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Dr. Sarah Müller

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for Karriere-Themen, New Work

kununu Analyse: Weniger Gehalt, dafür lieber attraktive Benefits

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Was Arbeitnehmer wollen: flexible Arbeitszeiten und Home Office.

Zahle weniger, biete mehr: Dass Arbeitnehmer für attraktive Zusatzleistungen ihres Arbeitgebers im Schnitt auf elf Prozent Gehalt verzichten würden, zeigt eine neue kununu Analyse. Wie Unternehmen auf diese Entwicklung reagieren sollten, wird hier verraten.

Ein gutes Gehalt genügt längst nicht mehr: Um sich im "war for talents" zu behaupten und nebenbei das eigene Employer Branding zu stärken, müssen Unternehmen sich mit Zusatzleistungen als attraktive Arbeitgeber hervortun. Konkrete Zahlen zur Wertigkeit solcher Benefits gab es bislang nicht, doch diese Lücke schließt nun die neue Benefit-Studie von kununu.com und der Personal- und Managementberatung Kienbaum. 

Die Umfrage basiert auf Antworten von über 130 Personalverantwortlichen. Sie repräsentieren mehr als 390.000 Mitarbeiter, für welche sie zuständig sind. Zusätzlich hat kununu.com als europaweit größte Arbeitgeber-Bewertungsplattform über seine Datenbank rund 11.000 Antworten eruiert.

Bis zu 13 Prozent weniger Gehalt? Okay.

Die Daten belegen, dass Mitarbeiter für ein attraktives Nebenleistungspaket auf Teile ihres Gehalts verzichten würden. Konkreter: Mitarbeiter im Alter von 18 bis 29 Jahren würden eine Einbuße von durchschnittlich 13,4 Prozent akzeptieren. Bei Einstiegsgehältern von durchschnittlich 1.000 bis 2.000 Euro netto im Monat sind dies erhebliche Abschläge. Auch erfahrene Arbeitnehmer jenseits der 40, von denen viele eher in den oberen Gehaltsklassen über 3.000 Euro netto liegen, sind zu einer Einbuße von rund elf Prozent bereit. 

Unterm Strich: Es ist doch überraschend, auf wie viel Mitarbeiter verzichten würden – und das weitgehend unabhängig von Alter oder Berufserfahrung. 

Fakt: Benefits reizvoller als eine Gehaltserhöhung

Auf der Wunschliste von Arbeitnehmern stehen insbesondere bodenständige Angebote, die mehr Freiheit oder Sicherheit beinhalten. Dementsprechend sind flexible Arbeitszeiten für 75 Prozent der Mitarbeiter das Wichtigste. Für die Unternehmen steht dagegen die betriebliche Altersversorgung an erster Stelle der wichtigsten Nebenleistungen (84 Prozent). Für die Mitarbeiter kommt dieser Punkt mit 58 Prozent immerhin gleich an zweiter Stelle. Zu den Top-Benefits zählen für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer auch Home-Office-Optionen, die private Internetnutzung, Diensthandys, Parkplätze, Firmen-Events, individuelle Coachings und Gesundheitsmaßnahmen. Diese Extras bewerten Mitarbeiter als sehr attraktiv, viele fordern sie aktiv ein.

Tretet in Dialog!

Manche Arbeitgeber sind bei der Wahl der Benefits sehr einfallsreich. Jedoch stimmen die angebotenen Benefits nicht immer mit den Wünschen der Angestellten überein. Damit Zusatzleistungen die Mitarbeiter-Bedürfnisse nicht verfehlen, lautet mein Rat: Im Idealfall sollten die Benefits daher von Arbeitnehmern und Arbeitgebern im Dialog entwickelt werden, regelmässig auf deren Nutzen, Wirkung und Akzeptanz überprüft werden, um gegebenenfalls eine Anpassung vorzunehmen. Los gehts.

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Dr. Sarah Müller
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Geschäftsführerin, kununu GmbH

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Dr. Sarah Müller gehört zur Geschäftsführung von kununu, der europaweit größten Arbeitgeber-Bewertungsplattform. Sie ist überzeugt, dass die Digitalisierung die Wünsche von Arbeitnehmern an Arbeitgeber verändert und sich Unternehmen auf diese neue Arbeitswelt einstellen müssen.
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