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für Internationales Management und Marketing

Innovation Booster Diversity

Es hat sich inzwischen herumgesprochen: Je vielfältiger die Teams in unseren Unternehmen sind, desto mehr Ideen werden generiert. Es stellt jedoch eine große Herausforderung dar, diese Ideen detailliert zu erfassen und dafür zu sorgen, dass sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind und gewinnbringend realisiert werden.

Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei, nicht nur die „Power of Diversity“ innerhalb Ihrer Belegschaft zu nutzen, sondern auch Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig zu motivieren und an Ihr Unternehmen zu binden.

Tipp 1: Beziehen Sie die GESAMTE BELEGSCHAFT in den Innovationsprozess ein!

Oft beschäftigt sich nur ein kleiner Teil der Belegschaft mit dem Innovationsmanagement. Dadurch werden viele Ideen nur in kleiner Runde ausgesprochen und selten realisiert.

In Wirklichkeit spricht vieles dafür, dass nahezu ALLE Mitarbeitenden innovative Ideen haben. Ergo: Organisationen sollten adäquate Möglichkeiten dafür schaffen, damit die Ideen ALLER Mitarbeitenden in die Innovationsprozesse des Unternehmens einfließen. Dies fördert zugleich die Mitarbeitermotivation und trägt zur Selbstverwirklichung jedes einzelnen Mitglieds der Belegschaft bei.

Zudem profitieren Ihre Zielgruppen von dieser Strategie. Denn derzeit entwickeln oft recht homogene Teams Produkte und Dienstleistungen für sehr heterogene Märkte. Produkte wie Staubsauger, Mobiltelefone, Software und Autos werden aber von Männern und Frauen fast aller Altersgruppen rund um den Globus gekauft. Um die Bedürfnisse aller Kundengruppen in adäquater Form zu berücksichtigen, sollten Innovationsteams ebenso heterogen sein wie die Zielgruppen, die Ihr Unternehmen erreichen möchte.

Tipp 2: Schaffen Sie eine positive Innovationskultur in Ihrem Unternehmen!

Nur wer sich an seinem Arbeitsplatz wohl fühlt, ist motiviert und kreativ. Etablieren Sie einen kooperativen Führungsstil und stellen Sie Ihren Mitarbeitenden genügend Raum und Zeit zur Verfügung, damit sie ihre Kreativität ausleben können. Bei Brainstormings sollten alle ihrer Phantasie freien Lauf lassen und erst mal ALLE Ideen „erlaubt“ sein – eine detaillierte Analyse und Machbarkeitsprüfung kann in einem späteren Stadium erfolgen. Arbeit MUSS Spaß machen und wer Spaß an einer Sache hat, wächst oft über sich selbst hinaus und ist besonders kreativ.

Tipp 3: Fördern Sie das Innovationsmanagement auf allen Ebenen!

Unternehmen, die sich für die Ideen aller Mitarbeitenden interessieren, haben Holschulden und müssen das auch im Alltag beweisen. Dies bedeutet, dass Führungskräfte aktiv auf ihre Teammitglieder zugehen und das Innovationsmanagement fördern sollten. Diese Holschulden im Innovationsprozess sollten in den Zielvereinbarungen aller Führungskräfte im Unternehmen fest verankert werden. Da auch die Führungskräfte der diversen Unternehmensbereiche meist sehr unterschiedlich sind, sollten ihnen mehrere Wege und Tools angeboten werden, mit denen sie ihre Mitarbeitenden motivieren können, sich aktiv am Innovationsprozess zu beteiligen.

Tipp 4: Nutzen Sie Collaboration-Tools für das Innovationsmanagement!

Projektteams sollten stets parallel zum Kernprojekt einen Innovationsblog führen und einen Lessons-Learned-Bereich im digitalen Workspace mit Verbesserungsvorschlägen und neuen Ideen befüllen. Denn oft erkennt jemand einen konkreten Bedarf, eine andere hat eine Idee dazu und ein Dritter entwickelt die Idee weiter. Nutzen Sie alle zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten in Ihrem Unternehmen, um so den Innovationsprozess zu fördern.

