Ivo Bättig

Ivo Bättig

for Responsive Organisations

Konsent statt Konsens - von der Zustimmungs-Maximierung zur Widerstand-Minimierung

CCO (rawpixel.com)
Alle zusammen oder eine(r) mit ein paar Ausgewählten?

Immer wieder taucht im Rahmen der Diskussion um raschere und adäquate Entscheidungsfindung das Thema Konsens und Konsent. Der Konsent ist dabei den Meisten weit weniger geläufig. Organisationssystem wie Holacracy oder Sociocracy 3.0 setzen auf den Konsent statt Konsens. Achtung T am Ende statt S - der Unterschied ist wichtig. Doch warum ist denn der Konsent dem Konsens vorzuziehen? 

Konsens ist eine Zustimmungs-Maximierung, d.h. es geht darum die Teilnehmer für eine Idee zu gewinnen - und möglichst alle (und wenn man dies dann geschafft hat macht man dasselbe im nächsten Gremium - quasi bis "oben"). Wenn alle einverstanden sind - was leider ohne grosse Kompromisse fast nie der Fall ist - fühlen wir uns wohl. Doch was dabei herauskommt ist der Durchschnitt - etwas was allen gefällt und somit sind sowohl alle etwas glücklich wie auch etwas unglücklich. Durchschnitt? Wer möchte schon durchschnittliche Ideen oder Entscheide? Wir wollen doch das "Beste".

Beim Konsent arbeiten wir mit der Widerstand-Minimierung (im Kontrast zur Zustimmungs-Maximierung). Es gilt dabei zu definieren wer entscheidet (oft in Form von Rollen mit Erwartungen) und ob es begründete Widerstände gibt. Falls nicht wir gemäss dem Vorschlag weitergemacht. D.h. es müssen nicht alle einverstanden sein, sondern einfach niemand vehement dagegen. Der "Entscheider" darf selbstverständlich Feedback einholen und/oder Fragen stellen, doch sie/er entscheidet von wem wie lange und v.a. auch wenn sie/er genug Infos bekommen hat. D.h. alle können helfen - jedoch nur wenn sie auch gefragt werden. Dadurch entstehen bessere und schnellere Ideen und Entscheide.

About the author

Ivo Bättig
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Partner, Unic

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Seit Jahren in "klassischen" Führungsfunktionen unterwegs und stets mit Fragen der Organisations- und Unternehmensentwicklung beschäftigt. Heute Partner bei Unic und überzeugt, dass die Digitale Transformation mehr als neue Technologien braucht - es gilt Organisationen und Arbeit anders zu leben.
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