadurch entsteht auch viel mehr Wille mit Vorschlägen zu kommen - zudem führen Vorschläge zu Veränderung und wir wollen uns ja laufend anpassen. Damit kein Schaden entstehen kann, gibt es die Möglichkeit Einwände gegen einen Vorschlag einzubringen, jedoch werden diese Einwände geprüft - der geäusserte potentielle Schaden darf nicht eine reine Vermutung sein und muss mit der eigenen Rolle zu tun haben.

In der Praxis haben wir festgestellt, dass es sehr wenige Einwände und kaum gültige Einwände gibt. Anfangs ist man versucht Einwände gegen Vorschläge zu finden - es muss doch einen Grund geben, dass diese Idee/Vorschlag nicht funktioniert oder nicht vollständig ist... Mit einer gewissen Übung lernt man nur noch mögliche gültige Einwände zu formulieren und man weiss auch, dass man bei einem gültigen Einwand die anspruchsvolle Aufgabe hat, diesen mit dem Vorschlag zu vereinen, d.h. man wird gefordert eine gemeinsame Lösung zu finden.

Ausprobieren

Durch die vielen Vorschläge (und deren per se Gültigkeit) entsteht viel Energie neue Sachen auszuprobieren. Wir wissen auch, dass wir diese Sachen jederzeit bei Bedarf rasch wieder anpassen können. Die Frage ist ja nur "Safe enough to try?". Das Ziel ist möglichst viel auszuprobieren - etwas in Richtung Trial & Error. Und dass kein "Error" entsteht hat man ja seine Kreismitglieder, welche möglichen Schaden mit Einwänden aufbringen können. Durch das Ausprobieren wird die Flexibilität erhöht und Tempo generiert.

...noch was zu Sinn & Zweck

Inzwischen haben wir ja erfahren, dass jeder Kreis und jede Rolle einen vom äusseren Kreis abgeleiteten Sinn & Zweck hat. Dadurch steht das WARUM gegenüber dem WIE und WAS im Zentrum.

Soweit nix neues, doch dazu eine spannende philosophische Ergänzung von Friedrich Nietzsche: „Wer ein WARUM zum Leben hat, erträgt fast jedes WIE.“ :-)

...und zu guter Letzt

Habe ich noch eine Frage an Euch: was für Inhalte würdet Ihr euch zum Thema Responsive Organisationen / Holacracy im neuen Jahr wünschen? Habt Ihr spezifische Fragen, welche Ihr gerne beantwortet haben möchtet und/oder Erfahrungen, welche ich mit Euch teilen soll?

Ich wünsche Allen ein paar geruhsame, friedliche und erfüllende Festtage - wir sehen uns im 2018 wieder - auf das wir im 2018 ein paar weitere Organisationen in Richtung Responsive/Teal wandeln können ;-)

Über den Autor

Ivo Bättig
Ivo Bättig

Partner, Unic

für Responsive Organisations

Seit Jahren in "klassischen" Führungsfunktionen unterwegs und stets mit Fragen der Organisations- und Unternehmensentwicklung beschäftigt. Heute Partner bei Unic und überzeugt, dass die Digitale Transformation mehr als neue Technologien braucht - es gilt Organisationen und Arbeit anders zu leben.
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