Tipp 5: Weg mit Formalismus - bieten Sie konkrete Unterstützung im Innovationsprozess an!

In vielen Unternehmen ist es zwar möglich, dass alle Mitarbeitenden Verbesserungsvorschläge machen und Ideen einreichen können, für manche sind die Hürden dafür aber zu hoch. Denn nicht alle sind in der Lage, ihre Ideen in adäquater Form schriftlich darzustellen – zum Beispiel weil sie in der Produktion arbeiten und die deutsche Sprache nur rudimentär beherrschen. Wer hier formale Hürden abbaut und allen Interessierten konkrete Hilfestellungen – zum Beispiel in Form eines Ideen-Coachs oder Mentors – anbietet, wird am Ende gewinnen.

Tipp 6: Communication first - promoten Sie Ihr Ideenmanagement!

Um die gesamte Belegschaft zu animieren, ihre Ideen ins Innovationsmanagement einzubringen, benötigen Sie ein detailliertes Kommunikationskonzept. Dieses Konzept sollte so ausgefeilt sein, wie ein Konzept für ihre wichtigsten Kundengruppen. Bei den Kommunikationsmaßnahmen sind der Phantasie fast keine Grenzen gesetzt. Diese reichen von CEO-Videos über Wettbewerbe bis hin zu Vision Boards für einzelne Unternehmensbereiche.

Tipp 7: Öffnen Sie Ihren Innovationsprozess in alle Richtungen!

Nicht nur Ihre Mitarbeitenden haben spannenden Input für ihr Innovationsmananagement, sondern alle Stakeholder ihres Unternehmens, dazu zählen auch Kunden, Partner, Lieferanten, die Presse und Leute, die bisher mit ihren Produkten oder Dienstleistungen noch nichts zu tun hatten. Öffnen Sie Ihren Innovationsprozess in alle Richtungen, hinsichtlich der Beteiligten am Innovationsprozess, der Methoden und der Locations, an denen Innovationen entwickelt werden. Ein Worldcafé im nahe gelegenen Park fördert mit Sicherheit andere Ideen zu Tage als das klassische Meeting im altbekannten Besprechungsraum.

Tipp 8: Testen Sie das anonyme Ideenmanagement!

Menschen sind sehr unterschiedlich. Sehr oft setzen sich die Extrovertierten im Innovationsmanagement durch. Die Introvertierten haben aber manchmal die besseren Ideen. In Unternehmen mit sehr hierarchischen Strukturen spielt es auch eine große Rolle, auf welcher Hierarchieebene der Ideengeber bzw. die Ideengeberin agiert. Um Diskriminierungen jeglicher Art von Anfang an im Keim zu ersticken, sollte es die Möglichkeit geben, Ideen im ersten Step anonym einzureichen. Erst im zweiten Step sollte der Ideengeber bzw. die Ideengeberin dem Gremium, das die Ideen bewertet, namentlich genannt werden.

Tipp 9: Stellen Sie ein heterogenes Team für die Ideen-Bewertung zusammen!

Wer bewertet in Ihrem Unternehmen die Ideen der Belegschaft? Haben Sie dieses Gremium schon einmal unter Diversity-Aspekten unter die Lupe genommen? In manchen Unternehmen sind die Teams, die Ideen aus der ganzen Belegschaft bewerten, wahre Monokulturen. Aufgrund dieser Homogenität werden manchmal vielversprechende Ideen abgelehnt, weil das homogene Bewertungsteam den Mehrwert dieser Ideen nicht erkennt. Ein vielfältiges Team, das die Innovationsprozesse im Unternehmen steuert, ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für Ihr Innovationsmanagement.

Tipp 10: Schaffen Sie eine konstruktive Feedbackkultur!

