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Markus Maurer

Markus Maurer

für Digitale Kommunikation

Über Sinn und Unsinn von Snapchat Marketing

KPCB Internet Trends Report 2016
Snapchat hat in den letzten 3 Jahren gegenüber Facebook mächtig zugelegt.

Snapchat ist in aller Munde und muss ernst genommen werden. Klar, gegenüber den USA sind wir hier im deutschsprachigen Raum sicher in allen Belangen noch im Hintertreffen. Aber das Wachstum der Plattform ist enorm und darf nicht ignoriert werden. Überall her schreit man nun nach Konzepten. „Wir müssen als Firma auch einen Snapchat-Kanal eröffnen!“, hört man immer mal wieder.

Macht es Sinn als Firma auf Snapchat aktiv zu sein?

Jein, ist meine Antwort! Ganz ehrlich, ich glaube es wartet niemand auf einen Firmenkanal der Firma XY auf Snapchat. Im Gegenteil, die meisten User auf Snapchat wollen das gar nicht. Es ist eine gewisse Abwehrhaltung spürbar. Man hat von Facebook und anderen Plattformen gelernt, was passiert, wenn Firmen wie Heuschrecken über eine Plattform herfallen. Gleichzeitig müssen die User lernen, dass eine Plattform auch finanziell rentabel sein muss.

Der Aufwand um einen Snapchat-Kanal seriös betreiben zu können ist sehr gross. 30% für die redaktionelle Aufbereitung von Inhalten – 30% für das Produzieren von Inhalten – 30% für das Community Management. Und schon haben wir eine neue 90% Stelle, die besetzt werden muss. Viele Firmen kämpfen jedoch immer noch damit, genügend Stellenprozente zu erhalten, um Social Media mit all seinen Vorteilen zu nutzen.

Wer wirklich auf Snapchat etwas machen will, ist besser damit bedient, mit Snapchat-Usern zusammen zu arbeiten, die bereits auf Snapchat eine Community aufgebaut haben. Diese Art von Werbung ist viel glaubwürdiger und effizienter um etwas zu bewegen. Oder die Snapchat Geofilters können auf clevere Art und Weise für Marketing eingesetzt werden. Gerade im Bereich von Veranstaltungen und Sponsoring können hier kreative und coole Filter erstellt werden.

Diese Woche hat Snapchat eine grosse Ad-Offensive angekündigt. Über eine Ad-API können Partner-Agenturen Ads auf Snapchat schalten. Einmal mehr müssen sich Firmen bewusst sein, dass man auf diesem Kanal nicht einfach die "alte“ Art von Werbung platzieren kann. Nein, Stroytelling und qualitativ wertvolle Inhalte sind nötig. Die Outside-In Perspektive ist zentral. Was ist interessant für die User auf Snapchat? Was bietet einen Mehrwert? Ansonsten verfehlt die Werbung hier ihr Ziel und löst auch nichts aus. Die Tatsache, dass Snapchat Agenturen dazwischen schaltet ist sehr interessant. Ich denke, diese sollen sicherstellen, dass die Inhalte snapchat-gerecht aufbereitet sind und so den Charakter von Snapchat erhalten.

Snapchat muss unbedingt berücksichtigt werden. Wie bei Facebook müssen sich Firmen die Frage stellen, wo sie heute noch Menschen erreichen. Mit Snapchat kann eine sehr junge Zielgruppe erreicht werden. Snapchat ist gekommen um zu bleiben. Einmal mehr sind Firmen gefordert, in den Hüften ein wenig lockerer zu werden, etwas zu wagen und neue Wege zu gehen. Es wird Zeit, die Digital Natives in den Firmen besser einzubinden und alte Marketing-Weisheiten über Bord zu werfen. Ihr wisst schon: auf Augenhöhe, kanalgerecht, Qualität vor Quantität und so weiter. Es wird auch Zeit, diese Weisheiten ernst zu nehmen, ansonsten lässt man besser die Finger von Snapchat und macht zuerst die Social Media-Hausaufgaben fertig.

Ein paar Zahlen zu Snapchat:

• Snapchat Geofilters werden pro Tag bis zu 800 Millionen mal geschaut

• 66% der 150 Millionen User posten täglich

• Video-Views sind im letzten Jahr über 350% auf 10 Milliarden pro Tag gewachsen

• Die User verbringen 25-30 Minuten pro Tag auf Snapchat

Quelle: http://www.adweek.com/news/technology/snapchat-launches-colossal-expansion-its-advertising-ushering-new-era-app-171924

Bild: http://www.kpcb.com/blog/2016-internet-trends-report

Über den Autor

Markus Maurer
Markus Maurer

Digital Coach & Quality Manager, Farner Consulting AG

für Digitale Kommunikation

Digital by Heart! Ich liebe und lebe das Internet. Seit 2011 habe ich meine Leidenschaft das Internet zum Beruf gemacht und bin Online Communication Manager und Internet Strategist. Nebenbei habe ich diverse Engagements als Dozent und helfe bei Live Events in Sachen Social Media aus.
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