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Jean-Luc Arpaia

Jean-Luc Arpaia

for Recruiting, Active Sourcing, Employer Branding, New Work

Mary Poppins: Das perfekte New-Work-Beispiel

Mary Poppins und Bert

Eine junge Frau kommt zum Vorstellungsgespräch. Statt Fragen zu beantworten und devot vor den Interviewern zu agieren, hat sie klare Vorstellungen und bringt diese auch selbstbewusst und bestimmt rüber. Arbeitsbedingungen, Arbeitszeiten, Eigenverantwortlichkeit, Führungsstil, Bezahlung, Urlaub und Freizeit: Female Force at its Best! Die Not beim Arbeitgeber ist so groß, dass er widerwillig zustimmt, um endlich eine qualifizierte Haushälterin zu haben. Doch wen die Familie hier eigentlich Wunderbares eingestellt hat, ist ihnen noch gar nicht klar. Mary Poppins!

Aber spulen wir nochmal zurück: Als Roman 1934 zum ersten Mal erschienen und später von Walt Disney weiter in die Welt getragen. Vielen wird der Disney Film, das Musical oder einfach nur die Musik im Gedächtnis geblieben sein. „Supercalifragilisticexpialigetisch!", „Chim chimery, chim chimery, Chim Chim Cheru“ oder „Löffelchen voll Zucker“. Damals war New Work noch gar kein Thema und doch gibt es so viele Parallelen. Die Geschichte beginnt.

Gespräch auf Augenhöhe statt „alte Schule“

Mr. Banks – seines Zeichens Bankier, ist einer vom alten Schlag. Er hat schon zahlreiche Haushälterinnen und Bewerber vergrault. In den Vorstellungsgesprächen und im Haus macht er die Ansagen. Die Bewerber und die Familie haben sich danach zu richten. Er weiß, wie es geht. Glaubt er zumindest … Mary Poppins belehrt ihn eines Besseren. Sie ist anders als die anderen Bewerber. Sie weiß, was sie will und was nicht. Das passt Mr. Banks natürlich herzlich wenig.

Man könnte meinen, Sie wäre aus der Generation X, Y, Z und stünde einem konservativen Geschäftsführer gegenüber ;)

Zeugnisse und Anschreiben – ja oder nein?!

Mr. Banks will als Erstes Zeugnisse und Empfehlungsschreiben von ihr sehen. Die Person hinter den Qualifikationen interessiert hier dann maximal im zweiten Schritt. Mary Poppins sagt davon halte sie nichts und fände das altmodisch – Papier ist eben geduldig.

Hier treffen Welten und verschiedene Sichtweisen aufeinander. Kommt Euch das bekannt vor? Die aktuelle Diskussion, ob ein Anschreiben noch zeitgemäß ist – ja oder nein? Passt hier ideal.

Abstimmung mit dem Fachbereich mal anders

Hochmotiviert und klar trägt Mary nun Wünsche aus dem Brief der Kinder vor: „Nicht böse und nie nervös soll sie sein. Außerdem hübsch und mit den Kindern spielen, sowie lustig.“ Das gefällt Mr. Banks natürlich überhaupt nicht, hätte er doch lieber eine diktatorische und strenge Haushälterin, die den Kindern mal Manieren beibringt. Den Brief mit den Wünschen hatte er zerrissen und ihn wundert, dass die Kinderwünsche nun eine Rolle spielen sollen.

Das Interview findet hier quasi mit der Geschäftsführung statt, ohne dass die überhaupt weiß, was der Fachbereich eigentlich wirklich bräuchte bzw. wie die Kollegen aus dem Recruiting das Ganze sehen. Kennt ihr das auch? Hätte er doch mal auf die Wünsche seiner Kinder gehört, dann stünde er jetzt nicht so da und die Suche wäre möglicherweise auch schneller erfolgreich gewesen.

Jeder will doch zu uns! – oder?!

Mary Poppins wird eingestellt und den anderen Kandidaten soll die Küchenhilfe absagen. Natürlich tut Mr. Banks das nicht selbst … Er will ja schließlich keine Talentpools aufbauen. Die Küchenhilfe läuft zur Tür und sagt den anderen ab. Nur sind da gar keine anderen Bewerber. Weil niemand anderes bei den Banks arbeiten möchte.