Alle Mitarbeitende und andere Stakeholder, die Ideen bei Ihrem Unternehmen einreichen, investieren ihre Lebenszeit in Ihre Firma. Ein solches Verhalten verdient große Wertschätzung – unabhängig davon wie unrealistisch eine bestimmte Idee vielleicht auf den ersten Blick ist. Geben Sie daher ALLEN Ideengeberinnen und -gebern IMMER ein ausführliches, zeitnahes Feedback. Wird eine Idee realisiert und bringt sie dem Unternehmen einen großen Mehrwert und / oder beträchtliche Umsatzsteigerungen sollte der betreffende Mitarbeiter bzw. die Mitarbeiterin in adäquater Weise belohnt werden. Da Ideen und Mitarbeitende sehr heterogen sind, benötigen Sie ein sehr ausgeklügeltes Kompensationssystem, das die Vielfalt unter den Ideengeberinnen und –gebern berücksichtigt. Denn nicht alle wünschen sich Anerkennungen in monetärer Form. Für manche sind flexiblere Arbeitszeitmodelle oder die Realisierung eines Wunschprojektes wichtiger als das Plus auf dem Konto.

Über die Autorin

Sonja App ist Managementberaterin mit Fokus internationales/interkulturelles Management und Marketing, Innovationsmanagement, Diversity Management und Relationship Management sowie Fachbuchautorin, interkulturelle Trainerin und Coach. Sie moderiert die XING Ambassador Community Diversity Management und veranstaltet regelmäßig offizielle XING Events zu verschiedenen Aspekten des Diversity Managements, wie zum Beispiel Vorträge, Workshops, Seminare und Webinare sowie innovative Events zum Networking wie kulinarische Weltreisen, interreligiöse Reisen und Länder-Specials wie "XING Adventure - Schwedische Nacht". Weitere Informationen zu Sonja App: www.sonja-app.com

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Vor 15 Jahren gab es weder soziale Medien noch Smartphones, agiles Arbeiten war hierzulande unbekannt. Unvorstellbar, was in den kommenden 15 Jahre alles Neues entstehen und wie sich unsere Arbeitswelt entwickeln wird! In welchen Berufen werden wir künftig überhaupt arbeiten – und wie? Wie verändert die künstliche Intelligenz den Recruiting-Prozess? Wird die Arbeitswelt von morgen gerechter sein – oder tiefer gespalten?

Zusammen mit dem Zukunftsforscher und Gründer des Trendbüros, Professor Peter Wippermann, hat XING 15 Trends untersucht, die Arbeitnehmer und Unternehmen betreffen und die Gesellschaft verändern werden. Unsere Prognosen basieren auf der wissenschaftlichen Expertise des Trendbüros, einer repräsentativen Umfrage unter den XING Mitgliedern und E-Recruiting-Kunden sowie aus unserer Erfahrung als Vorreiter beim Thema New Work.

Die 15 Trends lassen wir ab dem 5. November täglich auf XING diskutieren – auf XING Klartext, von unseren XING Insidern und im XING Talk. Alle Beiträge finden Sie gesammelt auf einer News-Seite.

  • In der Woche ab dem 5. November dreht sich alles darum, was sich für den einzelnen Arbeitnehmer ändert.
  • Ab dem 12. November diskutieren wir eine Woche lang die Folgen des Wandels für Unternehmen.
  • Eine Woche später, ab dem 19. November, thematisieren wir, wie sich unsere Gesellschaft verändern wird.

Bei Fragen, Feedback und Ideen erreichen Sie die Redaktion von XING News unter klartext@xing.com. Wir freuen uns auf spannende und hitzige Diskussionen!

Über den Autor

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Geschäftsführende Inhaberin, Sonja App Management Consulting

für Internationales Management und Marketing

Sonja App ist Managementberaterin mit Fokus internationales Management und Marketing, Innovationsmanagement, Diversity und Relationship Management sowie interkulturelle Trainerin und Coach. Sie moderiert die XING-Gruppe "Erfolg durch Diversity - Success via Diversity" und ist Fachbuchautorin.
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