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Olaf Kopp

Olaf Kopp

for Online Marketing Strategie, Content Marketing, SEO, Führung

Unternehmenswerte und persönliche Werte als nachhaltige Erfolgsfaktoren bei Führung und Kommunikation

Werte und Haltung sind für die eigene Persönlichkeit und Unternehmen Grundlage für authentisches Handeln und eine konsistente Wahrnehmung von aussen. Damit entscheidend für Außenwahrnehmung, Positionierung und Führung.

Ich habe in den letzten Jahren eine Reihe an Büchern gelesen, bei denen immer wieder ähnliche Ansätze aufgetaucht sind, die mein eigenes Handeln als Mensch, Gründer, Unternehmer und ehemaligen Geschäftsführer geprägt haben. Erkenntnisse aus dieser Literatur und eigene Erfahrungen sind in den nachfolgenden Beitrag eingeflossen.

Werte als Grundlage für schnelle Entscheidungen und Resilienz

Wir alle bekommen in unserer Sozialisation von unseren Eltern und unserem sozialen Umfeld mehr oder weniger Werte vermittelt. Die Manifestierung dieser Werte geschieht über einen längeren Zeitraum. Gerade die ersten 10 - 20 Jahre unseres Lebenes sind entscheidend für unsere Persönlichkeitsbildung und unser Selbstbewusstsein. Hier meine ich nicht das Selbtstbewusstsein, was sich in einem mutigen Auftreten nach draussen darstellt, sondern das "sich selbst bewusst sein".

Das daraus entstehende Wertegefüge ist für erfolgreiche Menschen eine Leitplanke und Kompass. Es vereinfachtt Entscheidungen im Privatleben und beruflich zu treffen. 

Menschen, die ein klares Wertegefüge für sich manifestiert haben sind in der Lage auf dieser Grundlage schneller Entscheidungen zu treffen. Sie hören auf ihr ausgeprägtes Bauchgefühl bzw. ihre Intuition und haben weniger Zweifel.

Ob diese Entscheidungen dann richtig sind bzw. waren ist nicht garantiert, aber auch falsche Entscheidungen sind mindestens genauso wichtig wie richtige Entscheidungen, denn diese Erfahrung beinhaltet meistens neue Erkenntnisse und bringen einen Menschen in der persönlichen Entwicklung schneller voran.

Ohne ein gefestigtes Wertegefüge ist die Persönlichkeit eines Menschen unvollständig, was zur Folge hat, dass sie schwerer  und deutlich langsamer Entscheidungen treffen können. Die Ratio wird überbewertet. Es wird nach Hilfsmitteln wie Studien, Excel-Tabellen oder anderen rationalen Grundlagen gesucht, um die Zweifel an einer Entscheidung aus dem Weg zu räumen.

Verschiedene Studien aus den letzten 10 Jahren besagen, dass  in der heutigen schnellebigen Zeit Geschwindigkeit und der Mut auch Fehler zu machen zu dürfen die wichtigsten Erfolgsfaktoren gerade hinsichtlich Change Management und Digitalisierung sind.

Langsame Entscheidungsfindung und Perfektionismus sind hier Steine, die sich viele Entscheider und Führungskräfte  sich selbst in den Weg legen. Und alles nur weil ihr Sicherheitsbedürfnis durch die Ratio und der "perfekten Lösung" anstatt einer ausgewachsenen Intuition befriedigt werden muss.

Zudem können Menschen mit einem gefestigten Wertegefüge  besser mit Niederlagen umgehen bzw. sind resilienter, insofern sie sich eine Niederlage zugestehen können. Das geht einfaacher wenn man sich bewusst ist seinen eigenen Werten gefolgt zu sein.

Werte als Grundlage für Bauchgefühl bzw. Intuition und unternehmerische Stabiliät

Bei manchen Menschen scheint Bauchgefühl mehr oder weniger ausgeprägt zu sein. Menschen mit einem guten Bauchgefühl navigieren einfacher durch das Leben, als Menschen, denen die Sicherheit eines guten Bauchgefühls fehlt. 

Bei vielen erfolgreichen Unternehmer-Persönlichkeiten ist offensichtlich, dass sie viele wichtige Entscheidungen in Ihrem Leben mehr aus einem Bauchgefühl heraus und weniger aufgrund von Tipps aus der gängigen Management Literatur, Leitfäden oder Best-Practice-Tipps getroffen haben. Doch worauf ist Bauchgefühl begründet und warum ist dieses Bauchgefühl bei manchen Menschen ausgeprägter als bei anderen und warum ist dieses Bauchgefühl ein Grundstein für Erfolg?

Je mehr Entscheidungen man in seinem Leben trifft, desto mehr Erfahrungen sammelt man. Insbesondere negative Erfahrungen sind ein wichtiger Beitrag zur eigenen Persönlichkeitsentwicklung, insofern man daraus lernt. 

