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Alain Veuve

Alain Veuve

für Digitale Transformation

Digitale Kultur gibt es nicht. Sorry.

Am 10.07.2018 durfte ich im digitalHUB Aachen anlässlich des Digital Culture Days ein Referat zum Thema Digitale Kultur geben und mit interessierten Teilnehmern des Events noch in kleiner Gruppe weiter diskutieren. Meine Erkenntnis daraus ist gleichermaßen spannend wie erschreckend: Unternehmenskultur bleibt ein schwammiges aber sehr wichtiges Thema, das durch die Digitale Transformation fester in den Kinderschuhen zu stecken scheint denn je.

(Lesedauer: 4 Minuten)

Kulturelle Aspekte, die den Umgang mit Wandel begünstigen

Eigentlich nicht weiter verwunderlich ist, dass niemand benennen kann, was denn Digitale Kultur überhaupt sein soll. Wohl irgendwie agil, wohl irgendwas mit Smartphones, die DSGVO – die Antworten auf meine Fragen im Vorfeld an verschiedene Leute in meinem Bekanntenkreis hätten auseinanderlaufender nicht sein können.

Mein „Take“ in Bezug auf die Digitale Kultur ist, dass es diese eine per se gar nicht gibt. Sondern, dass es lediglich kulturelle Aspekte gibt, welche im Zeitalter des sich beschleunigenden Wandels hilfreich sein können, um auf eben diesen Wandel besser zu reagieren.

Auf den ersten Blick mag das eine Spitzfindigkeit sein, ja. Auf den zweiten Blick wird aber klar, dass wenn wir uns auf einen längerfristigen Wandel einstellen müssen, sich diese Kultur nicht auf das, was wir heute gerade unter Digital verstehen, limitieren sollte. Sondern auf sämtliche Technologien welche unser Leben beeinflussen.

Diskussion notwendig

Das heißt nun natürlich ganz und gar nicht, dass man nicht über Unternehmenskultur im digitalen Kontext sprechen sollte. Ganz im Gegenteil, ich denke wir müssen es vermehrt tun.

„Nicht die Unternehmenskultur wird wichtiger – die war schon immer wichtig – sondern die bewusste Auseinandersetzung damit.“

Ich glaube immer mehr wird das Eingreifen und „Verbessern-wollen“ der Unternehmenskultur ein bewusstes Instrument der Unternehmensführung und -entwicklung.

Schwierige Selbsteinschätzung

Einfach ist das aber überhaupt nicht. Das liegt auch zu einem großen Teil daran, dass es extrem schwierig ist, die Unternehmenskultur des eigenen Unternehmens einzuschätzen. Diese Selbsteinschätzung ist sozusagen der Startpunkt für eine Weiterentwicklung.

Handlungsparadigmen

Ich denke ein wichtiger übergeordneter kultureller Aspekt im weiteren Sinne ist, dass Unternehmen beginnen, Ihre generellen Handlungsparadigmen zu ändern.

„Langfristige Kurzsichtigkeit“ muss von „Kurzfristiger Weitsichtigkeit“ abgelöst werden.“

„Langfristige Kurzsichtigkeit“ heißt z. Bsp. dass heute viele Unternehmen recht langfristig planen, aber in Bezug auf Strategie den notwendigen Weitblick vermissen lassen. So werden zum Beispiel Entscheidungen aufgrund von aktuellen Marktverhältnissen anstatt von Trends in Marktveränderungen gefällt.

Stattdessen ist ein Paradigma der „kurzfristigen Weitsichtigkeit“ gefragt. Sprich in der Umsetzung in kleinen Zyklen das Geschäft weiter zu entwickeln und auf strategischer Ebene einer sehr langfristigen Entwicklung basierend auf einem äußeren Einfluss folgend. Ich denke alle Unternehmen, die so handeln, sind heute und in Zukunft erfolgreich.

Es bleibt spannend

Dass Unternehmenskultur immer wichtiger wird, ist unbestritten. Es wird spannend zu sehen wie die unterschiedlichen Player im Markt das angehen werden. Ich gehe davon aus, dass das Thema bald von den größeren Beratungskanzleien ausgeschlachtet wird. Was dann wohl leider nicht unbedingt für mehr Klarheit sorgen wird.

Über den Autor

Alain Veuve
Alain Veuve

Founder & VRP, Accounto AG

für Digitale Transformation

Seit 15 Jahren begleitet Alain Veuve als Coach und Entscheidungsträger Unternehmen in der Digitalen Transformation und baut Start-Ups mit auf. Sein Blog alainveuve.com ist eine beliebte Quelle für Erkenntnisse für Digital Professionals im deutschsprachigen Raum.
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