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Philipp Leipold

Philipp Leipold

for Recruiting, Lehren, Lernen und Karriere

Modern Mindset: Was „lebenslanges Lernen“ wirklich bedeutet

„Lernen ist alles, aber sicher keine Qual. Lernen bedeutet Leben." Philipp Leipold

Schon mal ausprobiert, den Begriff "Lernen" mit "Neugierde" zu tauschen? Oder wie wäre "Entdeckung" und "Chance"? Laut Bjoern Waide, dem CEO von smartsteuer, klingt "lebenslanges Lernen" für viele MitarbeiterInnen eher nach "lebenslanger Gefängnisstrafe". Dabei reicht schon eine kleine Veränderung des eigenen Blickwinkels, der alte Begrifflichkeiten positiv besetzt.

Raus aus der Imagefalle

Lernen ist nach wie vor negativ belegt... Und „lebenslang“ erst recht. Beides hat einen faden Beigeschmack; es klingt nach Verurteilung und Strafe – anstatt nach Chance und Mitbestimmung. Doch warum? Lernen scheint immer noch verbunden mit Fehler machen und Schwäche zeigen. Jobverlust – Gefahr – Angst … Solche Negativspiralen sind fest in den Köpfen vieler Menschen verankert. Und dass, obwohl sich mit Aufkommen des Internets (vor über 20 Jahren!) in gefühlter Überschallgeschwindigkeit immer individuellere und nutzerfreundlichere Lernformate entwickelten. Der Austausch in Netzwerken, basierend auf dem Ansatz der Schwarmintelligenz, ist auch schon lange nichts Neues mehr. Und das ist nur das kleine Einmaleins des agilen lebenslangen Lernens.

Trotzdem leben viele HRler noch in ihrer eigenen Welt. Begriffe wie blended learning, flipped classroom, moocs, webinar oder LMS – ganz zu schweigen von virtuellen 3D Lernsimulationen – gehören nicht dazu. Wen wundert es da, dass dem Begriff des Lernens noch ein verstaubtes, altbackenes und vor allem negatives Image in den Unternehmen anhaftet?!

Jetzt NEU denken

Gerade bei vorschreitender Automatisierung in allen Bereichen ist der Mensch das Entscheidende; die wertvollste Ressource eines Unternehmens und nicht so leicht zu ersetzen, wie der Akku eines Handys. Deshalb gilt, verantwortungsvoll und nachhaltig in die Zukunft zu gehen.

Querdenker, Rule-Breaker, Visionäre und Pioniere braucht das Land und vor allem die Unternehmen, die künftig den Markt mitbestimmen wollen! Mut und Ideenreichtum sind gefragter denn je. „Denn großen Einfluss auf unsere künftige Arbeitsweise wird die Vernetzung gepaart mit einer unglaublichen Datenflut haben“, weiß auch Professor Klemens Skibicki, Professor am Lehrstuhl für Economics, Marketing und Marktforschung an der Cologne Business School. „Durch die digitale Entwicklung entstehen neue vernetzte Prozesse. Diese greifen tief in die bisherigen Strukturen der Arbeitswelt ein.“ Mit der Digitalisierung geht damit ein steigender Qualifikationsbedarf einher.

Damit befindet sich der gesamte Arbeitsmarkt im Wandel – und der Mensch wird 2030+ wichtiger denn je. Zudem ermöglichen die digitalen Technologien auch einen Quantensprung im Lernen. Der steigende Qualifikationsbedarf und die neuen Möglichkeiten der Wissensvermittlung wirken zusammen. Laut der aktuellen Trendstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft nennen Unternehmen als wichtigstes Motiv für den Einsatz digitaler Lernangebote, dass sich diese gut in den Arbeitsalltag integrieren lassen.

Jetzt ist also die perfekte Zeit, die eigenen MitarbeiterInnen fit für die Zukunft zu machen. Es gilt Neugierde, Freude, Erfindungsgeist durch neue Lernformate aktiv zu vermitteln. Schließlich sind Mitarbeiter, die sich stets weiterentwickeln, ein enormer Mehrwert für jeden Arbeitgeber. Und es geht noch besser: Mitarbeiterbindung 2.0 heißt das Zauberwort. Denn Geld alleine reicht der vermeintlichen Generation Y/Z nicht mehr aus. Die jungen Fachkräfte von morgen wollen Neues ausprobieren und ihren Horizont stetig erweitern. Dafür wird auch schnell mal der Arbeitsplatz gewechselt. Wer seine MitarbeiterInnen kontinuierlich durch innovatives Lernen fördert und Quereinsteigern neue Berufsfelder ermöglicht, der bindet sie auch.

Zudem rückt bereits eine kleine Verschiebung des eigenen Blickwinkelns auch die Arbeit selbst in ein völlig neues Licht. So besteht die Chance, dass aus dem Arbeitsplatz, der Entwicklungsplatz wird. Neu denken ist auch Neu (er-)leben!

Neue Ideen für alte Lernformate

Personalentwickler – ebenso wie das Management – stehen dadurch aber vor einer nicht gerade geringen Herausforderung: Erwachsenen Spaß am Lernen neu beizubringen! Leider gibt es wenig, das man so schnell verlernt wie der zunächst unerschöpfliche Drang, Neues zu erfahren und die Welt zu verstehen. Diese Neu-Gier wird einem in unseren aktuellen Bildungssystemen leider allzu oft allzu schnell ausgetrieben. Das ist unendlich schade. Denn „Lernen gehört zum Kernbestandteil unternehmerischer Aktivität“, weiß auch die Allianz-Personalvorständin, Ana-Cristina Grohnert, in dem SPIEGEL-Artikel aus ihrem Berufsalltag zu berichten. Wichtig dabei: Dieser natürliche Drang ist nie weg. Er mag mehr oder weniger tief vergraben sein, aber er ist immer da, da er zutiefst menschlich ist. Back to the roots!

Lernen bedeutet in erster Linie, ein neues Mindset in alten Köpften zu verankern. Neue Wordings und Formate müssen etabliert werden. Eine Geheimformel für „das perfekte Lernmodul“ oder „das perfekte Lernformat“ gibt es nicht. Und das ist auch gut so! Denn die Wissensvermittlung ist genauso individuell wie jeder Einzelne von uns. Und soll wieder zu einer Selbstverständlichkeit werden!

About the author

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Philipp Leipold

Managing Director, Academic Work Academy Germany GmbH

for Recruiting, Lehren, Lernen und Karriere

Philipp Leipold ist Geschäftsführer von Academy, einem Accelerated Learning-Programm, das Teilnehmer innerhalb von 12 Wochen zu IT-Consultants ausbildet. Der Diplom-Psychologe verfügt über umfangreiche Erfahrungen in den Bereichen HR, Business Development, Lehren & Lernen und Coaching.
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