Problematisch wird es, wenn Menschen und Unternehmen z.B. aufgrund von unbedingter Skalierung bzw. Gier, Neid oder Angst gegen ihr eigentliches Wertegefüge agieren. Damit verlassen sie den sicheren Hafen der Intuition. Es werden Entscheidungen nur noch aufgrund von Excel-Tabellen, Controlling-Kennzahlen oder falschen Motiven getroffen. Das geht meistens früher oder später schief. 

Nur Gewinn bzw. Geld sich und seinen Kollegen als Ziel vorzugeben und vorzuleben ist keine sinnstiftende Mission bzw. Vision. Damit fehlt die Grundlage für hanchhaltige Führung und Marketing.

Wenn man diese These jetzt auf das Bauchgefühl zurückführt ist meiner Meinung nach ein ausgeprägtes Bauchgefühl Ergebnis einer gereiften Persönlichkeit bzw. eines stark ausgeprägten Wertegefüges.

Erst die Werte, dann die Haltung

Nach der deutschen Wikipedia gibt es zwei Bedeutungen von Haltung. Die erste Bedeutung beschreibt eine Gesinnung:

Die Gesinnung ist die durch Werte und Moral begrenzte Grundhaltung bzw. Denkweise eines Menschen, die den Handlungen, Zielsetzungen, Aussagen und Urteilen des Menschen als zugrunde liegend betrachtet werden kann.

Die zweite Definition beschreibt eine Einstellung.

Einstellung bezeichnet in der Psychologie die aus der Erfahrung kommende Bereitschaft eines Individuums, in bestimmter Weise auf eine Person, eine soziale Gruppe, ein Objekt, eine Situation oder eine Vorstellung wertend zu reagieren, was sich im kognitiven (Annahmen und Überzeugungen), affektiven (Gefühle und Emotionen) und behavioralen (Verhaltensweisen) Bereich ausdrücken kann. Beispiele für Einstellungen sind Vorurteile, Sympathie und Antipathie oder der Selbstwert.

In beiden Defintionen findet man den Begriff Werte wieder. Werte sind die Grundlage für eine Haltung insofern, diese nicht nur aus Marketing-Zielen sondern aus dem Innern heraus authentisch gelebt wird.

Eine Haltung gemäß der Gesinnung ist ein grundlegender Zustand auf dem dann die Einstellung in direkter Reaktion in Handlung oder Äußerung aufbaut.

Viele Unternehmen setzen heute auf Themen wie Nachhhaltigkeit, aber man hat oft den Eindruck, dass diese Haltung nur ein Mittel zum PR- und Image-Zweck ist. Die gelebte Führung und Philosophie des Unternehmens aber weit davon entfernt ist. Hier besteht dann nur wenig Zusammenhang zwischen Werte und Haltung. Die Folge ist ein nicht authentische Kommunikation.

Viele Menschen spüren es, auch wenn nur Unterbewusst ob Menschen und Unternehmen authentisch sind oder nicht.

Haltung vs. Meinung

Eine Meinung zu haben, ist nicht mit Haltung zu verwechseln. Eine Meinung kann sich kurzfristig ändern, z.B. wenn mich jemand eines besseren belehrt. Eine Haltung ist etwas Gefestigtes, über die einen längeren Zeitraum und Erfahrungen Gereiftes. Eine Haltung muss aber kein starres Gefüge sein. So kann eine grundsätzliche Haltung sein, sehr offen gegenüber äußeren Einflüssen zu sein, um diese in die Produktentwicklung oder das Marketing einfließen zu lassen.

Werte & echte Haltung als Mittel zur Positionierung 

In der heutigen Zeit wird es für Konsumenten immer schwieriger, sich im Informationsüberfluss zurecht zu finden. Sie brauchen Anker, denen sie vertrauen. Diese Anker können sowohl Personen als auch Marken sein. Und diese Anker zeichnen sich durch Haltung, basierend auf einem konsistenten Wertegefüge, aus. Diesen Ankern vertraut man und folgt ihnen. Sie geben Sicherheit, was immer schon eine Eigenschaft von starken Marken war. Haltung ist damit auch eine Möglichkeit sich zu positionieren, abzugrenzen oder zu regulieren. 

Dabei kann man auch eine Anti-Haltung zeigen wie z.b. der Smoothie-Hersteller True Fruits, der immer wieder mit den eigenen Marketing-Kampagne an die Grenzen geht und provoziert. Auch das ist eine Positionierung durch eine (Anti-)Haltung gegen das bestehende Wertesystem. Hier wird bewusst der Bruch mit gängigen Werten und das Risiko eines Shitsorms in Kauf genommen.

Damit eine Haltung wirklich konsistent in der Kommunikation dargestellt wird, bedarf es Leitlinien.

