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Magdalena Neuner (Holzer)

Magdalena Neuner (Holzer)

for Persönlichkeitsentwicklung, Mentale Gesundheit, Sport

Mein Leben nach dem Profisport: Wer bin ich?

Getty Images
Gold bei den Olympischen Spielen in Vancouver 2010

Ich freue mich sehr, ab jetzt zu den XING Insidern zu gehören und von meinen Erfahrungen als Leistungssportlerin und vom Leben danach zu erzählen.

Schon als Kind war es mein Traum, Profisportlerin und irgendwann einmal Olympiasiegerin zu werden. Ich habe dieses Ziel konsequent verfolgt und alles dafür gegeben. Mit 16 Jahren habe ich meinen Realschulabschluss gemacht, damit ich mich von da an voll und ganz auf das Training konzentrieren konnte.  

Ich - die Berufs-Sportlerin

Nun war ich Berufs-Sportlerin. Von da an ging alles sehr schnell. Mit 18 Jahren war ich Mitglied der Deutschen-Biathlon-Nationalmannschaft und mit 19 Jahren zum ersten mal Weltmeisterin. Und das gleich dreifach. 2010, also mit 23 Jahren gewann ich zweimal Gold und einmal Silber bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver. Mein Traum ging in Erfüllung, all die harte Arbeit, Entbehrungen, Tränen hatten sich gelohnt. Insgesamt konnte ich in 6 Jahren Weltcup, 12 Mal Weltmeisterin, 3 mal Gesamtweltcupsiegerin und Doppelolympiasiegerin werden. Ich habe wirklich viele Titel und Medaillen gewonnen und doch spürte ich, dass es an der Zeit für etwas Neues in meinem Leben war.

Zeit für etwas Neues in meinem Leben

Zum ersten Mal hatte ich diesen Gedanken nach den Olympischen Spielen in Vancouver. Ich war zwar da angekommen, wo ich immer hin wollte, doch trotz der Medaillen und des Ruhmes, gab es auch Seiten dieses Erfolges, die mich irritiert haben. Die Öffentlichkeit stürzte sich dermaßen auf mich, dass ich kaum noch atmen konnte. Es fiel mir schwer, meine Medaillen zu genießen, denn an allen Ecken und Enden wurde an mir gezerrt. Viele wollten teilhaben an dem Erfolg und an mir.

Als ich wieder zu Hause war und etwas Zeit zum Nachdenken hatte, fühlte ich, dass sich irgendetwas verändert hatte. Nachdem ich ein paar Wochen darüber nachgedacht und in mich hineinspürte habe, wusste ich: Aus sportlicher Sicht bin ich auf der Zielgeraden!

Auf dem Weg zu meinem "Leben danach"

Im März 2012 standen die Weltmeisterschaften im bayerischen Ruhpolding bevor. Diese Heimweltmeisterschaft wollte ich unbedingt noch mitmachen und dort erfolgreich sein. Ich beschloss, noch mal alles zu geben und gleichzeitig die letzten zwei Jahre in vollen Zügen zu genießen. Und ich fing an, mich mit dem „Leben danach“ zu befassen.

Bereits im Dezember 2011, mit noch nicht einmal 25 Jahren, verkündete ich meinen Rücktritt nach der Weltmeisterschaft 2012 und ein „Aufschrei“ ging durch die Nation. Ich erfuhr viel Zustimmung, erntete aber auch großes Unverständnis und es gab die wildesten Spekulationen, warum ich diesen Schritt gehe.

Auf mein Herz zu hören war richtig

Letztendlich ist die Antwort ganz einfach - ich sah für mein Leben auch noch andere Ziele als Medaillen und Stockerlplätze. Und diese Entscheidung war sicher auch keine rationelle, keine wirtschaftlich gesehen sinnvolle. Es war überhaupt nicht so, dass ich keine Lust mehr auf den Sport hatte - im Gegenteil, es hat mir noch nie so viel Spaß gemacht wie in dieser Phase. Und trotzdem war es für mich der richtige Zeitpunkt neue Wege zu gehen. Es heißt ja auch aus gutem Grund, man soll dann aufhören, wenn es am schönsten ist.

Auch die Erfolge gaben mir recht. In diesem letzten Biathlonwinter habe ich dreimal Gold gewonnen, einmal Silber und einmal Bronze bei den Weltmeisterschaften und konnte den Gesamtweltcup für mich entscheiden. Damit habe ich auch diese letzten sportlichen Ziele erreicht, die ich mir gesetzt hatte. Ziemlich bald wurde mir klar, dass dies nun alles hinter mir liegt und ich mich aufmachte, neue Dinge zu erleben und zu erreichen. Mich durchströmte ein Gefühl von Zufriedenheit und Vorfreude und ich wusste, dass es richtig war, auf mein Herz zu hören.

Mein Leben jetzt!

Jetzt, sieben Jahre später, bin ich Mama von zwei Kindern (2 Jahre und 5 Jahre), Geschäftspartnerin, Markenbotschafterin und darf mich für zwei Stiftungen stark machen. Selbstverständlich bleibe ich auch weiterhin meinem Sport und den aktiven Sportlern verbunden. Ich habe in diesen letzten sieben Jahren so viel positive, interessante und beeindruckende Dinge erlebt, dass ich mir heute noch mehr als damals sicher bin, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

In meinem Blog möchte ich darüber schreiben, wie ich als Sportlerin mit den vielen verschiedenen Herausforderungen umgegangen bin und was ich davon in mein jetziges Leben mitnehmen konnte. Ich arbeite stetig daran, mich weiterzuentwickeln. Einfach ein glückliches Leben zu führen und gleichzeitig beruflich erfolgreich zu sein. Dabei hilft mir die Arbeit mit meinem Unternehmenscoach und Mentaltrainer, mit dem ich seit zwölf Jahren zusammenarbeite. Daneben spielen uneigennützige Berater und meine Freunde eine sehr wichtige Rolle. Und vor allem natürlich meine Familie, die mein persönlicher Hauptgewinn ist.

About the author

Magdalena Neuner (Holzer)
Magdalena Neuner (Holzer)

Person des öffentlichen Lebens, Magdalena Neuner

for Persönlichkeitsentwicklung, Mentale Gesundheit, Sport

Ich bin eine ehemalige Spitzensportlerin. Ich beendete meine erfolgreiche Biathlonkarriere mit 25 Jahren um neue Ziele zu realisieren. Nun bin ich Geschäftspartnerin, Markenbotschafterin und Mama von zwei Kindern.