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Tijen Onaran

Tijen Onaran

für Kommunikation & Digitalisierung

Karriere machen ist eine Entscheidung!

„Wer es an die Spitze eines Unternehmens schafft, hält sich für den Größten. Dabei sollte er den besten Helfern danken: Glück und Zufall.“, schreibt Dr. Rainer Hank in seinem Stück „Der Leistungsmythos“ in der FAZ.

Ich finde: wer es an die Spitze eines Unternehmens schafft, hat es in erster Linie einem großen „Ja“ zu verdanken. Ja zu Optionen, Ja zu Fürsprechern und Ja zu Risiko. Denn auch das zur „Zur-richtigen-Zeit-am-richtigen-Ort“ – Prinzip greift nur dann, wenn Zeit und Ort als Karriereoption erkannt werden. Doch wie verhält es sich eigentlich in meiner Generation – in der Generation Y - mit dem „Karriere machen“? Wollen wir oder wollen wir nicht? Und wenn ja: wie und zu welchen Bedingungen?

Stell Dir vor, Du machst und tust und keiner will

Es scheint als will meine Generation alles. Karriere machen, dabei freitags um 15:00 Uhr nach Hause gehen und gleichzeitig montags die Beförderung bekommen. Dieser Eindruck entsteht zumindest, wenn wir uns die Ergebnisse der Studie „Millenials im Karriere-Marathon: So gewinnen Unternehmen weltweit die bald größte Generation“ anschauen. Gutes Gehalt, sicherer Arbeitsplatz, genügend freie Zeit – alles Faktoren, die den Millenials wichtig sind. Für Arbeitgeber ist das eine Challenge, die es in sich hat: die Besten gewinnen und halten, sowie gleichzeitig dafür Sorge tragen, dass die alte Generation nicht abgehängt wird. Um die Besten zu gewinnen, legen sich Unternehmen ordentlich ins Zeug: Employer Branding steht hoch im Kurs. Die Social Media Kanäle sind die Visitenkarte, wenn es um die Sichtbarkeit der Unternehmenskultur geht. Gezeigt wird was gefällt. Und das sind: Bilder von Team-Events, Bürohunden und animierte Gifs. Aber auch intern wird an Wohlfühlatmosphäre gearbeitet. Ob es die neue Duz-Kultur bei Otto ist oder ob es Inkubatoren und Accelerator Programme wie bei Axel-Springer sind, die Agilität und Machen ausstrahlen. Und dennoch gibt es in meiner Generation immer mehr, die die Bemühungen der Unternehmen zwar schätzen, aber sich dennoch entschieden haben „Life“ über „Work“ zu stellen. Das fängt bei dem Wunsch nach geregelten Arbeitszeiten an und geht über zu klaren Zuständigkeiten im strukturierten Umfeld.

Selbstverwirklichung nur im Sicherheitsmodus

„Irgendwas, das Sinn stiftet“ höre ich oft in Gesprächen. Da liegt die Unternehmensgründung nahe, deren Realisierung häufig schon als das Sinn stiftendes Element in der eigenen Karriere gesehen wird. Freiheit beflügelt, motiviert und Höchstleistung ist auf einmal nicht mehr fordernd, sondern selbstverständlich. Das eigene Business ist in der Generation Y eine tatsächliche Alternative zur Karriere in tradierten Unternehmen. Start-ups erleben Hochkultur und deren Gründer und Gründerinnen sind die „Karriere-Maker“ schlechthin.Und dennoch gibt es so etwas wie die Selbstverwirklichung light. Gründen ja: aber nur ohne Scheitern. Das Sicherheitsbedürfnis meiner Generation scheint auch hier zu greifen – ist dies doch Argument Nr. 1, wenn es um fehlenden Gründergeist in Deutschland geht.

Mit allen Risiken und Nebenwirkungen

Wer heute Karriere machen möchte, braucht neben den Zutaten wie Durchhaltevermögen, Disziplin und dem „zur richtigen Zeit am richtigen Ort-Moment“ vor allem eines: Mut zum Risiko! Sage ich heute einer Beförderung zu, kann morgen die komplette Führungsriege ausgetauscht werden. Mehr Verantwortung heißt auch mehr Kritik: diese anzubringen und einzustecken werden ständige Begleiter. Everybody’s darling muss schnell in die Ablage Z gepackt wandern, direkt neben den Perfektionsanspruch.

Karriere musst Du wirklich wollen. Es gibt keinen doppelten Boden, keinen Airbag und kein System, das vor falschen Abbiegungen warnt. Karriere ist eine Entscheidung. Deine Entscheidung!

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Tijen Onaran ist eine von mehr als 80 XING Branchen-Insidern, die ab sofort regelmäßig ihre persönlichen Einsichten mit den mehr als 10 Millionen XING Mitgliedern teilen.

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Über den Autor

Tijen Onaran
Tijen Onaran

Gründerin, Global Digital Women

für Kommunikation & Digitalisierung

Es begann alles in der Politik: dort wird viel kommuniziert - komplex und gerne auch so, dass die Zielgruppe sich fragt: was will der Autor uns damit sagen? Kommunikation fordert, hilft und prägt. Die Digitalisierung eröffnet uns dabei ganz neue Räume - ich freue mich auf diesen Raum hier!
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