Problems logging in
Oliver Koch

Oliver Koch

for Digitalisierung, Mensch, Technik

Kommunikationsregeln in der digitalen Transformation

Bildrechte: © fgnopporn – stock.adobe.com; #  113286249

Mit der fortschreitenden Digitalisierung verändert sich auch die Kommunikation in den Unternehmen. Parallel dazu wandeln sich auch die Anforderungen an die Führungskräfte und stellen diese vor neue Herausforderungen.

Zusammenarbeit und Kommunikation im Geschäftsalltag sind heute geprägt von E-Mails, Social Media, Messenger-Diensten oder Video- und Telefonkonferenzen. Die Vorteile sind klar: Mitarbeiter müssen sich nicht mehr physisch an einem Ort befinden, sind zeitlich unbeschränkt und in der Zusammenarbeit dabei deutlich effizienter.

Doch im Gegensatz zur klassischen, direkten Kommunikation geht dabei vieles verloren, unter anderem wichtige Elemente wie Wahrnehmung der Gestik, Mimik oder die Stimme. Damit einher gehen auch Änderungen in der Organisationsstruktur von Unternehmen. Diese werden komplexer, die Teams differenzierter und die Prozesse agiler. Zudem haben sich die Bedürfnisse der Mitarbeiter geändert. Sie wollen mehr Eigenverantwortung und Selbständigkeit sowie mehr Freiheiten und Agilität.

Für Führungskräfte bedeutet dies allerdings ein Defizit an Führungsmöglichkeiten. Führung der klassischen Schule, also Top-Down bzw. Ausübung von Macht, sind nicht mehr möglich. Denn digitale Kommunikation lässt sich nur schwer kontrollieren und einschränken, sie findet oft außerhalb hierarchischer Strukturen statt. Doch genau das bietet aber auch neue große Potenziale.

Kommunikation wird einfacher…und schwieriger

Es sind die Führungskräfte, denen die Aufgabe zukommt, diese Potenziale zu nutzen. Damit das jedoch überhaupt möglich wird, muss sich im Unternehmen zunächst einmal grundlegend die Führungskultur öffnen und Eigenverantwortung sowie dezentrale Selbststeuerung zugelassen werden. Für Führungskräfte bedeutet dies eine neue Rolle: Denn ihre wichtigsten Aufgaben liegen nicht mehr im Führungsbereich im klassischen Sinne, sondern umfassen Kommunikations- und Koordinationsthemen

Denn die oben aufgeführten Technologien ermöglichen Mitarbeitern das gemeinsame Arbeiten in neuen, diversen Teamkonstellationen, unabhängig der traditionellen Hierarchien. Durch die neu gewachsenen Strukturen bekommen Teams und deren Mitarbeiter eine eigene, dezentralisierte Entscheidungsbefugnis. Aufgrund der beschleunigten Wirtschaftswelt sind aber gerade diese Prozesse wichtig für den Erfolg bzw. das Erreichen von Zielen.

Gleichzeitig bieten sie auch ganz neue Chancen, Expertise einzuholen. Sie sind nicht mehr an betriebsinterne oder gar lokale Kompetenzen gebunden. Sie können global nach der passenden Qualifikation suchen und können diese punktgenau sowie flexibel einsetzen. Damit werden Unternehmen schneller und können ressourceneffizienter sowie kostengünstiger handeln

Damit dies funktioniert sind klar artikulierte, gemeinsame Regeln notwendig, z.B. fest definierte Termine zum Austausch. Diese müssen von der Führungskraft nicht nur eingeführt, sondern auch vorgelebt werden.

In der Praxis ist es jedoch schwierig, solche gemeinsamen Kommunikationslinien zu identifizieren und sich dann auch noch auf funktionierende Regelungen festzulegen. Dies einzuhalten erfordert Disziplin von allen Seiten.

Die digitalisierte Führungskraft

Von der Führungskraft erfordert dies in gewisser Weise einen Spagat zwischen den persönlichen Bedürfnissen der Mitarbeiter und der Effizienz sowie den Arbeitsergebnissen. Auch dazu ist Kommunikation wiederum der Schlüssel – genauer gesagt die ganz klassische persönliche Kommunikation.

Diese gilt es als Führungskraft zu fördern und dafür Gelegenheiten zu schaffen, selbst mit jedem Mitarbeiter, aber auch beim Team untereinander. Entsprechend bestehen die Aufgaben der Führungskraft darin, das richtige Arbeitsumfeld zu schaffen, zu fördern, die Arbeitsfähigkeit sicherzustellen und die gemeinsamen Kommunikationskanäle zu organisieren, zu steuern und zu moderieren. Sie dienen dabei als Schnittstelle und sind bei allen Fragen erster Ansprechpartner, aber auch für Austausch und dessen Koordination zuständig.

Fazit

Die neuen Technologien für Zusammenarbeit und Kommunikation bieten in erster Linie Chancen – für Unternehmen und deren Mitarbeiter. Doch alle müssen diesem Umstand auch offen gegenüber stehen. Trotzdem ist es wichtig, Regeln aufzustellen und einzuhalten. Dies steht allerdings nur auf den ersten Blick im Widerspruch zu der zunehmenden Flexibilität – im Gegenteil. Je breiter die Möglichkeiten, desto wichtiger wird es, gemeinsam zu kommunizieren und dies diszipliniert einzuhalten.

About the author

Oliver Koch
Oliver Koch

Geschäftsführer, SOLCOM GmbH

for Digitalisierung, Mensch, Technik

Oliver Koch ist Geschäftsführer der SOLCOM GmbH, einem der führenden Technologiedienstleister in den Bereichen IT und Engineering. Aus dieser Erfahrung heraus schreibt Oliver Koch als Experte über die Auswirkungen der digitalen Transformation.