Problems logging in
Oliver Koch

Oliver Koch

for Digitalisierung, Mensch, Technik

Innovation in Zeiten der Digitalisierung

AdobeStock 190160872

Stetige Weiterentwicklung und Erneuerung sind die Kernpunkte für wirtschaftlichen Erfolg, gerade in Zeiten der digitalen Transformation. Doch oft scheitert dies an den Beharrungskräften über alle Ebenen im Unternehmen hinweg. Grundlegenden Schritte müssen eingeleitet werden.

Innovation spielt in den meisten Branchen seit jeher eine entscheidende Rolle, um am Markt erfolgreich zu sein und zu bleiben. Mit der Digitalisierung dreht sich das Rad dabei immer schneller:

Kundenbedürfnisse ändern sich rasant und neue Wettbewerber treten in immer kürzeren Zeitabständen auf den Plan.

Der Innovationsdruck, der in vielen Branchen vorherrscht, ist daher kaum noch überschaubar und für Mitarbeiter nur noch schwer zu schaffen. Gleichzeitig ändert sich auch die Art, wie wir arbeiten: Immer mehr Prozesse oder Arbeitsschritte werden technologisiert und vom Computer ausgeführt. Zudem erfordern die Entwicklungen mehr und mehr bereichsübergreifende Zusammenarbeit – was wiederum die Komplexität steigen lässt. Gleichzeitig werden die einzelnen Teams agiler, diverser sowie projektbezogener. Das sind nicht die besten Voraussetzungen, um Innovationen voranzutreiben.

Die entscheidende Rolle haben daher die Führungskräfte. Doch auch diese hängen noch oft an den bewährten, langsamen Prozessen. Die Problematik lässt sich zwar lösen, erfordert aber ein Umdenken im gesamten Unternehmen.

Innovationskultur aufbauen

Eine wichtige Vorbedingung ist, dass Veränderungen und vor allem die Veränderungsbereitschaft von der Unternehmensspitze vorgelebt wird. Von dort aus muss eine Innovationskultur aufgebaut werden, die sich nachher durch das ganze Unternehmen zieht. Dafür werden nicht nur Normen und Denkhaltungen aufgebaut, es schließt auch fest definierte Prozesse eine, die Ideenfindungen erleichtern bzw. vorgeben. Das bedeutet aber auch, Herrschaftswissen aufzugeben und einen transparenten Informationszugang für alle Mitarbeiter sicherzustellen.

Eine weitere wichtige Aufgabe seitens der Unternehmensführung ist der Aufbau der entsprechenden Kompetenzen, vor allem bei den Führungskräften, die am Innovationsprozess beteiligt sind. Denn gerade diese sind häufig mehr damit beschäftigt, für den Innovationsprozess zu werben, anstatt ihn umzusetzen.

Kommunikation hilft

Führungskräfte haben wiederum die Aufgabe, Mitarbeiter auf die laufenden Veränderungen einzustimmen und vorzubereiten. Wobei hierbei eine Kombination von verschiedenen Maßnahmen erforderlich ist.

Im Mittelpunkt steht dabei die Kommunikation. Denn bei zunehmender Ausdifferenzierung der Teams und damit einhergehender Entfremdung der Teammitglieder untereinander können Effizienz und Zusammenarbeit als wichtige Aspekte der Innovation leiden.

Führungskräfte müssen daher den Austausch sicherstellen mit den Mitarbeitern, aber auch bei den Mitarbeitern untereinander. Neben der Nutzung moderner Kommunikationsmittel sind vor allem regelmäßige und vermehrte Gesprächs- bzw. Abstimmungszyklen wichtig. Kontinuierlicher Austausch muss möglich sein, damit jeder weiß, woran gerade gearbeitet wird.

Wichtig ist neue Fehlerkultur

Im Umkehrschluss darf das Mehr an Kommunikation aber keinesfalls zu einer Überwachung der Mitarbeiter führen. Im Gegenteil: Ihnen muss der Handlungsspielraum eingeräumt werden, der an anderer Stelle bspw. durch die Automatisierung von Aufgaben, genommen wurde. So können Mitarbeiter ohne hierarchische Umwege schneller auf Kundenanfragen oder neue Trends reagieren.

Entscheidend dafür ist jedoch eine neue Fehlerkultur. Viele Unternehmen und Führungskräfte fahren noch immer eine Nullfehlerkultur – absolut tödlich für jede Art von Innovation. Denn es gibt keine Kreativität und Weiterentwicklung ohne Fehler und die Möglichkeit, diese zu machen. Denn heutzutage bedeutet Schnelligkeit Erfolg, nicht unbedingt die perfekt Reife.

Fazit

Es klingt zwar paradox, aber Innovation wird durch Digitalisierung nicht leichter, im Gegenteil. Die Entwicklungen machen einen Kulturwandel und ein Umdenken nötig, die sich durch das ganze Unternehmen ziehen müssen. Entscheidend dabei sind Kommunikation sowie der Mut, den Weg der Fehler zu gehen und auch mal zu scheitern. Führungskräfte stehen im Zentrum, sie müssen Kommunikation sicherstellen aber auch ermutigen. Jeder, der sich mit so umfassenden Change Management-Prozessen beschäftigt hat, weiß, welche enorme Aufgabe das ist - es lohnt sich aber.

About the author

Oliver Koch
Oliver Koch

Geschäftsführer, SOLCOM GmbH

for Digitalisierung, Mensch, Technik

Oliver Koch ist Geschäftsführer der SOLCOM GmbH, einem der führenden Technologiedienstleister in den Bereichen IT und Engineering. Aus dieser Erfahrung heraus schreibt Oliver Koch als Experte über die Auswirkungen der digitalen Transformation.