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für Internationales Management und Marketing

Wie Sie den Ideenreichtum von internationalen Teams nutzen

© iStockphoto

Um kulturelle Unterschiede in Ihrem Team effektiv nutzen zu können, ist es erforderlich, dass Ihr Unternehmen von einer offenen Unternehmenskultur geprägt ist. Dies bedeutet, dass es zum Beispiel kein Machtgefälle zwischen Mitarbeitenden aus der Zentrale und den einzelnen Länderniederlassungen in einem Unternehmen gibt.

Einführung von neuen Produkten und Dienstleistungen

In einem internationalen Projektteam sollten alle Ideen und Vorgehensweisen der Teammitglieder aus den einzelnen Länderniederlassungen als gleichwertig betrachtet werden. Zudem sollten Sie das spezifische Knowhow der lokalen Gegebenheiten vor Ort in den einzelnen Niederlassungen effektiv in den Projekten nutzen. Dadurch werden Ihre Teammitglieder zu Multiplikatoren für die entsprechenden Märkte. Diese länderspezifischen Marktkenntnisse einzelner Teammitglieder sind insbesondere bei der Entwicklung von neuen Produkten und Dienstleistungen sowie bei deren Markteinführung von unschätzbarer Bedeutung.

Ein Beispiel aus der Praxis

Yasmina Roth leitet ein globales Social-Media-Projekt eines Konzerns aus der Konsumgüterindustrie, dessen Zentrale in Frankfurt ist. Ihre Teammitglieder kommen aus vielen verschiedenen Ländern und haben profundes Knowhow im Hinblick auf die lokalen Märkte sowie auf die meist genutzten Social Media und die spezifischen Zielgruppen in ihren Heimatländern. Nun soll auf globaler Ebene ein neues Produkt eingeführt werden. Yasmina Roth und ihre Teammitglieder sind für die flankierenden Social-Media-Maßnahmen im Rahmen der Produkteinführung verantwortlich und erarbeiten gemeinsam eine Strategie. Es gibt zwar eine einheitliche Dachkampagne, jeder Social-Media-Manager macht jedoch lokale Anpassungen für seinen Markt und konzipiert spezifische Maßnahmen zur Produkteinführung in den jeweiligen TopFive Social Media seines Landes. Nach der erfolgreichen Produkteinführung trifft sich das gesamte Team, um seine Erfahrungen auszutauschen.

Im obigen Beispiel kommt deutlich zum Ausdruck, wie sich Synergien in interkulturellen Teams nutzen lassen. Die Teammitglieder können Best Practices austauschen und lernen so voneinander. Es ist zwar oft nicht möglich, dass man eine Maßnahme unverändert in ein anderes Land überträgt, aber vielleicht lässt sich eine bestimmte Maßnahme im eigenen Land nach geringfügigen Modifikationen ebenfalls erfolgreich umsetzen.

Ideen- und Innovationsmanagement

Wenn Sie ein interkulturelles virtuelles Team führen, sollten Sie den Ideenreichtum, der durch die unterschiedlichen kulturellen Prägungen Ihrer Teammitglieder zustande kommt, unbedingt für das Innovationsmanagement in Ihrem Unternehmen – über Ihr eigentliches Projekt hinaus – nutzen.

In der Praxis haben sich in diesem Zusammenhang vor allem ein moderierter projektbegleitender Innovationsblog sowie ein Themenspeicher bewährt. Ein Themenspeicher ist ein Verzeichnis im digitalen Workspace eines virtuellen Teams, der dazu dient, Themen zu speichern, zu denen die Teammitglieder Ideen haben, die aber nicht Bestandteil des aktuellen Projekts sind. Auf diese Art und Weise werden die innovativen Ideen Ihrer Teammitglieder nicht nur dokumentiert, sondern die anderen Teammitglieder können sie auch kommentieren und darüber diskutieren. Dies hat den Vorteil, dass vielleicht eine Mitarbeiterin eine vage Idee von etwas hat, ein anderer greift den Faden auf und entwickelt sie weiter und eine dritte macht einen konkreten Vorschlag zur Realisierung.

In manchen Projekten ist dieser projektbegleitende Input der Teammitglieder mindestens genau so wertvoll wie die Ergebnisse des Hauptprojekts. So wurde zum Beispiel schon der Grundstein für innovative, neue Dienstleistungen gelegt. Zudem bieten Sie auf diese Art und Weise all Ihren Teammitgliedern eine Art „Spielwiese“ für neue Ideen und innovative Lösungen. Wichtig ist dabei jedoch, dass wirklich alle Ideen erlaubt sind und dass es einen Moderator oder eine Moderatorin für die interaktive, virtuelle „Spielwiese“ gibt und der Input strukturiert wird und in die Innovationsprozesse des Unternehmens einfließt.

Teile dieses Artikels stammen aus dem Haufe TaschenGuide "Virtuelle Teams" von Sonja App. Weitere Informationen, Diskussionen, Exklusiv-Interviews und Umfragen rund um die intekulturelle, virtuelle Zusammenarbeit finden Sie im Forum "Interkulturelle, virtuelle Teams" der XING Ambassador Community Diversity Management: http://www.virtuelle-teams.com

Über den Autor

Sonja App
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Geschäftsführende Inhaberin, Sonja App Management Consulting

für Internationales Management und Marketing

Sonja App ist Managementberaterin mit Fokus internationales Management und Marketing, Innovationsmanagement, Diversity und Relationship Management sowie interkulturelle Trainerin und Coach. Sie moderiert die XING-Gruppe "Erfolg durch Diversity - Success via Diversity" und ist Fachbuchautorin.
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