Dr. Nico Rose

Dr. Nico Rose

for Positive Psychologie, Führung, Sinnstiftung, Unternehmenskultur

Wie ich einmal Minister wurde – und warum ich Horst Seehofer ewig dankbar sein sollte …

© Heinz Feußner

Der Gedanke tut mir selbst ein wenig weh – doch im Grunde bin ich dem CSU-Politiker Horst Seehofer zu großem Dank verpflichtet. Er weiß naturgemäß nichts davon, aber: Herr Seehofer hat mir im Prozess meiner Individuation, meiner Ganzwerdung als Mensch, geholfen. Und fairerweise: Ohne ihn hätte ich vermutlich kaum meinen ersten Spiegel-Bestseller geschrieben. Die Geschichte dahinter:

Im Frühjahr 2018, noch im alten Managerjob, lag ich einem Hotelzimmer in New York. Es handelte sich um die erste Nacht nach der Ankunft, in der man wegen der Zeitverschiebung erfahrungsgemäß um zwei, drei Uhr nachts aufwacht, wenn man von Europa reingeflogen kam. Anstatt – was vernünftig gewesen wäre – ein paar Entspannungsübungen zu machen, schaltete ich das Handy ein und scrollte durch meinen Twitter-Feed. Zu dieser Zeit lag die Regierungsbildung nach der Bundestagswahl 2017 (im zweiten Anlauf) in den letzten Zügen. Just an diesem in Deutschland bereits angelaufenen Tag wurde bekanntgegeben, dass Horst Seehofer zum Heimatminister ernannt werden sollte.

Ein bisschen Wut ist gut fürs Blut.
Bud Spencer

Nun arbeiten mit einem fetten Jetlag vielleicht nicht alle Gehirnwindungen ganz ordnungsgemäß. Auf jeden Fall habe ich mich in dem Moment fürchterlich über Herrn Seehofer aufgeregt. Warum brauchte „der Horst“ schon wieder eine Sonderlocke? Warum konnte er nicht stinknormaler Innenminister werden wie so viele (un-)anständige Menschen vor ihm? Mit etwas Abstand bin ich allerdings froh, dass ich keine Entspannungsübungen gemacht habe. Denn aus dem nächtlichen Wutanfällchen erwuchs eine Idee:

Wenn „der Horst“ sich sein eigenes Ministerium bauen darf, dann darf ich das ja vielleicht auch. Durch diesen Impuls wurde noch in derselben Nacht das Ministerium für Schwermetall geboren – ein nebenberufliches Ministerium mit Augenzwinkern, das sich um die Belange und Bedürfnisse der deutschen Metalheads (s. auch: Studie Die Vermessung des Metalheads) kümmern würde. Noch vor dem New Yorker Morgengrauen startete ich eine entsprechende Facebook-Seite. Ein befreundeter Designer setzte in den Folgetagen dem Bundesadler die Pommesgabel auf und erschuf das zugehörige Design.

Wie das Leben so spielt

Was als Schnapsidee begann, sollte in den folgenden Jahren ein gewisses Eigenleben entwickeln. Die Seite gewann stetig an Zulauf und wird, ohne dass es jemals beabsichtigt war, in den kommenden Wochen mit hoher Wahrscheinlichkeit die Marke von 50.000 Followern knacken. Wie das Leben so spielt, ist auch Stephanie Walter, Metalhead und arrivierte Verlagsmanagerin, seit Jahren ein Fan der Seite. Und so kam es, dass sie mich vor etwa zweieinhalb Jahren aktiv ansprach mit der Idee von einem Buch über Heavy Metal als Lebenskunst.

Offen gesprochen: Zunächst war ich selbst nicht von der Idee überzeugt, aber Stephanie zeigte sowohl mir als auch vielen Menschen in ihrem Verlag gegenüber ein hohes Maß an (metaltypischer) Hartnäckigkeit und Überzeugungskraft. Nach einigem Jonglieren mit Konzepten und Ansprechpartnern begann ich im Winter 2021 mit der Schreibarbeit. Das Buch erschien schließlich am 14. Juni und erreichte in der ersten Woche den 10. Platz auf des Bestseller-Liste für brochierte Taschenbücher.

Bei Stephanie habe ich mich allerdings schon mehrfach herzlich bedankt, ebenso wie bei allen weiteren am Buch beteiligten Personen. Folglich gebührt ein gewisser Dank noch unserem ehemaligen Heimatminister. Ohne ihn gäbe es sicherlich kein Ministerium für Schwermetall, ohne Ministerium sicherlich kein Hard, Heavy & Happy. Es geht mir hier allerdings nicht ausschließlich um die Genese des Buches. Das Ministerium hat mir auch geholfen, einem wichtigen Teil meiner Persönlichkeit einen angemessenen, liebevollen und ausreichend augenzwinkernden Ausdruck zu verleihen. Das tut mir als Mensch gut und wird auch in Zukunft sicherlich noch viel Positives bewirken. In diesem Sinne: „Danke, du Horst!“ :-)

++++++++++

Dr. Nico Rose ist der Sinnput-Geber. Hard, Heavy & Happy ist sein siebtes Buch. Zuvor erschien Management Coaching & Positive Psychologie bei Haufe.

About the author

Dr. Nico Rose
Dr. Nico Rose

Sinnput-Geber | Keynotes | Coaching, Dr. Nico Rose

for Positive Psychologie, Führung, Sinnstiftung, Unternehmenskultur

Dr. Nico Rose ist der Sinnput-Geber. Er ist SPIEGEL-Bestseller-Autor; aktuelle Bücher: „Hard, Heavy & Happy“ und "Management Coaching & Positive Psychologie". Verheiratet, zwei Kinder. Metal-Fan und Katzenfreund. Ehemals: VP im HR von Bertelsmann und drei Jahre Professor für Wirtschaftspsychologie.
Show more