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Oliver Rößling

Oliver Rößling

für Virtual Reality (AR/VR), Digitales & Podcast

Virtuelle Zwillinge als Bindeglied von Visualisierungstechnologie und Künstlicher Intelligenz

Quelle: ABSOLUTE Reality

Ein neues Buzz-Wort macht die Runde im Kontext mit den neuen Visualisierungstechnologien um Virtuelle Realität und Erweiterte Realität, sowie Daten, Maschinellem Lernen und Künstliche Intelligenz. Man spricht neuerdings und immer häufiger über den sog. Virtual Twin bzw. Virtuellen Zwilling. Doch was steckt dahinter, was kann das und wer braucht das?

In der Wirtschaft spricht man von einem Modell, wenn man eine vereinfachte Version der Realität, basierend auf dafür als vermeintlich relevant und signifikant eingestufte Variablen und Parameter, untersuchen möchte, mit dem Ziel, den Einfluss und die Relevanz einzelner Faktoren zu prüfen oder zu messen.

Man baut Modelle, um sich das große Ganze – das "Big Picture" – besser vor Augen führen zu können und ist so gezielt in der Lage das Rauschen, die für die jeweilige Betrachtung bzw. Analyse irrelevanten Faktoren, auszublenden.

Wir haben heute fast alle gelernt Excel in den Grundzügen zu beherrschen und Graphen zu deuten, doch handelt es sich hierbei um eine sehr abstrakte Form der Modellgestaltung bzw. Datenauswertung. Für die richtige oder zielgenaue Anwendung und Interpretation ist nicht unwesentlich viel Vorwissen notwendig. Die individuelle Transferleistung über eine bestimmte Menge an Betrachtern kann demnach massiv variieren oder aufgrund von mangelnder Ausbildung, in Bezug auf die abstrakten Modellformen, einfach auch gar nicht stattfindet. Das bedeutet, dass nur Menschen, die mit einem bestimmten Tool und der nötigen Software umgehen können, auch in der Lage sind, ohne direkt vorhergehende Schulung ein abstraktes Datenmodell spontan zu verstehen.

Anders verhält es sich, wenn ein Modell optisch der Realität ähnelt oder gar auf den ersten Blick eine identische virtuelle Kopie des Originals ist. Hier bedarf es nur wenig Transferleistung durch den Betrachter, der oder die sich einfach und intuitiv durch dieses augenscheinlich natürlich anmutende Modell navigieren kann. Anders als in der Realität kann ich jedoch in diesem realistisch anmutenden virtuellen Modell bzw. dem Virtuellen Zwilling, wesentlich schneller das Modell erkunden, indem man sich von A nach B beamt oder schlicht durch das Modell fliegt wie Superman und außerdem kann man unterschiedlichste Datenströme aus historischen Daten oder Live-Daten sichtbar machen. Diese Datenvisualisierung fügt sich passgenau in die visualisierte Umgebung ein, so dass sich die Datenquellen und -Ströme dem Betrachter selbst erklären und auch nur sichtbar sind, wenn sie explizit eingeblendet werden sollen.

Wir als ABSOLUTE Reality in Hamburg haben beispielsweise zusammen mit der Hamburg Port Authority einen Virtuellen Zwilling bzw. ein virtuelles Hafenmodell für den Hamburger Hafen erstellt. Hier können diverse Datenströme ein- und ausgeblendet werden, die regelmäßig oder live erfasst wurden und werden. Der Vorteil bei der Verarbeitung historischer Daten ist es, dass zum einen Entwicklungen – in unserem Modell bspw. die Schlickansammlungen im Hafenbecken oder Schiffsbewegungen – über den Zeitverlauf nachvollzogen werden können. Durch die Erkenntnisse, die hier gewonnen werden, kann anhand diverser anderer Faktoren, wie Wetter, Tiede und Jahreszeit mit Hilfe von Maschinellem Lernen oder auch Künstlicher Intelligenz ein Vorhersagemodell aufgrund von Erfahrungswerten gepaart mit weiteren Annahmen generiert werden. Gleiches lässt sich mit Verkehrsdaten (GPS, Ampelschaltungen, Schrankenzeiten, etc.), Gebäudedaten (BIM, CAD, etc.) simulieren. Der Vorteil der visuellen Simulation ist, dass es keinen großen Erklärungsaufwand benötigt, um schnell allen beteiligten Entscheidungsträgern oder Interessierten bestimmte Situationen und Bedarfe (auch im Zeitraffer) zu veranschaulichen und verständlich zu machen.

Ein solches Modell kann als Basis dienen, alle vorhanden Informationen geografisch korrekt mit dem richtigen Zeitstempel abzulegen, nachzuvollziehen oder vorherzusagen zu können. Das ist möglich, wenn einem solchen Modell ein entsprechendes Content Management System zu Grunde liegt, in dem verschiedenste Datentypen zielgenau hinterlegt und jederzeit angepasst werden können. Demnach komplettiert sich dieses Modell schrittweise von ganz alleine und wird mit der Menge an hinterlegten Daten, die sonst irgendwo brach liegen würden und ggf. verloren gingen, permanent angereichert und somit wertvoller und relevanter.

Das Modell lässt sich grundsätzlich mandantenfähig aufsetzen. Das heißt, dass das Modell zeitgleich mit unterschiedlichen Endgeräten (Tablet, VR-Brille, AR-Brille, Desktop, Smartphone, etc.) von unterschiedlichsten Standorten – auch simultan – begangen oder betrachtet werden kann. Beispielsweise kann ein Berater in Asien zu einem Planungsproblem umgehend hinzugeschaltet werden, ohne dass Flüge, Reisekosten oder Verzug beim Halten einer Deadline zu erwarten sind, solange nur das Internet funktioniert.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Kombination aus neuen Visualisierungstechnologien gepaart mit smarter und selbstlernender Datenverarbeitung der nächste logische und wichtige Schritt ist, um das Wirtschaften in Verwaltung, Stadtplanung, Industrie, Logistik, etc. wesentlich effizienter und intuitiver zu machen. Hier treffen zwei wesentliche Teilbereiche der Digitalisierung aufeinander und erzeugen in der Symbiose tatsächlich einen disruptiven Ansatz im Rahmen von Echtzeit-Datenvisualisierung und Daten-Management.

Sollte dieser kurze Einblick auf Ihr Interesse stoßen, freuen wir uns von Ihnen zu hören unter info@absolute.de – mehr unter: www.ABSOLUTEreality.de

Über den Autor

Oliver Rößling
Oliver Rößling

Chief Digital Officer (CDO) - Mitglied der Geschäftsleitung, ABSOLUTE Reality by ABSOLUTE Software GmbH

für Virtual Reality (AR/VR), Digitales & Podcast

Ich beschäftige mich insbesondere mit technologischen Innovation, Startups und Trends. Insbesondere auf Augmented und Virtual Reality lege ich hier meinen Schwerpunkt. Ich podcaste gern über Zukunft, Digitales und Führung und organisiere europaweit diverse Business-Event-Formate (s. 12min.me).
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