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Philipp Leipold

Philipp Leipold

for Recruiting, Lehren, Lernen und Karriere

Tomorrowland – Wie HRler von der Digitalisierung profitieren

Die digitalen Vordenker leben in der Wüste. Jedoch nur geografisch – nicht mental… denn die Vorreiter im digitalen Umbruch stammen NOCH aus dem Silicon Valley. Bereits bis 2025 (also morgen) plant China, die USA von der Spitze verdrängt zu haben.

Doch wie auch immer und wann auch immer – Fakt ist: Die Digitalisierung findet ohne Deutschland statt – und das auch, weil die nötigen IT-Fachkräfte fehlen! Welche Auswirkungen das für den Arbeitsmarkt hat, ist bereits spürbar. Erstmals konnten in Deutschland über 124.000 Stellen für IT-Spezialisten nicht besetzt werden. Das entspricht einem Anstieg um 51 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Diese Zahlen des Digitalverbands Bitkom sollten ein Weckruf für alle sein, die glauben, es gehe weiter wie bisher [LINK].

Doch viele HRler haben sich darauf noch immer nicht eingestellt. Stattdessen leben in den guten alten Zeiten. Warum? Weil sie schlicht hilflos oder überfordert sind. Dabei kann es so leicht sein, zu den Gewinnern der Digitalisierung zu gehören.

1. Think Big – Think Bigger

Über 80 Prozent der digitalen Innovationen bringen die amerikanischen Innovation Labs hervor. Ein Großteil davon im Selbstversuch. Wie in einem gigantischen sozialen Experiment erproben die Akteure dabei die Möglichkeiten und Grenzen der Digitalisierung im Hinblick auf Wirtschaft wie Gesellschaft. In einer Art freiem Denkraum werden bestehende Geschäfts- und Produktionsmodelle hinterfragt und die Arbeit in ihrer Grundstruktur radikal neu erfunden. Das sich das Valley dabei als Enabler wie Forerunner erweist, bestätigt der Forschungsreport des ISF München [LINK]

Was sagt uns das? Es kommt auf die eigene Einstellung zu Neuem sowie zur beständigen Entwicklung an. Beides scheint in den USA grundlegend anders zu sein. „Schuster bleib bei Deinen Leisten“ – ein Motto, welches nach wie vor in vielen deutschen Personalabteilungen gelebt wird. Das gilt besonders in Bezug auf die Aufgeschlossenheit gegenüber digitalen Innovationen.

Es wird also höchste Zeit für einen Wandel der Einstellung – beginnend beim Recruiting-Prozess bis hin zur Weiterentwicklung. Dabei ist das mentale Mindset entscheidend: Es braucht eine smarte Mischung aus kreativem Frei-Denken und knallhartem Kapitalismus.

2. Schnell Fehler machen

„Fail fast, fail often, early and forward …“ – ein abgedroschen wirkender Slogan und doch sind deutsche Unternehmen noch gefühlte Lichtjahre davon entfernt. Fehler machen wird eher als Schwäche, denn Stärke gewertet. Ein Brückenbauer hin zu neuen Mindsets dürften die sich beständig etablierenden agilen Arbeitsweisen sin. Diese setzen auf mehr Vernetzung zwischen den Abteilungen wie lernen im Team. In diesem Zusammenhang sei die „lernende Organisation“ erwähnt. Die Kernaussage dieses Modells: Schnell lernen WOLLEN! Doch wie geht das? Es ist die Aufgabe (auch von HRlern!) eine Unternehmenskultur zu schaffen, in der Mitarbeiter auch mal verrückt sein dürfen, frei experimentieren können und wilde Selbstversuche wagen dürfen. Raus aus Vertrautem! Das betrifft auch die kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeiter.

Denn klar ist: Bildung ist Teil der Unternehmenskultur und wird besonders in Zeiten der Digitalisierung sowie mit fortschreitender Automatisierung von überragender Bedeutung sein. Mitarbeiter, die Spaß bei der Arbeit haben, sich dabei verwirklichen können, identifizieren sich nicht nur mehr mit dem Unternehmen, sondern lernen selbstmotiviert. Um sicherzustellen, dass vor lauter Selbstverwirklichung und dem Ausprobieren neuer Arbeits- sowie Lernmodelle – innerhalb wie außerhalb der Organisation – der Erfolg nicht auf der Strecke bleibt, braucht es neue Analysemethoden. Im Personalwesen wäre das beispielsweise der „HR People Analytics“ Ansatz. Dieser misst Daten zu sämtlichen Leistungs- und Qualitätsdimensionen in der Arbeit, aber auch zum Kommunikationsverhalten [Forschungsreport (2018). „Silicon Valley: Vorreiter im digitalen Umbruch“].

3. Bildung first

Rund 42 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland arbeiten aktuell in Berufen mit hoher Automatisierungswahrscheinlichkeit. Laut Statista [LINK] dürfte der Schwarm an elektronischen Helfern bis 2021 auf knapp 3,8 Millionen anwachsen. Und doch gibt es deutsche Firmen, die zu den digitalen Vorreitern gehören. So werden beispielsweise bei Stiebel Eltron die betroffenen Arbeitnehmer fortgebildet und in anderen Bereichen eingesetzt [LINK].

Was bedeutet dieses Beispiel für die HRler? (Weiter-)Bildung ist der Schlüssel! Denn freies Denken ist unverzichtbar. Oder wie es Hilmar Schneider, Chef des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) ausdrückte: „Kreativität und soziale Kompetenz lassen sich nicht automatisieren.“ [LINK].

Doch Bildung kostet Zeit und die gibt es nicht. So lautet das gängige Gegenargument. Falsch! Durch die Digitalisierung werden vielmehr Ressourcen frei, denn die gleichen Arbeitsprozesse werden immer weniger Zeit benötigen. So gehören künftig die Länder mit guter Bildungsinfrastruktur zu den Gewinnern. „Sie werden zudem eine höhere Digitalisierungsdividende einfahren“, bescheinigt der Arbeitsmarktökonom Professor Enzo Weber [LINK]. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Kernkompetenzen „kreatives Denken“ und „Kommunikationsfähigkeit“ sowie „Emphatie“. Und mal ehrlich? War das jemals anders? Die gute Nachricht also für alle (digitalen) Dinosaurier: Alles bleibt gleich – nur anders!

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Philipp Leipold
Philipp Leipold

Managing Director, Academic Work Academy Germany GmbH

for Recruiting, Lehren, Lernen und Karriere

Philipp Leipold ist Geschäftsführer von Academy, einem Accelerated Learning-Programm, das Teilnehmer innerhalb von 12 Wochen zu IT-Consultants ausbildet. Der Diplom-Psychologe verfügt über umfangreiche Erfahrungen in den Bereichen HR, Business Development, Lehren & Lernen und Coaching.
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