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Dirk Pohla

Dirk Pohla

for Internet & Technologie, Wirtschaft & Management

Low-Code gibt es in vielen verschiedenen Ausrichtungen – so auch die Beurteilungen von Gartner oder Forrester

Low-Code ist nicht gleich Low-Code – das ist die Schlussfolgerung, die sich auf Basis der neuen Gartner Magic Quadrant- und Forrester Wave-Einschätzungen ziehen lässt. Denn beide Analystenhäuser definieren Low-Code unterschiedlich und verwirren damit zunächst einmal Unternehmen, die auf der Suche nach einem Low-Code-Anbieter sind. Die jeweiligen Feinheiten erschließen sich nicht auf den ersten Blick.

So gibt es bei Gartner weiterhin einen einzigen Magic Quadrant, der sich mit Low-Code beschäftigt: den „Magic Quadrant for Enterprise Low-Code Application Platforms“. In diesem erst kürzlich veröffentlichten Gartner Magic Quadrant ist Appian als Leader vertreten. Die Analysten legen besonderen Wert auf eine schnelle Bereitstellung und Implementierung für professionelle Anwender und Entwickler. Die in diese Kategorie eingeordneten Plattformen – darunter Appian – unterstützen Unternehmensanwendungen, die eine hohe Leistung, Skalierbarkeit und Verfügbarkeit ebenso erfordern wie Disaster Recovery (DR) und Security. Auch der API-Zugriff auf und von lokalen Cloud-Diensten gehört dazu. Darüber hinaus erfüllen sie alle entsprechenden Service-Level-Agreements (SLAs) sowie Resource-use-Tracing (die Anzahl von Prozessen, die eine Ressource gleichzeitig nutzen) und technischen Support.

Forrester hingegen stellt das Thema Low-Code vielschichtiger dar und teilt es in seinen „Four Waves of Rapid Development“ Reports in gleich vier Kategorien auf.

  • Low-Code für Business Developers – Diese Anbieter richten sich mit ihren Produkten und Anwendungen an Business-Developer.
  • Low-Code für AD&D Professionals – Mit den Lösungen dieser Anbieter lässt sich eine Vielzahl von Anwendungsfällen realisieren. Die Produkte wurden zunächst für professionelle Entwickler konzipiert. Diese Plattformen eignen sich im Allgemeinen gut für die Entwicklung und Bewältigung einer großen Anzahl von Anwendungen und Prozesse auf einfacher und mittlerer Komplexitätsebene.
  • Wide Digital Process Automation – Diese Plattformen sind prozessorientiert und konzentrieren sich auf eine schnelle Implementierung. Sie fokussieren sich weniger auf die professionellen Entwickler, können aber problemlos mit einer Vielzahl von Low-Code-Anwendungen umgehen. Sie sind weniger gut für die komplexeren Prozessanforderungen geeignet, kosten aber in der Regel weniger als DPA-Lösungen.
  • Deep Digital Process Automation – Diese Plattformen zeichnen sich durch eine hohe Prozesskomplexität aus, können aber auch die richtige Wahl sein, um die Anforderungen an einen breit einsetzbaren Low-Code-Standard zu erfüllen. Die Lösungen dieser Anbieter eignen sich besonders gut, um komplexe Prozesse zu automatisieren.

Appian befindet sich nach dieser neuen Klassifizierung nun mit „Deep Digital Process Automation“ im High-End-Bereich des Wettbewerbs und bietet gleichzeitig die Vorteile eines breit einsetzbaren Low-Code-Standards (siehe Deep Digital Process Automation)

Für Unternehmen kann die neue Kategorisierung ein zweischneidiges Schwert sein. Sie müssen sich noch detaillierter als bislang damit beschäftigen, welche Art von Low-Code-Plattform sie benötigen – und zwar auf Basis vorher exakt definierter Anforderungen und Herausforderungen. So sollen Low-Code-Lösungen die Unternehmensziele unterstützen sowie die Mitarbeiter effizienter und produktiver arbeiten lassen, sprich: Zeit einsparen. Aber auch die Größe der Teams und die Erfahrung der Mitarbeiter muss bei der Auswahl ebenso mit einbezogen werden wie die Möglichkeit, Partnern Zugriff zu gewähren. Am Ende kommt es natürlich auch auf das Budget an: zum einen auf die Investitionen in die Implementierung einer Low-Code-Plattform, zum anderen welches Budget durch solche Lösungen eingespart wird. Die Herausforderungen, die Unternehmen durch eine Low-Code-Anwendung lösen möchten, sind ähnlich vielfältig wie die Anforderungen. Dazu gehören die schnelle und problemlose Entwicklung neuer Applikationen, Case Management oder verbesserter Mobile-Zugriff auf Daten. Darüber hinaus spielt auch eine Rolle, ob Organisationen mit Robotic Process Automation (RPA) Technologien ihre Prozesse automatisieren wollen – und welche dies sind. Integrationen von Machine Learning Algorithmen sowie von Business Process Management (BPM)-Anwendungen sollten ebenfalls bei der Wahl einer Low-Code-Plattform berücksichtigt werden.

Wenn Unternehmen sich über alle diese Herausforderungen und Anforderungen im Klaren sind, können sie ihre Erwartungen an eine Low-Code-Lösung definieren und anschließend die unterschiedlichen Anwendungen vergleichen. Der Gartner Magic Quadrant und die Forrester Waves geben dann Aufschluss, in welche Richtung die Suche gehen und welche Anbieter bei der Auswahl berücksichtigt werden sollten. Aus meiner Sicht sollten Organisationen besonders das Thema Zukunftsfähigkeit mit in ihre Überlegungen einbeziehen, sprich: Welche Low-Code-Lösung unterstützt ihrer wachsenden Anforderungen sowie neue Technologien? Nur dann profitieren Unternehmen bestmöglich von der Implementierung. Viele Firmen werden allerdings zunächst einmal mehr Zeit investieren müssen, um die Ergebnisse der Forrester Waves und des Gartner Magic Quadrant zu verstehen und miteinander zu vergleichen. Auf Basis eines entsprechenden Anforderungskatalogs ist dies natürlich möglich, auch wenn eine Entscheidungsfindung komplexer geworden ist. Die Anbieter selbst – so auch Appian - können hier in die Bresche springen und Unternehmen auf Basis ihrer Herausforderungen und Anforderungen entsprechend beraten oder in einem Proof-of-Concept-Projekt von den Vorzügen der Lösungen überzeugen. So lassen sich am besten etwaige Fragezeichen auflösen, die durch die unterschiedlichen Kategorisierungen von Forrester und Gartner aufgekommen sind.

About the author

Dirk Pohla
Dirk Pohla

Managing Director D-A-CH, Appian Software GmbH

for Internet & Technologie, Wirtschaft & Management

Ich bin seit Juli 2013 als Managing Director von Appian in Deutschland, Österreich und der Schweiz zuständig und hatte zuvor in der IBM verschiedene Führungspositionen im Vertrieb/technischen Vertrieb verantwortet. Mit den Themen BPM , BRM und Case Management beschäftige ich mich bereits seit 2009.
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