Unternehmenswerte, Leitlinien und Unternehmensphilosophie

Genauso wie Menschen sollten auch Unternehmen ein Wertesystem für sich entwickeln, das von der Geschäftsführung und den Mitarbeitern getragen wird. Die Werte sollten dann entscheidenden Einfluss auf die Leitlinien haben, welche die Leitplanke für unternehmerische Entscheidungen in allen Hierarchieebenen sind. Dadurch kann man aus Bauchgefühl-Entscheidungen greifbare Leitlinien-Entscheidungen machen. Der große Vorteil daran ist, dass jeder, egal ob externer Kunde oder interner Mitarbeiter, ein einheitliches, berechenbares und im besten Fall authentisches Bild von der Unternehmung erhält. Soweit zur Theorie.

Was ist aber wenn Mitarbeiter des Unternehmens selbst kein persönliches Wertesystem vermittelt bekommen haben? Die Folge ist dann, dass diese Menschen mit dem Begriff Werte meistens nichts anfangen können und Leitlinien nicht verstanden bzw. nicht gelebt werden können.Deshalb sollte man schon bei der Einstellung von Mitarbeitern auf Werte des Bewerbers und eine zum Rest des Unternehmens homogene Persönlichkeit achten.

Auch kommt es vor, dass von der Geschäftsführung Leitlinien entwickelt werden, aber immer wieder Ausnahmen gemacht werden und die Leitlinien zu einem Ergebnis von praxisfernem Aktivismus verkommen.

Gewinnmaximierung ist kein Wert

Gewinnmaximierung ist kein Wert und somit auch kein Teil von Leitlinien. In Unternehmen, die als übergeordnetes Unternehmensziel, die Gewinnmaximierung sehen sind Leitlinien oft kein Thema bzw. bleiben Theorie, da hier oft die Gewinnmaximierung über den Leitlinien steht und diese damit überflüssig macht. Mitarbeiter solcher Unternehmen mit ausgebildetem Wertegefüge bekommen langfristig oft gesundheitliche Probleme, da sie permanent Entscheidungen zugunsten der Gewinnmaximierung und gegen ihr eigenes Wertesystem treffen müssen. Das kostet Energie, was früher oder später zu gesellschaftlich weit verbreiteten Krankheiten wie Burnout führen kann. Deshalb können Job-Entscheidungen, die nur einen finanziellen Grund haben, ungesund sein und Bewerbern sei geraten sich für Unternehmen zu entscheiden, die ein ähnliches Wertesystem vertreten wie man selbst. Dieses kann man bereits im Vorstellungsgespräch versuchen herauszufinden.

Stefan Merath beschreibt in seinem Buch Die Kunst seinen Kunden zu lieben: Neurostrategie für Unternehmer die Gewinnmaximierung nur als Mittel zum Zweck, um übergeordnete Unternehmensziele zu erreichen. Diese können z.B. langfristige Kundenbeziehungen, die Befriedigung von Kundenbedürfnissen oder das Halten von kompetenten Mitarbeitern sein.

Steve Jobs hat in den Schlussworten seiner Biografie darauf hingewiesen, dass sein unternehmerisches Ziel nie die Gewinnmaximierung war, sondern die Entwicklung von tollen Produkten.

Der Fakt, dass in der klassischen Management Literatur immer als primäres Ziel die Gewinnmaximierung genannt wird und dass viele Unternehmen diesem Schneller, Höher, Weiter Dogma folgen zeigt den verhängnisvollen Kreislauf im Kapitalismus auf, aber das steht wieder auf einem anderen Blatt.

Moderne Management Modelle wie das der Firma Semco (siehe „Die Befreiung der Arbeit: Das 7-Tage Wochenende“ ) sind interessante Ansätze wie man besser ein eigenverantwortliches und vor allem leitlinienorientiertes Arbeiten fördern kann.

Dafür benötigt man dann aber wieder Mitarbeiter mit einem ausgeprägtem Wertesystem bzw. einer gereiften Persönlichkeit. Führung bedeutet erst einmal Selbstführung womit wir wieder beim Anfang wären…

Deswegen ist es für Führungskräfte und Unternehmen umso wichtiger ihre Mitarbeiter hinsichtlich einer werteorientierten Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Das ist weitaus schwierieger als die fachliche Förderung. Es bedarf Führungskräfte, die aufgrund ihrer eigenen persönlichen Reife in der Lage sind selbstbewusst Kollegen zu fördern.

About the author

Olaf Kopp
Olaf Kopp

Chief Business Development Officer (CBDO), Aufgesang GmbH

for Online Marketing Strategie, Content Marketing, SEO, Führung

Kurz und knapp: Co-Founder der Agentur Aufgesang, Unternehmer, Suchmaschinen- und Content-Marketer, Online-Marketing-Stratege, Podcaster beim "Content Kompass", Blogger, Autor, Mitveranstalter des SEAcamps. Werteorientierter Idealist, Liebhaber schöner Orte, guter Musik, Hunden und guten Essens.
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