Würde Mr. Banks in 2019 leben, er wäre wohl einer der Geschäftsführer, die Arbeitgeberbewertungsplattformen verfluchen und selbst bei einem kununu Score von 2,40 noch glauben, dass jeder bei ihnen arbeiten möchte und das ja nur so ist, weil „sich alle immer gern über alles beschweren.“ Selbst- und Fremdwahrnehmung klaffen hier stark auseinander.

Alles muss geordnet und strukturiert sein

Mr. Banks ist der Miesepeter des Hauses. Die neugewonnene Freude der Mitarbeiter und seiner Kinder frustriert ihn nur noch mehr. Es soll weniger gesungen werden und Arbeit hat ja nun wirklich nichts mit Spaß zu tun. Strukturiert und geordnet soll es sein. Die Freiheit und Freude von Mary Poppins bringen eine neue „Unternehmenskultur“ hinein.

Und wie das so mit Change-Prozessen so ist, brauchen diese etwas Zeit und tun manchmal auch etwas weh. Mary Poppins bleibt dennoch wohlwollend und treibt mit viel Resilienz, von innen heraus die Veränderung voran. Solche Mitarbeiter machen einen Unterschied!

Die Veränderung leben

„Mit einem Löffelchen voll Zucker …“ , liebevollern Methoden und sehr viel Eigenverantwortung geht die Restrukturierung im Hause Banks weiter. Mary kommt mit ihren Methoden schnell gut bei den Kindern an und die Dinge laufen nach anfänglichen Schwierigkeiten viel besser. Die Kinder wollen gar nicht mehr ohne Mary sein. Auch die anderen Angestellten werden von Mary angesteckt und kommen besser miteinander aus als zuvor. Mr. Banks Perspektive darauf, wie die Dinge zu laufen haben, verändert sich langsam.

Die positive Entwicklung der Unternehmenskultur zeigt sich auch in den Geschäftsergebnissen. Mr. Banks neues Mindset bewahrt die Bank vor dem Ruin und führt sogar zu einer Umsatzsteigerung. Mary Poppins war das Beste, was ihm hätte passieren können.

Das Chim-Chimery-Mindset

„Chim chimery, chim chimery, Chim Chim Cheru, ich tu was mich freut und mich freut, was ich tu“ –  Bert ist der Freund von Mary Poppins und verdient sein Geld mit den verschiedensten Tätigkeiten. Dabei liebt er jeden seiner Jobs. Ob als Künstler, als Maronenverkäufer oder als Schornsteinfeger. Mit Spaß und Freude bei der Arbeit lebt es sich leichter. Allen Widrigkeiten zum Trotz passt er sich den Gegebenheiten immer wieder an, findet für die Dinge eine Lösung und kommt zum Ziel. 

Heutzutage würde man sagen: Bert hat einfach das richtige „Mindset". Er kennt sich selbst und seine Stärken und geht positiv an seine Aufgaben. Geld ist für Bert eher zweitrangig – denn er hat „Purpose“ im (Arbeits-)leben. Wirklich inspirierend.

Wer macht den Anfang?

Veränderung, die wir selbst in unseren Unternehmen erleben wollen, müssen wir selbst jeden Tag mitgestalten und prägen. Dann kann New Work auch wirklich Teil der Unternehmenskultur werden. Mary Poppins würde jetzt singen: „Ein Löffelchen voll Zucker, viel zu tun vermag“ oder wie Bert sagt: „Oft genügt ein Löffel voll Zucker und was bitter ist, wird süß“.

Be the Löffel Zucker you want to see in the New Work World. Dann wird’s wirklich supercalifragilisticexpialigetisch! :)

Dieser Artikel erschien zuerst auf www.recruitingzirkus.de

About the author

Jean-Luc Arpaia
Jean-Luc Arpaia

Senior Customer Success Manager / Trainer für E-Recruiting mit XING, XING E-Recruiting

for Recruiting, Active Sourcing, Employer Branding, New Work

Sowohl in meinem persönlichen Projekt „recrutingzirkus“, als auch in meiner Rolle bei XING als Senior Customer Success Manager, bin ich ganz nah an den Themen Active Recruiting, Employer Branding und New Work dran. Ich freue mich auf einen spannenden Austausch mit Euch - Manege frei! Euer Jean-Luc
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