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Dr. Peter Kreuz

Dr. Peter Kreuz

for Querdenken, Vordenken, Andersdenken

Kundenbindung mit der Kunden-Untreue-Karte

©alialand – Fotolia.com #88816341

Bei jeder Autowäsche einmal abstempeln lassen, und das zehnte Mal ist kostenlos. Kunden-Treue-Karten gibt es an Tankstellen, beim Frisör, im Kino, sogar im Coffeeshop. Zum Beispiel in dem von Gwilym Davies. Mit einem kleinen Unterschied: Der Sieger der World Barista Championships 2009 macht es einen Tick anders als die anderen. Einen Tick mit dramatischer Bedeutung! Seine Aufforderung:

Trinke acht Tassen Kaffee in acht unterschiedlichen Coffeeshops in London, hole dir überall einen Stempel – dann bekommst du einen Gratis-Kaffee bei mir.

Wie bitte?

Davies schickt seine Kunden zum Wettbewerb und belohnt sie auch noch dafür?

Disloyality wird belohnt 

Genau, und das ist clever: Davies verteilt eine Disloyality-Card. Seine Kunden sollen entdecken, dass andere Kaffeebars ebenfalls gute Angebote haben. Sie sollen darauf achten, was sie da konsumieren. Ihre Sinne schärfen. Und entdecken, was guter Kaffeegeschmack ist. Und sich am Ende sicher sein, wo es den besten Kaffee gibt – Bei Gwilym Davies natürlich!

Ist das pfiffig? Auf jeden Fall!

Ist das selbstbewusst? Aber ja!

Und es ist eine starke Botschaft:

„Ich will dir nicht ein Produkt verkaufen, nur weil es meines ist! Ich will, dass du testest. Ich glaube, das Beste findest du bei mir. Aber du entscheidest!“

Mit einer solchen Aktion bringt man sich ins Gespräch. Nicht nur bei den Kunden, auch in der Presse – und wie man sieht auch in Newslettern. Drei Aspekte haben uns an dieser Idee fasziniert:

Erstens die Haltung zum Kunden 

Davies hat verstanden:

Kunden sind nicht dumm.

Sie werden die Produkte der Wettbewerber ohnehin testen. Warum also sie nicht dabei unterstützen? Und gleichzeitig ganz selbstbewusst bleiben – aus Überzeugung, die eigenen Produkte halten jedem Vergleich stand.

Zweitens die Premium-Kunden-Strategie 

Davies tritt mit dem Anspruch an:

Meins ist das Beste!

Deshalb verdiene ich die besten Kunden. Also nicht die, die zufällig bei mir reinschneien, sondern die, die sich wegen der Qualität meines Kaffees entschieden haben, meine Kunden zu sein.

Drittens – und das ist der revolutionäre Kern – die Haltung zum Wettbewerb 

Die Disloyality-Card macht deutlich: Echte Kundenbindung gibt es nicht. Denn „binden“ bedeutet „fesseln“. Anstatt absichtlich für Intransparenz zu sorgen, um sein Angebot dem direkten Vergleich zu entziehen und so die Kunden zu „binden“ – so wie es Myriaden von Marketingberatern empfehlen –, sorgt Davies selbst für unmittelbare Vergleichbarkeit. Und entfesselt damit den Wettbewerb. Damit gibt er seinen Wettbewerbern eine faire Chance.

Denn die Kunden sind frei.

Und nur wenn Sie Ihren Kunden die Freiheit lassen, bleiben sie bei Ihnen. Freiwillig.

Über den Autor

Peter Kreuz ist Unternehmer, Autor und gefragter Vortragsredner. Seine Mission ist es, Denkmauern einzureißen und den Horizont zu öffnen für eine neue Art, zu leben und zu arbeiten. Seine Bücher – Spiegel-, ManagerMagazin- und Handelsblatt-Bestseller – sind in über 10 Sprachen übersetzt worden.

Mehr Impulse gibt es in seinem Newsletter, der jede Woche 30.000 begeisterte Leser erreicht. Neuabonnenten erhalten kostenlos das Hörbuch des Bestsellers „Macht, was ihr liebt“

Mehr über Peter Kreuz: www.foerster-kreuz.com

About the author

Dr. Peter Kreuz
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Gründer 'Rebels at Work' I Speaker I SPIEGEL-Bestsellerautor, Erfolg im Umfeld von Digitalisierung, Disruption & tiefgreifenden Veränderungen.

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„Er nimmt als Managementvordenker in Deutschland eine Schlüsselrolle ein“, schreibt der Focus. Der Unternehmer, Vortragsredner und Autor bringt Führungskräfte und Teams dazu, sich aus Denkschablonen zu befreien, Scheuklappen abzulegen und ausgetretene Pfade zu verlassen.
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