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Thomas Müller

Thomas Müller

für Digitalisierung, Mensch & Technik

Mobile Endgeräte: Einfallstore für digitale Attacken?

In Unternehmen werden immer mehr mobile Endgeräte verwendet. Arbeitnehmer, die dabei die firmeneigenen Geräte privat verwenden, sind genauso anzutreffen, wie Kollegen, die ihre Geräte für den Beruf nutzen. Doch wie gefährlich sind die Angebote hinsichtlich der jüngsten Angriffe auf die digitale Infrastruktur?

Fast jeder Mitarbeiter eines Unternehmens hat heute Zugriff auf ein Technologiegerät. Am häufigsten sicherlich Desktop-PCs oder Laptops. Eine geringere, aber wachsende Anzahl, bekommt dagegen mobile Endgeräte, wie ein Tablet oder Smartphone, gestellt.

Gleichzeitig nutzen wir meistens privat sehr viel fortschrittlichere und schnellere Produkte als in der Arbeit. Entsprechend haben viele Mitarbeiter den Wunsch, diese auch für Geschäftszwecke zu nutzen. Der Begriff dazu ist BYOD – „Bring your own device“. BYOD ist längst kein Randphänomen mehr, sondern eine der zentralen Möglichkeiten, die durch den digitalen Wandel und den technologischen Fortschritt in den letzten Jahren möglich wurde.

BYOD als Bestandteil einer Digitalisierungs- und Modernisierungsstrategie

Viele Experten messen dieser Entwicklung eine wichtige Bedeutung bei der Gestaltung der Arbeitswelt der Zukunft bei. Insbesondere weil die Mitarbeiter durch die Nutzung der eigenen Geräte unmittelbar flexibler in Bezug auf Zeit und Ort werden, lassen sich mehr unterschiedliche Lebens-Arbeits-Modelle verwirklichen. Die individuelle Anpassung der Arbeitszeiten und der Arbeitsumgebung an die Bedürfnisse der Mitarbeiter führt zudem zu mehr Zufriedenheit und zu einer Steigerung ihrer Produktivität.

Daten in der Cloud

Zu den kritischen Punkten von BYOD zählen Datenschutzgründe und die oftmals fehlende Kompatibilität unterschiedlicher Endgeräte bzw. deren Softwarestandards. Dies kann zu Problemen bei der Zusammenarbeit führen, wenn beispielsweise Dokumente nicht geöffnet werden können. Gleichzeitig ist keineswegs garantiert, ob die genutzten Softwarelizenzen auch für den gewerblichen Betrieb genutzt werden dürfen.

Für die meisten dieser problematischen Szenarien gibt es technische Lösungen, allen voran Cloud-Dienste. Standardisierte Dokumente können via Browser oder anderweitige bedienbare Arbeitsumgebungen von allen und an allen Orten genutzt werden. Gleichzeitig bieten sie auch einen gewissen Schutz, da die sensiblen Arbeitsdokumente in einer sicheren Cloud, und nicht auf dem jeweiligen Endgerät, abgespeichert werden.

Sicherheit

Doch das gewichtigste Problem bei mitarbeitereigenen Geräten ist gleichzeitig die größte Angst der IT-Abteilung: Kontrollverlust. Und diese Sorge ist nicht unberechtigt.

Sicherheitsstandards sind bei Geräten oft sehr unterschiedlich. Dabei sind nicht nur die Geräte an sich durchlässig, sondern auch die privat genutzten Programme oder Apps können Einfallstore in die Firmennetzwerke sein. Es droht Datenverlust oder, wie kürzlich geschehen, eine Sperrung wichtiger Dokumente mit anschließender Erpressung.

Alternative CYOD

Eine Alternative, die Unternehmen anbieten, ist „Choose your own device“, kurz CYOD. Hierbei stellen Unternehmen verschiedene Endgeräte zur Auswahl, die auch privat genutzt werden können. Der Vorteil ist, dass die Geräte entsprechend konfiguriert werden, um beispielsweise Zugriffe auf Programme, Funktionen und Daten einzuschränken. Gleichzeitig sind durch die überschaubare Anzahl an Endgeräten die Supportmöglichkeiten besser.

Doch auch hier bleibt die größte Gefahr der Mitarbeiter als Anwender. Werden Geräte nicht aktualisiert oder offen liegen gelassen, ist der stärkste technische Schutz nichtig. Gerade im Hinblick auf die letzten Attacken, die Geräte attackierten, die nicht auf dem neusten Stand waren.

Unternehmen bleibt hier nur eine Möglichkeit: Mitarbeiter zu schulen und das Bewusstsein für die Risiken zu schärfen. Entsprechend müssen auch Richtlinien erlassen werden oder beiderseitige schriftliche Vereinbarungen getroffen werden, die Verhaltensregeln festlegen. Hilfreich für die Akzeptanz ist es, die Richtlinien gemeinsam mit den Mitarbeitern festzulegen.

Dranbleiben

Auch wenn Mischformen in der Arbeitswelt die Regel bleiben werden, bringt die CYOD und Prinzipien eine ganze Reihe von Vorteilen - für alle Seiten - mit sich. Insbesondere hochqualifizierte Arbeitskräfte werden zur Flexibilisierung ihrer Lebensgestaltung angesprochen.

Ganz gleich jedoch, ob es sich um Geräte handelt, die vom Unternehmen gestellt werden, oder um private – der Umgang mit ihnen muss thematisiert werden.

Über den Autor

Thomas Müller
Thomas Müller

Gründer, SOLCOM GmbH

für Digitalisierung, Mensch & Technik

Thomas Müller ist Gründer und Gesellschafter der SOLCOM GmbH, einem der führenden Technologiedienstleister in den Bereichen IT und Engineering. Als Experte mit über 30 Jahren Erfahrung in der IT schreibt er über die Auswirkungen der Digitalisierung.