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Dirk Müller

Dirk Müller

für Börse, Wirtschaft & Finanzen

Investmentthema Künstliche Intelligenz – Das Internet bekommt eine neue DNA

Jirsak / shutterstock.com

Viele Erfindungen verändern die Gesellschaft, aber kaum eine hat es je so tiefgreifend getan, wie es die Entwicklung der künstlichen Intelligenz tun wird. Bislang haben uns Maschinen viel der täglichen Arbeit abgenommen. Computer mit ihren bisherigen Schaltkreisen haben uns beim Rechnen und Organisieren von Daten unterstützt. Doch die künstliche Intelligenz wird für uns eine wesentliche Eigenschaft des Menschen übernehmen: das Denken.

Künstliche Intelligenz bedeutet, dass der Computer selbständig Situationen analysiert und mit einer sich verändernden Lage interagiert. Dabei lernt er ständig dazu, um seine Analysen und Reaktionen zu perfektionieren. Die heute bereits bestehenden Beispiele faszinieren und geben einen hoffnungsvollen, aber zugleich beängstigenden Eindruck von dem, was uns in naher Zukunft erwartet. Kürzlich hat die Datenkrake Google mit KI Google Duplex ein erstaunliches Experiment vorgestellt. Duplex ruft in einem Restaurant an und bestellt mit einer Stimme, die von der eines echten Menschen kaum mehr zu unterscheiden ist. Das Programm hat im Dialog mit dem menschlichen Gegenpart im Restaurant keinerlei Probleme mit dessen vernuschelter Aussprache und Halbsätzen. Die KI imitiert dabei sogar die menschlichen Sprachfloskeln, Denkpausen und Füllelemente wie „hmmm“ beim simulierten Nachdenken. Ein wunderbarer Service. Man ruft „Alexa, bestell mir einen Tisch für 4 Personen im Knossos für 18 Uhr“ und das dafür nötige Telefonat samt Eintrag in den Kalender erledigt der digitale Assistent. Schöne neue Welt, die uns tatsächlich große Möglichkeiten erschließt. Doch kombiniert mit der heute bereits nahezu perfekten Möglichkeit, jede beliebige Stimme zu simulieren, lassen sich die Möglichkeiten des Missbrauchs bereits ansatzweise erahnen. Weiter geht es mit militärischen Kampfmaschinen. Die ersten vollständig autonomen Systeme sind gerade in der Erprobungsphase. Sie bewegen sich selbständig im Kampfgebiet, analysieren die Lage und treffen völlig autonom die Entscheidung über Leben und Tod. Wir sind der einst für Science-Fiction gehaltenen Welt des Terminators bedenklich nahe. Sollen wirklich intelligente Maschinen darüber entscheiden dürfen einen Menschen zu töten?

Es gibt einen winzigen Augenblick in der Zukunft der Menschheit, vor dem die Wissenschaftler große Angst haben. Es ist jener Moment der sogenannten Singularität. Heute werden Computer von Menschen programmiert und setzen ihr vorgefertigtes Programm um. In kleinen Details ist das Programm in der Lage zu lernen und sich zu optimieren. Doch im Augenblick des Erreichens der technologischen Singularität wird eine künstliche Intelligenz die Möglichkeit erreicht haben, sich in seiner ganzen Existenz rasant selbst zu verbessern und zu perfektionieren. Da dies bei Computern in einer bekanntermaßen eindrucksvollen Geschwindigkeit geschieht und das Programm auch diese Geschwindigkeit immer schneller optimiert, befürchten viele Wissenschaftler, dass diese künstliche Intelligenz schon wenige Sekunden nach dem Erreichen der Singularität sich selbst soweit perfektioniert haben wird, dass es die Dominanz über den Menschen ergreift. Eine wahre Intelligenzexplosion, die zu einem Geisteslevel führt, den kein Mensch auf biologischer Weise je erreichen könnte. Welche Antwort würde eine solche perfekte und unbestechliche Intelligenz auf die sich sofort aufdrängende Frage „Wer ist das größte Risiko für mich (und die Umwelt)?“ geben? Der Mensch. Was wäre die logische Konsequenz, die die Maschine daraus ziehen würde? Und schon sind wir mitten im Science-Fiction-Szenario der Terminator-Trilogie. Stephen Hawking, Bill Gates und Elon Musk eint genau diese Sorge, weshalb wir gut beraten sind, sie nicht als unrealistische Option abzutun. Die Schätzungen, wann dieser Zeitpunkt erreicht sein wird, gehen weit auseinander. Aktuell wird das Jahr 2045 herumgereicht. Doch die Wissenschaftler sagen, dass der Zeitpunkt völlig unklar ist und selbst für jene überraschend kommen wird, die daran arbeiten. Es wird plötzlich passieren, mit allen völlig unklaren Konsequenzen. Hawkins, Musk und Gates fordern deshalb eindringlich dazu auf, rechtzeitig Sicherungsmechanismen einzuprogrammieren. Viele von uns werden wohl noch erleben, ob das auch gelingt. Am Ende entscheidet natürlich ihr konkreter Einsatz darüber, ob künstliche Intelligenz die Menschheit voranbringt oder belastet. So könnte künstliche Intelligenz, so lange sie beherrschbar bleibt, uns bei der Lösung zahlloser kleiner und größerer Probleme auch jenseits einer Tischreservierung helfen. Konkrete Auswirkungen sind bereits auf dem Arbeitsmarkt absehbar. Die KI wird in immer schnellerer Abfolge Jobs übernehmen, die bisher dem Menschen vorbehalten waren. Das geht vom Rechtsanwalt über den Ingenieur bis zum Anlageberater. Vielleicht sind die handwerklichen Berufe eines Wasserinstallateurs, Fliesenlegers oder Elektrikers, deren Automatisierung man sich auch mit viel Phantasie nicht vorstellen kann, eines Tages die letzten Arbeitsmonopole der Menschen. Bei aller berechtigter Sorge um die Gefahren, die jede neue Technologie bislang mit sich brachte, sollten wir uns doch auch auf die Chancen und Vorteile konzentrieren und wie wir davon profitieren können.

Welche das sind, hat Dr. Wenzel – ganz mit menschlicher Intelligenz – für uns in unserer aktuellen Cashkurs-Trends Studie zusammengestellt.

Viel Vergnügen mit einem beeindruckenden Blick in unsere intelligente technologische Zukunft,

Ihr Dirk Müller

Über den Autor

Dirk Müller
Dirk Müller

Geschäftsführer, Finanzethos GmbH

für Börse, Wirtschaft & Finanzen

Seit 25 Jahren begleite ich das ständige Auf und Ab an der Börse. Zunächst als amtlich vereidigter Makler am Frankfurter Parkett, heute als internationaler Politik- und Wirtschaftsberater und Manager meines eigenen Aktienfonds. Begleiten Sie mich auf eine spannende Reise durch die Finanzwelt.
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