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Crista Henggeler

Crista Henggeler

für Change Management & Kompetenzen der Zukunft

KI - Ein Flug zu ungeahnten Höhen oder der Menschheit tiefster Fall? Gesellschaftliche Chancen und Herausforderungen

Erwähnt jemand KI, denken die meisten Menschen wohl zuerst an Roboter- entweder ein eher menschlich aussehendes Exemplar, wie Star Wars ikonischer C-3PO - oder vielleicht an ein etwas weniger "uncanny valley” anmutendes Modell, wie Wall-E aus dem Disney Pixar-Film. In Wirklichkeit ist KI so viel mehr als bloss Roboter aus Sci-Fi-Filmen. Werfen wir einen kurzen Blick auf die Definition künstlicher Intelligenz:

Laut Gabler Wirtschaftslexikon beschäftigt sich künstliche Intelligenz “[…] mit Methoden, die es einem Computer ermöglichen, solche Aufgaben zu lösen, die, wenn sie vom Menschen gelöst werden, Intelligenz erfordern.” KI-Forschung ist demnach die Untersuchung nicht-biologischer, intelligenter Akteure, welche ihre Umwelt wahrnehmen, in Relation zu ihr handeln und/oder diese manipulieren, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Entsprechend kann eine KI einen physischen Körper besitzen oder auch einfach nur ein Computerprogramm sein.

 Künstliche Intelligenz hat es weit gebracht, von Codeknackern während des zweiten Weltkrieges über das Schlagen russischer Schachmeister in den neunziger Jahren bis hin zu den selbstfahrenden Autos von heute. Und im gleichen Ausmass wie die künstliche Intelligenz Fortschritte erzielt, so nehmen auch die potenziellen Chancen und Risiken zu.

In der Tat glauben viele Experten, dass künstliche “Superintelligenz” und das Eintreten technologischer Singularität - also der Zeitpunkt, an dem KI menschliche Intelligenz übertrifft - noch zu unseren Lebzeiten erreicht werden wird.

In Anbetracht der rasanten Fortschritts im Bereich der KI sind die Bedenken zahlreich.

Einerseits befürchten kritische Stimmen wie Elon Musk und der verstorbene Stephen Hawking, dass die bevorstehende Explosion maschineller Intelligenz die menschliche Zivilisation buchstäblich in die Luft jagen wird - sofern wir uns nicht entsprechend vorbereiten.

Entgegen der landläufigen Meinung entspringt diese Sorge nicht so sehr der Angst davor, dass Maschinen sich der dunklen Seite zuwenden, wie z.B. in Stephen King's "Maximum Overdrive" (die Verfilmung besitzt übrigens hohen Unterhaltungswert!). Da Maschinen nicht über ein Gewissen verfügen, können sie auch nicht in böswilliger Absicht handeln - etwas, wozu der Mensch durchaus in der Lage ist. Die KI kann jedoch Aufgaben und Ziele verfolgen, die in einem Gegensatz zu menschlichen Bedürfnissen stehen können:

Nehmen wir mal an, eine KI hat die Aufgabe, ein Wasserkraftwerk zu bauen. Sie wählt einen günstigen Standort und beschliesst, ein Tal zu überfluten. Sollte sich nun ein Dorf mitten auf dem Flutpfad befinden, ist das schlichtweg Pech, denn es wird die KI nicht davon abhalten, ihren Plan zu realisieren.

Ein weiteres Gegenargument ist die äusserst reelle Gefahr, dass viele menschliche Arbeitskräfte ersetzt werden, was schlussendlich zu Massenarbeitslosigkeit führen kann.

Und nicht zuletzt machen auch superintelligente Maschinen Fehler, wenn sie mit verzerrten oder gar falschen Informationen versorgt werden - dies mit potenziell katastrophale Folgen.

Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch positivere Ansichten: Tom Gruber, Mitgründer von Siri Inc., sieht KI als Chance, die menschliche Zivilisation zu stärken und unsere Fähigkeiten zu erweitern. Daraus folgt, um die äusserst zitierbare Aussage seines TED-Talks zu benutzen: “Every time a machine gets smarter, we get smarter”.

Das der Gebrauch von KI viele Vorteile mit sich bringt, lässt sich schwer leugnen:

  • Eine KI trifft logische, objektive Entscheidungen, unbeeinflusst von Emotionen und ist somit weniger fehleranfällig als ein Mensch.
  • Da eine KI aus künstlichem Material besteht, ist sie definitiv robuster als wir und kann für Erkundungstrips von Orten ausserhalb menschlicher Reichweite verwendet werden.
  • KI’s brauchen keinen Schlaf und können daher rund um die Uhr arbeiten (abgesehen von gelegentlichen Wartungspausen, natürlich).
  • KI erleichtert uns bereits heute den Alltag! Menschen reisen mit GPS, fragen Siri um Rat, und besonders die jüngeren Generationen sehen Smartphones eher als künstliche Gliedmassen als künstliche Intelligenz.
  • Darüber hinaus nutzt die moderne Medizin KI in grossem Ausmass: Computerprogramme helfen bei der Diagnostik und Operationssimulatoren dienen dem Training von Chirurgen, um nur einige Beispiele zu nennen.

Letztendlich ist künstliche Intelligenz an sich weder gut noch schlecht. Sie ist schlicht und einfach, was sie ist: Ein Instrument, das benutzt werden kann, um Menschen zu helfen oder ihnen zu schaden. Folglich geht die Gefahr nicht so sehr von künstlicher, sondern vielmehr von menschlicher Intelligenz aus! Die Verantwortung liegt nicht bei der KI, sondern bei uns. Sie kann uns lediglich bei unseren Unterfangen unterstützen, was auch immer diese sein mögen.

Um mit Star Wars zu schliessen, gestatten Sie mir, die weisen Worte Meister Yoda entsprechend anzupassen: "Möge die Macht der Verantwortung mit uns sein!"

Geschrieben von Nina Feuer auf www.mintminds.ch, 8. Mai 2018

Über den Autor

Crista Henggeler
Crista Henggeler

Founder & Managing Partner, Mintminds AG

für Change Management & Kompetenzen der Zukunft

Ich glaube daran, dass die Schlüsselkompetenz in einer sich permanent und immer schneller verändernden Welt ist, wie gut man mit Veränderung umzugehen weiss. Daher arbeite ich mit Organisationen, Teams und Einzelpersonen, um die Kultur, Beziehungen und Fähigkeiten der Zukunft zu bauen.
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